Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung der Stadt: Bür­ger bie­ten wei­te­re Unter­stüt­zung bei Betreu­ung der Flücht­lin­ge an

31. Juli 2015
von Redaktion

infoiserIser­lohn. „Ich möch­te mich noch­mals ganz aus­drück­lich bei allen, die gehol­fen haben und auch wei­ter­hin hel­fen, bedan­ken. Ohne die­se Unter­stüt­zung hät­ten wir die­se schwie­ri­ge Auf­ga­be nicht bewäl­ti­gen kön­nen“, sag­te Bür­ger­meis­ter Dr. Peter Paul Ahrens  in sei­ner Begrü­ßung am gest­ri­gen Abend im Rat­haus-Foy­er. Rund 70 Inter­es­sier­te waren der Ein­la­dung der Stadt Iser­lohn zu einer Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung über die Flücht­lings­si­tua­ti­on gefolgt.

 

Zunächst zog die Ver­wal­tung eine ers­te Bilanz: 150 Flücht­lin­ge sei­en nun seit einer Woche in der Not­un­ter­kunft  Alme­lo-Hal­le unter­ge­bracht, hät­ten sich bereits ein wenig ein­ge­lebt und sei­en sehr dank­bar für die freund­li­che Auf­nah­me, berich­te­te Ange­la Schun­ke, Lei­te­rin des Ord­nungs­am­tes und zustän­dig für die Unter­brin­gung der Flücht­lin­ge. Sie schil­der­te die Abläu­fe von der Ankün­di­gung, dass Iser­lohn 150 Flücht­lin­ge auf­neh­men müs­se, über die Her­rich­tung der Alme­lo-Sport­hal­le zur Not­un­ter­kunft inner­halb von 24 Stun­den bis hin zur Ankunft der Men­schen. Auch Ange­la Schun­ke beton­te, dass die­se Mam­mut­auf­ga­be nur mit Hil­fe der vie­len Ehren­amt­li­chen und Frei­wil­li­gen bewäl­tigt wer­den konnte.

 

Wäh­rend in ande­ren Städ­ten zum Bei­spiel der Mal­te­ser Hilfs­dienst, die Johan­ni­ter oder das Rote Kreuz die Betreu­ung der Not­un­ter­künf­te über­nom­men haben, war dies in Iser­lohn nicht mög­lich. Die Stadt muss­te alles selbst orga­ni­sie­ren, von der Her­rich­tung und Aus­stat­tung der Unter­kunft über die Regis­trie­rung und ers­te ärzt­li­che Unter­su­chung der Flücht­lin­ge bis hin zu Essens­ver­sor­gung und Dol­met­schern. Dafür gab es gro­ßes Lob von den Besu­chern der Veranstaltung.

 

Aber es wur­den auch kri­ti­sche Fra­gen gestellt. Eine Besu­che­rin woll­te wis­sen, war­um aus­ge­rech­net die Alme­lo-Hal­le für die Not­un­ter­kunft genom­men wur­de und was man tun wol­le, damit der Schul- und Ver­eins­sport nicht lei­den müs­se, wenn nach den Feri­en die Hal­le noch nicht wie­der frei wäre. Bür­ger­meis­ter Dr. Ahrens wies dar­auf hin, dass die Bele­gung der Hal­le eine Not­un­ter­kunft dar­stel­le. Dies kön­ne nur eine vor­über­ge­hen­de Lösung sein. Das habe er auch noch­mals dem Regie­rungs­prä­si­den­ten, mit dem er noch mit­tags tele­fo­niert habe, gesagt. Dr. Bol­ler­mann habe erklärt, dass ihm und auch dem Land NRW sehr wohl bewusst sei, dass die Sport­hal­len nach den Feri­en wie­der gebraucht wür­den und frei sein müss­ten, er dies aber zum jet­zi­gen Zeit­punkt nicht ver­spre­chen kön­ne. Dr. Ahrens erklär­te wei­ter, dass die Ent­schei­dung für die Alme­lo-Hal­le nach sorg­fäl­ti­ger Prü­fung getrof­fen wur­de und dass kein ande­rer Stand­ort die not­wen­di­gen Vor­aus­set­zun­gen (erfor­der­li­che Grö­ße, aus­rei­chend Toi­let­ten und Duschen, Innen­stadt­la­ge, Nähe zu Kran­ken­häu­sern, Ärz­ten und Rat­haus) in der erfor­der­li­chen Wei­se erfüllt habe. 

 

Zur Fra­ge des Schul- und Ver­eins­sports erklär­te die Ers­te Bei­geord­ne­te Kat­rin Bren­ner, dass hier natür­lich bereits Gesprä­che geführt und nach Lösun­gen gesucht wür­de, für den Fall, dass die Alme­lo-Hal­le nicht frei sei bei Schul­be­ginn. Sie wies jedoch auch dar­auf hin, dass es dann zu Ein­schrän­kun­gen kom­men könn­te. Die meis­ten der Anwe­sen­den zeig­ten dafür Ver­ständ­nis. So kam unter ande­rem der Hin­weis, dass der Schul­sport in den Som­mer­wo­chen sicher auch auf Sport­plät­zen im Frei­en durch­ge­führt wer­den könne.

 

Eine wei­te­re Fra­ge, die gestellt wur­de, war, ob die Flücht­lin­ge, die jetzt in der Alme­lo-Hal­le unter­ge­bracht sind, in Iser­lohn blei­ben wer­den. Ste­fan Bar­tels, Jus­ti­zi­ar der Stadt Iser­lohn, erläu­ter­te, dass die Not­un­ter­kunft in der Alme­lo-Hal­le die Auf­ga­ben einer Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung erfül­le. Die­se Auf­ga­be habe die Stadt Iser­lohn in Amts­hil­fe für die Bezirks­re­gie­rung über­nom­men. Nor­ma­ler­wei­se wür­den die Flücht­lin­ge aus die­sen Ein­rich­tun­gen nach kur­zer Zeit auf die Städ­te ver­teilt. Iser­lohn habe aber kein Inter­es­se an einem stän­di­gen Wech­sel in der Not­un­ter­kunft. Auch im Hin­blick dar­auf, dass es bereits zahl­rei­che Kon­tak­te zwi­schen Flücht­lin­gen und Hel­fern gebe, sei er im Gespräch mit der Bezirks­re­gie­rung, ob die Flücht­lin­ge aus der Alme­lo-Hal­le der Stadt Iser­lohn nicht als Kon­tin­gent-Flücht­lin­ge zuge­wie­sen wer­den könn­ten. Eine Ent­schei­dung dar­über erwar­te er in der nächs­ten Woche.

 

Das größ­te Inter­es­se der Anwe­sen­den galt jedoch der Fra­ge, wie man wei­ter­hin hel­fen kön­ne, bei der Betreu­ung der Fami­li­en und Kin­der oder auch mit Sport- und Frei­zeit­an­ge­bo­ten. Hier hat das Ord­nungs­amt eine Koor­di­nie­rungs­stel­le ein­ge­rich­tet. Ange­la Schun­ke bit­tet dar­um, mög­lichst per Mail an ordnungsamt@​iserlohn.​de Kon­takt mit die­ser Stel­le aufzunehmen.

Wer die Flücht­lin­ge mit Sach­spen­den wie Klei­dung oder Spiel­zeug unter­stüt­zen möch­te, wird wei­ter­hin gebe­ten, sich an das DRK, Kar­nacks­weg 35 a (Tele­fon 02371 / 8193–0), zu wenden.