105,7 Mil­lio­nen Euro sozia­le Leistungen

6. März 2013
von Redaktion

Pfle­ge­be­ra­tung ein Erfolgsmodell
Mär­ki­scher Kreis. (pmk). Um einen drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag ging es bei den Haus­halts­plan­be­ra­tun­gen im Aus­schuss für Gesund­heit und Sozia­les des Mär­ki­schen Kreises.
Es ist der größ­te Ein­zel­etat im Kreis­haus­halt. Mehr als 105,7 Mil­lio­nen Euro an sozia­len Leis­tun­gen möch­te die Kreis­ver­wal­tung in die­sem Jahr aus­ge­ben. Hin­zu kom­men noch ein­mal 4,9 Mil­lio­nen Euro für die Gesund­heits­diens­te. Bei einer Gegen­stim­me beschlos­sen die Mit­glie­der des Aus­schus­ses für Gesund­heit und Sozia­les Krei­ses in ihrer jüngs­ten Sit­zung bei­de Etatpositionen.
Rech­net man die erwar­te­te Land­schafts­um­la­ge in Höhe von 88,9 Mil­lio­nen Euro hin­zu, betra­gen allein die Sozi­al­auf­wen­dun­gen 45,5 Pro­zent vom Gesamt­haus­halt in Höhe von gut 428 Mil­lio­nen Euro. Kas­sen­wirk­sam, und zwar über  das Jah­res­en­de hin­aus, soll nach ein­stim­mi­gen Wil­len der Kreis­po­li­ti­ker der Per­so­nal­kos­ten­zu­schuss von 65.000 Euro für die Städ­te Iser­lohn und Lüden­scheid für die unbe­fris­te­te Wei­ter­füh­rung der Pfle­ge­be­ra­tung wer­den. Mit dem Geld wer­den zwei Plan­stel­len finan­ziert. Das Modell soll­te eigent­lich zum 31. Dezem­ber enden.
Es ist aber ein Erfolgs­mo­dell, wie die Ver­wal­tung auf Antrag der SPD-Kreis­tags­frak­ti­on dar­stell­te. Ambu­lant vor sta­tio­när: Die­ses Ziel ver­fol­ge die Pfle­ge­be­ra­tung des Krei­ses, so Tors­ten Sau­er vom Fach­dienst Pfle­ge. Dies nüt­ze den Pfle­ge­be­dürf­ti­gen, die so lan­ge wie mög­lich in der eige­nen häus­li­chen Umge­bung blei­ben kön­nen. Zum ande­ren habe eine umfas­sen­de Bera­tung auch fis­ka­li­sche Aus­wir­kun­gen. Jeder der in sta­tio­nä­ren Ein­rich­tun­gen unter­ge­brach­ten Senio­ren bekom­me durch­schnitt­lich 17.000 Euro jähr­lich finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. Bei der ambu­lan­ten Pfle­ge sei­en es zwi­schen 4.000 und 5.000 Euro. Jeder drit­te Bewoh­ner einer Ein­rich­tung bekom­me Leis­tun­gen, die sum­mier­ten sich auf jähr­lich 14,1 Mil­lio­nen Euro.
Des­halb sei eine recht­zei­ti­ge und umfas­sen­de Bera­tung erfor­der­lich. Im Kreis­ge­biet gebe es genü­gend guter sta­tio­nä­rer Ein­rich­tun­gen und aus­rei­chend ambu­lan­te Dienst­leis­ter. 3.421 Anfra­gen bear­bei­te­te die Pfle­ge­be­ra­tung im ver­gan­ge­nen Jahr, führ­te 811 per­sön­li­che Gesprä­che und mach­te 389 Haus­be­su­che. Im Kreis sei eine flä­chen­de­cken­de und indi­vi­du­el­le Bera­tung erreicht. Die Zusam­men­ar­beit aller in der Pfle­ge Täti­gen sei aus­ge­zeich­net, so Tors­ten Sauer.
Vor­sich­tig opti­mis­tisch zeig­te sich Vol­ker Riecke, Geschäfts­füh­rer des Job­cen­ters Mär­ki­scher Kreis, bei sei­nem Bericht. Obwohl die Anzahl der Bedarfs­ge­mein­schaf­ten im Febru­ar gegen­über dem Janu­ar auf 16.629 leicht gestie­gen sei und die übli­che Früh­jahrs­be­le­bung auf dem Arbeits­markt spä­ter ein­ge­setzt habe, sei eine posi­ti­ve Ten­denz zu spü­ren. Riecke begrün­det sei­ne Annah­me damit, dass es mehr Abgän­ge in den ers­ten Arbeits­markt gebe als Zugän­ge aus dem Bereich Arbeits­lo­sen­geld I. „Die sai­so­na­le Del­le von vor sechs Mona­ten glät­tet sich und wir hören ermu­ti­gen­de Signa­le aus der Wirt­schaft.“ Sor­gen berei­tet dem Job­cen­ter-Geschäfts­füh­rer die um 50 Pro­zent gestie­ge­ne Zahl der soge­nann­ten Auf­sto­cker, die mit dem Arbeits­lo­sen­geld I nicht aus­kom­men. Zudem müs­se man bei der Sta­tis­tik der Bedarfs­ge­mein­schaf­ten berück­sich­ti­gen, dass es immer mehr Ein-Per­so­nen-Haus­hal­te gebe. „Die­ser Trend hält an.“ Es gab aller­dings auch Kri­tik aus dem Aus­schuss. Fast alle Ergeb­nis­se des Job­cen­ters lägen unter dem Lan­des­durch­schnitt. 32.000 Men­schen sei­en von Hartz IV abhän­gig. Das Job­cen­ter müs­se sich fra­gen las­sen, wie­so ande­re anders förderen.
Riecke stell­te klar, dass die Finan­zie­rung des Job­cen­ters über­wie­gend aus Bun­des­mit­teln erfol­ge. Der kom­mu­na­le Anteil lie­ge bei ledig­lich 15,2 Pro­zent. „Nur dar­über kann der Kreis ent­schei­den.“ Im Übri­gen sei Süd­west­fa­len wirt­schaft­lich schwä­cher als ande­re Regio­nen, geprägt durch das Ver­ar­bei­ten­de Gewer­be. Die Ent­wick­lung habe kon­junk­tu­rel­le Gründe.