War­steins Bür­ger­meis­ter Tho­mas Schö­ne: „Unser Kran­ken­haus ist Teil unse­rer Iden­ti­tät“

17. Juli 2019
von Redaktion

Das Kran­ken­haus Maria Hilf in War­stein (Foto: Stadt War­stein)

Dr. Tho­mas Schö­ne (CDU), Bür­ger­meis­ter der Stadt War­stein (Foto: pri­vat)

War­stein. „Das Kran­ken­haus Maria Hilf in War­stein muss als Haus der Grund- und Regel­ver­sor­gung erhal­ten blei­ben“, gibt sich Bür­ger­meis­ter Tho­mas Schö­ne ent­schlos­sen ange­sichts der jüngs­ten Ver­öf­fent­li­chung einer Unter­su­chung der Ber­tels­mann Stif­tung, die anregt, 800 klei­ne­re Kli­ni­ken zu schlie­ßen. „Bei den Vor­schlä­gen bleibt der wich­tigs­te Fak­tor völ­lig außer Acht: Der Mensch. Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in der Stadt War­stein, da bin ich sicher, sind mit mir bereit, für den Erhalt ihres Kran­ken­hau­ses zu kämp­fen!“.

250 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter

Das Kran­ken­haus Maria Hilf beschäf­tigt fast 250 Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, ver­fügt über 163 sta­tio­nä­re Bet­ten, einen zuge­las­se­nen Hub­schrau­ber­lan­de­platz sowie 14 Bet­ten im Bereich der Kurz­zeit- und Über­gangs­pfle­ge und hat einen Ein­zugs­be­reich im süd­li­chen Kreis Soest und nörd­li­chen Sauer­land. Das Kran­ken­haus ver­sorgt 24 Stun­den an 7 Tagen ambu­lan­te Not­fäl­le, Arbeits­un­fäl­le und ist ein ver­läss­li­cher Part­ner für den Ret­tungs­dienst des Krei­ses Soest. „Häu­fig wird über die posi­ti­ve Wir­kung von Pati­en­ten­be­su­chen auf die Gene­sung gespro­chen. Doch wenn das nächs­te Kran­ken­haus in wei­ter Ent­fer­nung ange­sie­delt ist, lässt sich der täg­li­che Besuch von Kin­dern, Berufs­tä­ti­gen oder auch alten, bewe­gungs­ein­ge­schränk­ten Men­schen kaum mehr dar­stel­len. Dies im Übri­gen auch, weil der öffent­li­che Per­so­nen­nah­ver­kehr im länd­li­chen Raum lei­der meist sehr lücken­haft aus­ge­baut ist“, gibt Schö­ne zu beden­ken.

Über 30 Koope­ra­ti­ons­part­ner aus den Kom­mu­nen

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat das Kran­ken­haus bereits viel­fäl­ti­ge Anpas­sun­gen an moder­ne Ent­wick­lun­gen voll­zo­gen, bei­spiels­wei­se den Auf­bau eines Senio­ren­netz­werks, dem der­zeit über 30 Koope­ra­ti­ons­part­ner aus den Kom­mu­nen War­stein, Rüt­hen, Anröch­te und Soest ange­hö­ren. Ziel ist, Struk­tu­ren auf­zu­bau­en und zu erhal­ten, damit die Auf­ga­ben des demo­gra­phi­schen Wan­dels rund um den pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen bewäl­tigt wer­den kön­nen. 2018 erfolg­te die Zer­ti­fi­zie­rung des Kran­ken­hau­ses als Loka­les Trau­ma­zen­trum für die Behand­lung von Schwer­ver­letz­ten inklu­si­ve eines Schock­raum­teams rund um die Uhr. 2006 wur­de als eines der ers­ten in NRW ein Medi­zi­ni­sches Ver­sor­gungs­zen­trum im Haus ein­ge­rich­tet, das erst in die­sem Jahr rund­um­er­neu­ert wur­de. „Hin­zu kommt, dass das Kran­ken­haus als wesent­li­cher Fak­tor in die Ver­sor­gungs­land­schaft der Regi­on ein­ge­bet­tet ist. Dazu zäh­len unter ande­rem die Nähe zur LWL-Kli­nik in War­stein und die zahl­rei­chen Senio­ren­ein­rich­tun­gen im Stadt­ge­biet und der Regi­on“, unter­streicht Schö­ne. Gera­de in länd­li­chen Gebie­ten kön­ne man nicht ein­fach wie auf dem Schach­brett und auf rei­ner Zah­len­ba­sis pla­nen, viel­mehr müs­se man die viel­fäl­ti­gen und gesund gewach­se­nen Netz­werk­struk­tu­ren mit berück­sich­ti­gen.

Das Kran­ken­haus vor Ort ist ein Stück Hei­mat

Der Bür­ger­meis­ter ver­weist zudem auf eine kürz­li­che Äuße­rung von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn, wonach ein Kran­ken­haus vor Ort für vie­le Bür­ger ein Stück Hei­mat sei, und betont, dass er noch ein wenig wei­ter gehen wür­de: „Ein Kran­ken­haus vor Ort ist ein Teil der Iden­ti­tät der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Ich bin mir sicher, dass die Bür­ger­schaft unse­rer Stadt für den Erhalt des Hau­ses alle Hebel in Bewe­gung set­zen wird“. Dass ein sol­cher Ein­satz erfolg­reich sein kann, haben die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger der nie­der­rhei­ni­schen Klein­stadt Tönis­vorst Ende der 1990er Jah­re mit ihren ‚Don­ner­wet­tern am Don­ners­tag’ gezeigt. Nach einem Jahr wöchent­li­cher Aktio­nen war der Erhalt gesi­chert, das Haus besteht noch heu­te.