Von Gal­gen­vö­geln, Schar­la­ta­nen, Her­zö­gen & Co.

26. Juni 2013
von Redaktion

Das Pro­gramm der Soes­ter Feh­de 2013: noch bun­ter, schö­ner, größer

Soester Fehde - Angriff des Söldnerheeres

Soes­ter Feh­de – Angriff des Söldnerheeres

Soest. Vom 2. bis 4. August 2013 heißt die Paro­le in Soest erneut: Eine Stadt (er)lebt das Mit­tel­al­ter. Unter Betei­li­gung von 39 Mit­tel­al­ter­grup­pen und über 600 Teil­neh­mern aus 12 Natio­nen bie­tet dann die Soes­ter Feh­de den Aus­gangs­punkt für ein viel­fäl­ti­ges Pro­gramm rund um ein spek­ta­ku­lä­res Ereig­nis der regio­na­len Geschich­te mit euro­päi­schen Dimensionen.

Die wun­der­schö­ne his­to­ri­sche Kulis­se der Soes­ter Alt­stadt mit ihren Fach­werk­häu­sern und Grün­sand­stein­kir­chen bie­tet dabei die per­fek­te Kulis­se, wie sie sich Büh­nen­bild­ner kaum bes­ser aus­den­ken könn­ten – inklu­si­ve der wuch­ti­gen Stadt­mau­ern, vor denen der „Sturm auf die Stadt” in der platz­tech­nisch größ­ten Insze­nie­run­gen euro­pa­weit nach­ge­stellt wird. Sie zeigt, wie das Söld­ner­heer des Köl­ner Erz­bi­schofs ver­sucht, die wuch­ti­gen  Wall­an­la­gen der Stadt zu über­win­den. Ins­ge­samt gibt es am ers­ten August­wo­chen­en­de drei Ter­mi­ne: Frei­tag um 18:30 Uhr, Sams­tag, um 16:30 Uhr und Sonn­tag um 16 Uhr. Der Ein­tritt kos­tet pro Per­son 10 Euro. Ein­lass ist ab 6 Jah­ren. Tickets (für Steh­tri­bü­nen) sind bun­des­weit über alle CTS-Vor­ver­kaufs­stel­len (Stadt­hal­le Soest und Soes­ter Anzei­ger) sowie über der Tou­rist Infor­ma­ti­on Soest und die Soes­ter Stadt­hal­le erhältlich.

Ein wei­te­rer Höhe­punkt ist der fest­li­che Ein­zug des Her­zogs Johann von Kle­ve mit anschlie­ßen­der Hul­di­gungs­sze­ne am Sams­tag, dem 3. Augst um 13 Uhr.

Wäh­rend am Fuß des Stadt­walls, wie­der Heer­la­ger und Lager­le­ben zu besich­ti­gen sind, war­ten auf die Besu­cher in der Alt­stadt mehr Gauk­ler und Musi­kan­ten als beim letz­ten Mal und bie­ten Spiel, Spaß und Unter­hal­tung für die gan­ze Familie.

Auf drei Büh­nen und vier wei­te­ren Spiel­flä­chen auf Stra­ßen und Plät­zen der Alt­stadt wer­den Spiel­sze­nen und klei­ne Thea­ter­stü­cke auf­ge­führt, unter­hal­ten Musik- und Tanz­grup­pen sowie Akro­ba­ten ihr Publi­kum mit unge­wöhn­li­chen Dar­bie­tun­gen für Augen und Ohren. Dass dabei auch schon mal die Zuschau­er mit ein­be­zo­gen wer­den, ver­steht sich von selbst. Die Akti­vi­tä­ten im Her­zen der Alt­stadt wur­den ver­dich­tet und die Innen­stadt wird dies­mal ver­stärkt als beglei­ten­de Spiel- und Insze­nie­rungs­flä­che für den gro­ßen Sturm auf die Stadt mit Thea­ter­sze­nen mit einbezogen.

„Bereits mit einer Woche Vor­lauf zum Ver­an­stal­tungs­wo­chen­en­de wird als Hin­füh­rung zur Ver­an­stal­tung schon ab dem 26. Juli die Soes­ter Feh­de mit ver­schie­de­nen Vor­trä­gen, Kon­zer­ten, Füh­run­gen und einer Aus­stel­lung einen Bogen zwi­schen Mit­tel­al­ter und Moder­ne schla­gen” erläu­tert Dr. Frie­der Schütz vom Soes­ter Kulturforum.

Die offi­zi­el­le Eröff­nung im St. Patro­kli-Dom wird am Sams­tag, dem 27.07. gefei­ert. Einen Tag vor­her star­tet bereits eine Aus­stel­lung des Soes­ter Künst­lers Fritz Ris­ken mit dem Titel „Scho­dü­vel”. Am glei­chen Abend lädt ein Wan­del­kon­zert zum Rund­gang durch Soes­ter Kir­chen ein – mit Musik und Gesang aus dem 15. Jahr­hun­dert inkl. ent­spre­chen­der Jazz-Ver­to­nung. Der Ein­tritt kos­tet 15 Euro, Schü­ler bis 14 Jah­ren zah­len 10 Euro. Dem Thea­ter­stück „Mei­er Helm­brecht” (drei Auf­füh­run­gen, Don­ners­tag bis Sams­tag jeweils um 20 Uhr, Ein­tritt 15 Euro), liegt eine Ver­s­no­vel­le aus dem 13. Jahr­hun­dert zugrun­de. Es stellt eine Para­bel auf die Zeit der Feh­de dar. Und schließ­lich „Johann von Soest”, ein sze­ni­sches Kon­zert mit den Sän­ge­rin­nen von Trio­fio­re und wei­te­ren musi­ka­li­schen Gäs­ten (Sonn­tag, 28. Juli, 17 Uhr, St. Patro­kli, Ein­tritt 15 Euro).Verschiedene Akteu­re der frü­he­ren Insze­nie­rung, wie z.B. die Regis­seu­re Micha­el Ritz und Kai Schu­bert sind auch dies­mal wie­der mit an Bord. Der Vor­ver­kauf für die genannn­ten Ver­an­stal­tun­gen läuft bereits.

Zwei Vor­trä­ge  zu den The­men „Das Buch im All­tag: Was lasen die Soes­ter zur­zeit der Soes­ter Feh­de” am 30. Juli und „Soest als Han­dels­zen­trum im 15. Jahr­hun­dert am 31. Juli run­den das Pro­gramm wei­ter inhalt­lich ab. Eine Lite­ra­tur­wan­de­rung zu beson­de­ren Orten mit Lesun­gen aus Lite­ra­tur, die zur­zeit der Feh­de popu­lär gewe­sen sein mag, schließt das Ver­an­stal­tungs­pro­gramm am Sonn­tag, dem 4. August ab. Ent­ge­gen der ver­brei­te­ten Mei­nung gab es im Mit­tel­al­ter näm­lich längst nicht nur reli­giö­se oder bil­den­de Tex­te, son­dern Lite­ra­tur aus allen Berei­chen, von Lie­bes­ge­dich­ten über Sach­bü­cher und Rat­ge­ber bis hin zu Aben­teu­er­ge­schich­ten und sogar femi­nis­ti­scher Literatur.

„Wir erwar­ten Mit­tel­al­ter­grup­pen aus Deutsch­land, Hol­land, Tsche­chi­en, Bel­gi­en und Frank­reich, die auf­grund er hohen Attrak­ti­vi­tät der Ver­an­stal­tung 2013 unbe­dingt wie­der dabei sein woll­ten” erläu­tert Michae­le Schiewe vom Ver­an­stal­tungs­bü­ro. Wei­ter neue Teil­neh­mer stam­men aus Öster­reich, der Schweiz, Däne­mark, Groß­bri­tan­ni­en, Polen, Russ­land, Schwe­den und Ungarn.

Das gesam­te Ver­an­stal­tungs­ge­län­de in der Alt­stadt sowie die Heer­la­ger in den Gräf­ten sind über Zugän­ge zu errei­chen, an denen ein klei­ner „Wege­zoll” in Höhe von 2 Euro pro Per­son erho­ben wird. Kin­der bis 10 Jah­re haben frei­en Zugang. Dies gilt am Frei­tag für die Zeit von 18 bis 21 Uhr, am Sams­tag von 15 bis 21 Uhr und am Son­tag von 12 bis 17 Uhr. Der Besu­cher erhält nach Abga­be des „Wege­zolls” ein Bänd­chen, das zudem für das gesam­te Ver­an­stal­tungs­wo­chen­en­de gilt.

Die Soes­ter Feh­de lebt von dem enor­men bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ment sei­ner Akteu­re, von rund 500 Soes­tern und eben­so vie­len Mit­tel­al­ter­freun­den aus der nähe­ren und wei­te­ren Umge­bung sowie aus dem Aus­land. Ver­schie­de­ne Ver­ei­ne haben sich inzwi­schen gegrün­det (der größ­te mit fast 200 Mit­glie­dern), mit Unter­ab­tei­lun­gen wie der Rei­te­rei oder Rit­tern, nicht zu ver­ges­sen die unver­gleich­lich akti­ve Klei­der­schnei­de­rei, die Soest ihr Eigen nen­nen darf. Viel Zeit, per­sön­li­ches Enga­ge­ment – und natür­lich auch der ein oder ande­re Euro für die ent­spre­chen­de Gewan­dung – wer­den von den pri­va­ten Soes­ter Akteu­ren auf­ge­wandt, um sich hier stil­ge­recht zu beteiligen.

Kar­ten­vor­ver­kauf: Alle Tickets sind bei der Tou­rist Infor­ma­ti­on Soest und der Soes­ter Stadt­hal­le erhält­lich, die Kar­ten für den „Gro­ßen Sturm auf die Stadt von Juli 1447” zusätz­lich und bun­des­weit über alle CTS-Vorverkaufsstellen.

Das kom­plet­te Pro­gramm der Soes­ter Feh­de im Detail gibt’s im Inter­net unter www​.soes​ter​feh​de​.de und www​.face​book​.com/​s​o​e​s​t​e​r​.​f​e​hde .

Ein Pro­gramm-Fly­er ist erhält­lich bei: Tou­rist Infor­ma­ti­on Soest, Teichs­müh­len­gas­se 3, 59494 Soest Tele­fon 02921–663500 50 / Fax 02921–663500 99 willkommen@​soest.​de Schirm­herr der Soes­ter Feh­de 2013: Dr. Wolf­gang Kirsch, Direk­tor des Land­schafts­ver­ban­des Westfalen-Lippe