„Klei­ne Möh­ne­see-rena­de“ hul­digt dem „West­fä­li­schen Meer“

8. Mai 2013
von Redaktion

Urauf­füh­rung von Lutz Ger­lachs Kom­po­si­ti­on bei den Drüg­gel­ter Kunst-Stück­chen

PDDrueggelte8Zu ganz beson­de­ren Ehren gelangt der hun­dert­jäh­ri­ge Möh­ne­see bei den 24. Drüg­gel­ter Kunst-Stück­chen: Eigens zum Jubi­lä­um hat Lutz Ger­lach eine musi­ka­li­sche Hom­mage an das „West­fä­li­sche Meer“ kre­iert. Die Urauf­füh­rung der „Klei­nen Möh­ne­see-rena­de“ ist ein Höhe­punkt des Kon­zerts „Fine Arts“ am Abend des Pfingst­sonn­tags, 19. Mai, in der Drüg­gel­ter Kon­zert­scheu­ne.

Eine „Ver­beu­gung vor der Land­schaft, den Men­schen und der Geschich­te des Möh­ne­sees“, so will Lutz Ger­lach sein Werk ver­stan­den wis­sen. Im Vor­feld hat er sich ein­ge­hend mit der His­to­rie der Regi­on beschäf­tigt. Und sei­ne Ein­drü­cke meis­ter­haft in Töne umge­setzt.

Vor zwei Jah­ren waren Lutz Ger­lach und sei­ne Part­ne­rin Ulri­ke Mai bei den Drüg­gel­ter Kunst-Stück­chen mit einem Kon­zert­pro­jekt rund um den Bau­haus-Maler Lio­nel Fei­nin­ger zu Gast. „Mir gefiel damals beson­ders gut, dass in Drüg­gel­te ver­schie­de­ne Kunst­gat­tun­gen in Aus­tausch tre­ten“, so der Kom­po­nist und Musi­ker. „Der Posau­nen­chor auf der Wie­se, Bil­den­de Kunst in der Scheu­ne – ein Kon­zept, das mich inspi­riert.“ Denn Lutz Ger­lach, der auch Pro­du­zent und Event­künst­ler ist, pflegt selbst eine ganz­heit­li­che Auf­fas­sung von Kunst.

Zudem hat Lutz Ger­lach ein Fai­ble für Was­ser in jeg­li­cher Form. Der gebür­ti­ge Ber­li­ner lebt an der Ost­see, hat Wer­ke bei­spiels­wei­se über die Spree und das Meer kom­po­niert. Und auch das „West­fä­li­sche Meer“ hat sein Herz erobert. „Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich vom Jubi­lä­um des Möh­ne­sees hör­te und die Ver­an­stal­ter mit dem Wunsch an mich her­an­ge­tre­ten sind, ein beson­de­res Stück zu ersin­nen“, so Lutz Ger­lach. Spe­zi­ell der Begriff des Stau­sees habe ihn fas­zi­niert, das Wech­sel­spiel von Flie­ßen und Stau­en.

Die „Klei­ne Möh­ne­see-rena­de“ ist etwa vier­ein­halb Minu­ten lang und hat, ver­rät der Kom­po­nist, einen hohen Wie­der­ken­nungs­wert. Das Stück sei sehr varia­bel, eig­ne sich für Kla­vier, Gitar­re – sogar für Chor, wenn­gleich es zunächst rein instru­men­tal ange­legt sei. Im Pro­jekt „Fine Arts“ über­trägt der Künst­ler Bild­spra­che in Musik – wie damals die Wer­ke Lio­nel Fei­nin­gers. Und nutzt dazu die sti­lis­ti­schen Mit­tel des Jazz, der Welt­mu­sik sowie der klas­si­schen Tra­di­ti­on. Durch Ein­satz der kel­ti­schen Har­fe flie­ßen auch Ele­men­te des Irish Folk ein. Außer­ge­wöhn­lich und sehr span­nend: Immer wie­der tau­chen Berüh­rungs­punk­te zwi­schen Bil­den­der Kunst und Was­ser auf.

Lutz Ger­lachs musi­ka­li­sche Freun­de, das sind an die­sem Abend Har­fe­nist Tho­mas Loef­ke, bekannt von den Bands Nor­land Wind und Acoustic Eido­lon, die gefrag­te Klas­sik-Pia­nis­tin Ulri­ke Mai sowie Alex­an­der Pro­cop am Kon­tra­bass, der unter ande­rem in Bar­ba­ra Schö­ne­ber­gers Band aktiv ist. Das „Mas­ter­mind“ selbst spielt an die­sem Abend die Key­boards.

Lutz Ger­lach ver­öf­fent­lich­te mehr als 40 CD-Pro­duk­tio­nen mit eige­nen Pro­jek­ten. Sei­ne zahl­rei­chen Kla­vier­kom­po­si­tio­nen sind durch die Wer­be­bran­che welt­weit  bekannt gewor­den und unter ande­rem in einer Noten­ge­samt­aus­ga­be mit 140 Sei­ten beim AMA-Ver­lag erschie­nen.

Beginn 20 Uhr in der Kon­zert­scheu­ne. Kar­ten für die­ses und alle ande­ren Kon­zer­te der Drüg­gel­ter Kunst-Stück­chen sind im Vor­ver­kauf über das Hell­weg-Ticket-Sys­tem www.hellweg-ticket.de und die Tou­ris­tik GmbH Möh­ne­see erhält­lich. Info: www.drueggelter-kunst-stueckchen.de.

Hin­ter­grund Die Drüg­gel­ter Kunst-Stück­chen sind das wohl kleins­te Fes­ti­val West­fa­lens und ein Lecker­bis­sen für Musik- und Kunst­lieb­ha­ber. Musi­ker stim­men ihre Instru­men­te hin­ter der Scheu­ne, hän­gen ihren Frack am Holz­bal­ken auf. Gäs­te haben unmit­tel­ba­ren Kon­takt zu den Künst­lern. Das ist die beson­de­re Atmo­sphä­re der Drüg­gel­ter Kunst-Stück­chen. Ein Genuss für Augen, Ohren und See­le. Drei Akti­ons­or­te prä­gen das Bild des klei­nen, aber fei­nen Fes­ti­vals.

In der Kon­zert­scheu­ne taucht ein pracht­vol­ler Kron­leuch­ter Kunst­ob­jek­te und Büh­ne in glanz­vol­les Licht. Dort fin­den die grö­ße­ren Kon­zer­te statt. Die rus­ti­ka­le Scheu­ne bie­tet einem gan­zen Orches­ter und 350 Besu­chern Platz. Wenn der Diri­gent den Stab zum Fest­kon­zert erhebt, ange­strahlt im fest­li­chen Licht des Kron­leuch­ters, sind die Gäs­te schnell gefan­gen von der ein­zig­ar­ti­gen Atmo­sphä­re.

Neben den aus­ge­stell­ten Skulp­tu­ren erle­ben die Besu­cher auf der Wie­se unter hun­dert­jäh­ri­gen Kas­ta­ni­en­bäu­men zum Bei­spiel den Jazz-Früh­schop­pen. Am Sonn­tag­nach­mit­tag ist die Wie­se Anzie­hungs­punkt für die klei­nen Gäs­te. Bei den Kin­der-Kunst-Stück­chen ler­nen die Klei­nen klas­si­sche Musik schät­zen und lie­ben. Im his­to­ri­schen Back­haus kön­nen sich die Fes­ti­val­be­su­cher stär­ken und erfri­schen. Nach aus­gie­bi­gem Kul­tur­ge­nuss, ist dies der Ort für Gau­men­freu­den. In unge­zwun­ge­ner Atmo­sphä­re ent­ste­hen schnell Gesprä­che.

Mit­tel­punkt des Gesche­hens ist die geheim­nis­vol­le Drüg­gel­ter Kapel­le. Ihre ein­zig­ar­ti­ge Akus­tik über­rascht selbst ver­wöhn­te Ohren immer wie­der aufs Neue. Dort sit­zen die Besu­cher eng zusam­men, lau­schen und sehen, wie Musik ent­steht. Kam­mer­kon­zer­te, Solodar­bie­tun­gen und Welt­mu­sik set­zen beson­de­re Akzen­te an die­sem sagen­um­wo­be­nen Ort.