Zeit­wei­lig etwas Ruhe an der Fracking-Front?

2. Juli 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Nach­dem das Fracking-Gesetz vor­erst geschei­tert ist, tut sich momen­tan medi­al nicht viel rund um das The­ma Fracking. Vor­wahl­kampfs­ru­he? Hier ein paar Aus­zü­ge aus den weni­gen Mel­dun­gen der letz­ten Tage:
Die Ber­li­ner Zei­tung schrieb am 05.06.13:
„FRACKING-GESETZ GEKIPPT – Fracking erlaubt“ und führt dazu aus:
„Geg­ner wie Befür­wor­ter kri­ti­sie­ren das Schei­tern einer gesetz­li­chen Rege­lung für Fracking in Deutsch­land. Oli­ver Kri­scher, Ener­gie­ex­per­te der Grü­nen, die Fracking ver­bie­ten wol­len, sprach von einem „Armuts­zeug­nis ers­ter Klas­se“. Es sei ver­ant­wor­tungs­los gegen­über den Men­schen in Regio­nen, in die Ener­gie­wirt­schaft bereits Schie­fer­gas abbaue oder das bean­tragt habe, sag­te Kri­scher die­ser Zei­tung. „Weil Uni­on und FDP seit drei Jah­ren ohne Ergeb­nis über einen Rechts­rah­men für die Tech­no­lo­gie strei­tet, bleibt Fracking nun in ganz Deutsch­land grund­sätz­lich erlaubt.“ Da aber das Regie­rungs­ge­setz Fracking auf 86 Pro­zent der Lan­des­flä­che erlaubt hät­te, sei gut, dass es in der Form nicht komme.
Doch auch die FDP-Spit­ze, die Fracking befür­wor­tet, ist ver­stimmt. Die Uni­ons-Ent­schei­dung sei nicht nach­voll­zieh­bar, zitiert die Deut­sche Pres­se-Agen­tur die libe­ra­le Füh­rung: „Die Vor­schlä­ge für gesetz­li­che Rege­lun­gen hät­ten Risi­ken für Mensch und Umwelt ausgeschlossen.
In der Uni­ons­frak­ti­ons­sit­zung am Diens­tag hat­te der Vor­sit­zen­de Vol­ker Kau­der ver­kün­det, das Fracking-Gesetz sol­le nun in der nächs­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode ver­ab­schie­det – also von die­ser Koali­ti­on auf­ge­ge­ben wer­den. Der Wider­stand der CDU-Lan­des­ver­bän­de NRW und Baden-Würt­tem­berg sei zu groß, begrün­de­te Kau­der. Bun­des­um­welt­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er (CDU) ver­wies zudem dar­auf, dass zu vie­le Fra­gen offen seien. ….“
Der Köl­ner Stadt­an­zei­ger ver­öf­fent­lich­te am 30.05.2013 anläss­lich der „Fracking-Tour“ von Han­ne­lo­re Kraft in Kana­da unter der Über­schrift: „Wenig Hoff­nung für Fracking in NRW“:
„ … In NRW sind Pro­be­boh­run­gen vor­erst gestoppt, die Angst vor den Fol­gen des Che­mie-Ein­sat­zes im Boden ist groß. Erst wenn das Fracking ohne che­mi­schen Cock­tail mög­lich ist, will Han­ne­lo­re Krafts Regie­rung über neue Geneh­mi­gun­gen nachdenken. …
Kraft sieht der­zeit den­noch wenig Chan­cen für die Fracking-Tech­nik in NRW. Das Che­mie-Pro­blem und der gro­ße Logis­tik-Auf­wand sei­en nicht zu über­se­hen. “Wir sind noch lan­ge nicht an der Stel­le, dass man das in Deutsch­land zulas­sen kann. Und ich habe auch Zwei­fel, ob das über­haupt gehen wird”, sagt Kraft. Das klingt wie eine sehr lang­fris­ti­ge Absage. …“
Auch die­se Töne wer­den angeschlagen:
„West­fa­len­post: Fracking in NRW – In den USA und in Kana­da sorgt Fracking in man­chen Gegen­den für eine regel­rech­te Gold­grä­ber­stim­mung. Klei­ne Ört­chen irgend­wo im Nir­gend­wo wach­sen durch die För­de­rung des Schie­fer­ga­ses so schnell, dass die Infra­struk­tur nicht nach­kommt. Der­weil sorgt in Deutsch­land die Dis­kus­si­on um che­mi­ka­lisch frei­ge­setz­tes Erd­gas für Kater­stim­mung. Im Kern geht es um die Abschät­zung von Chan­cen und Risi­ken. Dass die Chan­cen – zumin­dest in eini­gen Gebie­ten jen­seits des Atlan­tik – erheb­lich sind, erlebt gera­de NRW-Minis­ter­prä­si­den­tin Kraft, die mit einer Dele­ga­ti­on nach Kana­da gereist ist. Ihr schlägt ein neu­er Ölrausch ent­ge­gen. Gute Arbeit, gute Gewin­ne, der Gas­preis sinkt, weil der neue Ener­gie­trä­ger den Markt ver­än­dert. In Deutsch­land stellt zeit­gleich der Umwelt­rat die Risi­ken in den Mit­tel­punkt sei­ner Unter­su­chung. Das ist kein Zufall. Denn hier­zu­lan­de sind wir stolz dar­auf, unse­re Vor­ha­ben so umwelt­scho­nend wie mög­lich zu rea­li­sie­ren. Ein­grif­fe in Natur und Land­schaft sind gesetz­lich gere­gelt. Da ist es selbst­ver­ständ­lich, dass eine neue Gas­för­der­me­tho­de nur an den Start geht, wenn wir die Risi­ken ken­nen und abschät­zen kön­nen. Eben das hat auch der Umwelt­rat vor­ge­schla­gen, der Pilot­pro­jek­te außer­halb von Trink­was­ser­zo­nen anregt. Mit Blo­cka­de­hal­tung hat das nichts zu tun.“
Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)