Zah­len­sa­lat

4. Juni 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Jetzt haben das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt und die Sta­tis­ti­schen Lan­des­äm­ter die ers­ten Ergeb­nis­se des Zen­sus 2011 bekannt gege­ben, und zwar die Ein­woh­ner­zah­len zum Zen­sus­stich­tag am 9. Mai 2011 und zum Jah­res­en­de 2011. Sie wer­den dazu bei­tra­gen, die Grund­la­gen der Bevöl­ke­rungs­sta­tis­tik und der davon abge­lei­te­ten Pla­nen, z.B. für Infra­struk­tur, deut­lich zu ver­bes­sern. Die letz­ten Volks­zäh­lun­gen in Deutsch­land fan­den in den Jah­ren 1981 (Ost) und 1987 (West) statt.

Seit­dem haben sich vie­le Feh­ler in den Mel­de­re­gis­tern ein­ge­schli­chen, vor allem durch unter­las­se­ne Abmel­dun­gen bei Weg­zü­gen und nicht regis­trier­te Ster­be­fäl­le.

 

Es wird auch erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die kom­mu­na­len Finan­zen geben.

Z.B. beträgt der finan­zi­el­le „Wert“ eines Ein­woh­ners für die Gemein­den in NRW, die Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen erhal­ten, durch­schnitt­lich etwa 1.900 Euro. Die Gemein­den wer­den im Juli Beschei­de des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes über ihre amt­lich fest­ge­stell­te Ein­woh­ner­zahl haben.

Ver­än­de­run­gen gegen­über den bis­he­ri­gen amt­li­chen Daten wer­den erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die Gemein­de­da­ten haben.

 

Zu beden­ken ist aller­dings, dass es sich beim Zen­sus 2011 nicht um eine Volks­zäh­lung han­delt. Nur in Gemein­den bis zu 10.000 Ein­woh­nern wur­den poten­zi­el­le Mel­de­re­gis­ter­feh­ler mit­tels geeig­ne­ter Prüf­schrit­te gezielt iden­ti­fi­ziert. In Gemein­den ab 10.000 Ein­woh­nern erfolg­te nur für eine Stich­pro­be von ca. 10% der Haus­hal­te ein Ver­gleich mit den Mel­de­re­gis­ter­da­ten. Nur die­se Stich­pro­be konn­ten so Über- und Unte­r­er­fas­sun­gen ermit­telt wer­den. Die Ergeb­nis­se der Haus­halts­stich­pro­be wur­den dann für die gesam­te Gemein­de hoch­ge­rech­net.

Für einen gro­ßen Teil der Gemein­den ent­hält der Zen­sus also Berech­nun­gen und Schät­zun­gen. Die so ermit­tel­ten Ein­woh­ner­zah­len sind sicher­lich wesent­lich genau­er als die bis­her bekann­ten Daten, aber nicht exakt.

 

In vie­len gro­ßen Städ­ten lie­gen die nun fest­ge­stell­ten Ein­woh­ner­zah­len erheb­lich unter den bis­her bekann­ten “amt­li­chen” Daten. Beson­ders hohe Abwei­chun­gen gab es z.B. in Ber­lin (-179.000), Ham­burg (-83.000), Aachen (-22.000) und Bonn (-20.000). Alle hier genann­ten Daten bezie­hen sich auf den 31.12.2011.

 

In Süd­west­fa­len gab es kei­ne so hohen Abwei­chun­gen. Die Ein­woh­ner­zahl des HSK am Jah­res­en­de 2011 ver­rin­ger­te sich nur um 46 und wird nun mit

265.199 ange­ge­ben. Ande­re Medi­en haben lei­der schlecht recher­chiert und mel­de­ten fälsch­li­cher­wei­se einen Bevöl­ke­rungs­zu­wachs… Grot­ten­schlecht war – mal wie­der – die jour­na­lis­tis­ceh Qua­li­tät Mel­dung von Radio Sauer­land: “Laut der aktu­el­len Volks­zäh­lung hat der HSK rund 267.000 Ein­woh­ner… Ende der 80er waren es noch rund 6000 weni­ger.” Es ist schon sehr merk­wür­dig, wenn nun die Bevöl­ke­rungs­zahl des Jah­res 2011 nun mit den Zah­len der Jah­re 1985 bis 1988, also vor der “Wen­de” ver­gli­chen wird, als im Kreis­ge­biet ca. 250.000 Ein­woh­ner mit Haupt­wohn­sitz gemel­det waren. Dabei wird “über­se­hen” wird, dass der HSK 1996 und 1997 jeweils ca. 284.400 Ein­woh­ner hat­te, also fast 20.000 mehr als Ende des Jah­res 2011…

 

Unter den 12 kreis­an­ge­hö­ri­gen Gemein­den wird für 7 ein Anstieg der “amt­li­chen” Bevöl­ke­rungs­zahl gemel­det. Den höchs­ten rela­ti­ven Anstieg kön­nen Bes­zwig mit 2,9% und Hal­len­berg mit 2,3% ver­zeich­nen. Die ande­ren 5 Gemein­den haben nun eine gerin­ge­re Ein­woh­ner­zahl, am stärks­ten in Bri­lon und Mars­berg (je -1,4%) sowie in Win­ter­berg (-3,6%).

 

In den Nach­bar­krei­sen fal­len vor allem die Ver­än­de­run­gen in den Krei­sen Soest (-7.148 Ein­woh­ner) und Unna (-14.647 Ein­woh­ner) auf. Die Ent­wick­lung im Kreis Unna wird zur Hälf­te durch die Stadt Unna bestimmt, deren Ein­woh­ner­zahl nun mit 59.145 statt bis­her mit 66.202 fest­ge­stellt wird. Ähn­li­che Ergeb­nis­se gab es auch in ande­ren Gemein­den mit Flücht­lings­auf­nah­me­la­gern. Hier ent­steht eine sehr hohe Zahl von Zu- und Fort­zü­gen, und nicht immer erfolg­ten Abmel­dun­gen in der Stadt Unna, so dass die Ein­woh­ner­zahl nun um mehr als 7.000 nach unten kor­ri­giert wur­de. Der Stadt­käm­me­rer wird über die 11% Rück­gang nicht erfreut sein…

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)