Zahl der getö­te­ten Biker berei­tet gro­ße Sorgen

28. Juli 2015
von Redaktion

- Innen­mi­nis­ter Jäger: Sicher­heits­trai­ning für Motor­rad­fah­rer ret­tet Leben

archiv-Foto

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In den ers­ten sechs Mona­ten des Jah­res star­ben deut­lich mehr Motor­rad­fah­rer auf den Stra­ßen Nord­rhein-West­fa­lens als im Vor­jahr. Bis Ende Juni waren 42 tote Biker zu bekla­gen, im ver­gan­ge­nen Jahr waren es im glei­chen Zeit­raum 29. Das ist eine Zunah­me um 44,8 Pro­zent. „Über­höh­te Geschwin­dig­keit bleibt auch bei den Motor­rad­fah­rern der Kil­ler Nr. 1”, stell­te Innen­mi­nis­ter Ralf Jäger fest. „Vor allem zu schnel­les Fah­ren auf Land­stra­ßen und in unüber­sicht­li­chen Kur­ven bedeu­tet Lebens­ge­fahr für Biker und ande­re Verkehrsteilnehmer.” 

In gefähr­li­chen Ver­kehrs­si­tua­tio­nen ent­schei­det oft die rich­ti­ge Reak­ti­on des Motor­rad­fah­rers über Leben und Tod. „Es hilft jedem Biker, an einem Fahr- und Sicher­heits­trai­ning teil­zu­neh­men und sich mit sei­ner Maschi­ne ver­traut zu machen. Beson­ders bei schwie­ri­gen Brems- und Aus­weich­ma­nö­vern muss der Fah­rer sei­ne Maschi­ne beherr­schen kön­nen. Trai­ning und eine ange­pass­te Geschwin­dig­keit ret­ten Leben”, beton­te der Innenminister. 

Nach Erfah­run­gen der Poli­zei sind häu­fig Anfän­ger und Wie­der­ein­stei­ger in Unfäl­le ver­wi­ckelt. Sie unter­schät­zen oft­mals die Leis­tung ihrer Motor­rä­der und über­schät­zen die eige­nen, fah­re­ri­schen Fähig­kei­ten. „Auch hier spielt die Geschwin­dig­keit eine beson­de­re Rol­le”, warn­te Jäger. Die NRW-Poli­zei stellt heu­te in Kreuzau-Stock­heim das Ange­bot der Ver­kehrs­si­cher­heits­be­ra­ter aus Düren vor. Das Auf­bau­trai­ning für Biker rich­tet sich an Anfän­ger, Fah­rer mit gerin­ger Fahr­pra­xis und Wie­der­ein­stei­ger. Ein typi­scher Trai­nings­tag beginnt mit einer theo­re­ti­schen Ein­wei­sung und fahr­prak­ti­schen Übun­gen. Anschlie­ßend wird das Erlern­te bei einer gemein­sa­men Aus­fahrt in der Rur­ei­fel in die Pra­xis umge­setzt. „Ich weiß aus eige­ner Erfah­rung, wie nütz­lich es ist, wenn Exper­ten der Poli­zei auf beson­de­re Gefah­ren für Biker hin­wei­sen und das rich­ti­ge Fahr­ver­hal­ten erklä­ren”, warb der Innenminister. 

Um mehr Sicher­heit für Motor­rad­fah­rer zu errei­chen, setzt die NRW-Poli­zei auf eine Dop­pel­stra­te­gie: Neben dem Ange­bot von Fahr- und Sicher­heits­trai­nings führt sie an den Wochen­en­den in den von Bikern bevor­zug­ten Regio­nen im Sau­er- und Sie­ger­land, im Ber­gi­schen Land und in der Eifel ziel­ge­rich­te­te Geschwin­dig­keits­kon­trol­len durch. Jeder sechs­te der bis­her über­prüf­ten Motor­rad­fah­rer war zu schnell unter­wegs. Seit Mit­te Juni kon­trol­lier­te die Poli­zei rund 9.900 Motor­rad­fah­rer. Über 1.700 von ihnen hiel­ten sich nicht an das Tem­po­li­mit. In mehr als 130 Fäl­len waren die Geschwin­dig­keits­über­schrei­tun­gen so erheb­lich, dass Fahr­ver­bo­te dro­hen. „Die NRW-Poli­zei wird ihre geziel­ten Kon­trol­len an den Wochen­en­den fort­set­zen”, bekräf­tig­te Ralf Jäger.