Wind­ener­gie – Wer will sie? Wo will er sie nicht?

20. Dezember 2012
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Nach­dem die bri­san­te Fra­ge, ob sich Wind­rä­der hoch oben auf den Höhen im Hoch­sauer­land dre­hen sol­len oder wei­ter unten an den Hän­gen oder lie­ber gar nicht, vie­le Emo­tio­nen, empör­te Schrei­ben und Unter­gangs- und Ver­spar­ge­lungs­sze­na­ri­en aus­ge­löst hat, wur­de sie auf beson­de­re Wei­se ver­tagt. Bei der Kreis­tags­sit­zung in Mesche­de am 14.12.2012 einig­ten sich die Frak­tio­nen, die berühmt berüch­tig­te Ver­wal­tungs­vor­la­ge 8/670 – „Nut­zung der Wind­ener­gie in Land­schafts­schutz­ge­bie­ten des Hoch­sauer­lan­des“ sozu­sa­gen erst­mal „in sich ruhen zu las­sen“. Die Städ­te und Gemein­den hät­ten die Pla­nungs­ho­heit und sol­len ent­schei­den. Jede nach ihrem Gus­to. Dabei soll­ten nach der Vor­la­ge der Kreis­ver­wal­tung bereits zahl­rei­che gro­ße Gebie­te allein aus Grün­den des Land­schafts­bil­des zu Tabu­zo­nen für Wind­rä­der erklärt wor­de­en, u.a. fast alle Höhen­zü­ge.

 

Der Antrag dazu kam am 27.11.2012 von der CDU. Eini­gen auf­merk­sa­men Lesern die­ses Antrags wur­de die Inten­ti­on des Schrei­bens nicht so wirk­lich klar. Es soll­te wohl irgend­wie kei­nem weh tun!?

 

Zitat „Die CDU-Kreis­tags­frak­ti­on setzt sich nach­drück­lich für die Umset­zung der Ener­gie­wen­de auch im Hoch­sauer­land­kreis ein. Sie ist sich dabei der Bedeu­tung von Land­schafts,- Natur-, und Arten­schutz bewusst und teilt die Sor­gen wei­ter Tei­le der Bevöl­ke­rung vor erheb­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen des Land­schafts­bil­des.“ Erwähnt wird u.a. noch die Stel­lung­nah­me des „Sauer­län­der Hei­mat­bunds“ und dass ein fai­rer Inter­es­sen­aus­gleich gelin­gen müs­se. „Die CDU-Kreis­tags­frak­ti­on ver­steht die Vor­la­ge der Ver­wal­tung als ein nicht bin­den­des Arbeits­pa­pier, dass ein mög­li­ches Sze­na­rio beschreibt ….“ Zudem stellt die CDU in ihrem Antrag fest, sie erken­ne aus­drück­lich die Pla­nungs­ho­heit der Städ­te und Gemein­den bei der Aus­wei­sung von Vor­rang- und Kon­zen­tra­ti­ons­zo­nen an.

 

Und das ist der Punkt. Viel­leicht plant und baut die Stadt Mars­berg zu ihren 45 schon bestehen­den bald vie­le wei­te­re Wind­kraft­an­la­gen auf luf­ti­gen Höhen? Viel­leicht bleibt es in Eslo­he, Ols­berg und Win­ter­berg noch lan­ge bei O Wind­rä­dern?

 

Der meis­te Gegen­wind beim Wind­kraft­aus­bau scheint aus dem Raum Schmal­len­berg zu bla­sen. Wie ange­sichts der gro­ßen Beden­ken­trä­ger die Stadt Schmal­len­berg wohl mit ihrer Pla­nungs­ho­heit umgeht?

 

Eigent­lich soll­te der Hoch­saue­land­kreis Vor­rei­ter bei der Nut­zung der Wind­kraft sein. Mit einer Flä­che, die nur etwa 20% klei­ner ist als das gesam­te Saar­land, und sehr güns­ti­gen Höhen­la­gen bie­tet das Kreis­ge­biet idea­le Vor­aus­set­zun­gen, weit mehr als 100% der hier ver­brauch­ten Strom­men­ge aus Wind­ener­gie zu erzeu­gen. Vie­le ande­re Krei­se kön­nen mit der der­zei­ti­gen Tech­nik kaum 15% errei­chen. Das Aus­bau­ziel in NRW, den Anteil erneu­er­ba­rer Ener­gi­en an der Strom­erzeu­gung zu ver­fünf­fa­chen, kann daher nur dann erreicht wer­den, wenn Kreis wie der HSK einen weit über­pro­por­tio­na­len Anteil durch Wind­ener­gie lie­fern. Aber manch eine® scheint zu den­ken, “so lan­ge der Strom noch aus der Steck­do­se kommt…“, müs­se er/sie sich kei­ne Gedan­ken über die Umset­zung der Ener­gie­wen­de machen!

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)