Von Pader­born nach Ber­lin und zurück oder: Was gibt es Neu­es vom Flug­ha­fen Paderborn/​Lippstadt?

6. Januar 2018
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis.

Das wis­sen wir
Die Pas­sa­gier­zah­len des Regio­nal­flug­ha­fens sol­len 2017 nach eini­gen Jah­ren mit ste­ti­gen Rück­gän­gen wie­der um etwa 5 % gestie­gen sein, lagen damit aber immer noch um 4 % unter dem bereits sehr schlech­ten Ergeb­nis für das Jahr 2015.
Das wis­sen genau­er: Der klei­ne Air­port wird 2018 und eini­ge Jah­re dar­über hin­aus viel Geld kosten.

Wie viel? Bis 2022 min­des­tens 17 Mil­lio­nen Euro. Und dar­über hinaus …?

Wofür? Für umfang­rei­che Inves­ti­tio­nen z.B. in die Abfer­ti­gungs­an­la­gen, in die Brand­schutz­an­la­gen, in die Park­plät­ze, in das Roll­feld und in vie­le ande­re Infrastrukturmaßnahmen.

Wer zahlt? Der Steuerzahler!

Genau­er gesagt bezahlt der/​die
Kreis Pader­born 57,50 Pro­zent der Summe
Kreis Soest 12,50 Prozent
Kreis Güters­loh 8,00 Prozent
Kreis Lip­pe 8,00 Prozent
Stadt Bie­le­feld 6,00 Prozent
Kreis Höx­ter 4,00 Prozent

Hoch­sauer­land­kreis wei­te­re 4,00 Prozent

Das wären sie also, die 100,00 Prozent

Her mit dem Taschenrechner!
Basie­rend auf den ange­ge­be­nen 17 Mil­lio­nen Euro die vor­läu­fi­ge Rech­nung in har­ter Währung:
Kreis Pader­born 9.775.000 Euro
Kreis Soest 2.125.000 Euro
Kreis Güters­loh 1.360.000 Euro
Kreis Lip­pe 1.360.000 Euro
Stadt Bie­le­feld 1.020.000 Euro
Kreis Höx­ter 680.000 Euro
Hoch­sauer­land­kreis 680.000 Euro

Damit sind wir bei 17.000.000 Euro „Schmer­zens­geld“ …

… mal abge­se­hen von den „klei­nen Bei­trä­gen“ für die seit Jah­ren stei­gen­den Ver­lus­te. Die jähr­li­chen Betriebs­ver­lus­te wer­den ja schließ­lich auch von den oben genann­ten Gesell­schaf­tern gestemmt.

Wiki­pe­dia schreibt über die­se finan­zi­el­le Sei­te des Flug­ha­fens Paderborn/​Lippstadt:
„Im Jahr 2009 wur­den vom Unter­neh­men mit einem Ver­lust von 1,46 Mio. € erst­mals seit vier Jahr­zehn­ten rote Zah­len geschrieben.
Nach einem wei­te­ren Ver­lust 2010 von 391.841 € schrieb die Gesell­schaft im Jahr 2011 einen ope­ra­ti­ven Ver­lust in Höhe von 1,45 Mio. Euro.
2012 folg­te ein Ver­lust von 1,36 Mio €,
2013 ein Ver­lust von 1,92 Mio € und
2014 ein Ver­lust von 2,2 Mio €.
Für 2015 wird ein Ver­lust in Höhe von 2,5 Mio € erwartet.
Im Mai 2012 geneh­mig­te die Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung eine Kapi­tal­erhö­hung um 4,8 Mio. Euro und wei­te­re Gesell­schaf­ter­dar­le­hen in Höhe von 3,1 Mio. Euro, die von den betei­lig­ten Kom­mu­nen auf­ge­bracht wer­den müssen.“

Mit dabei ist auch immer der Hoch­sauer­land­kreis! Auch er zahlt Jahr für Jahr für die Ver­lus­te. Der Kreis­tag hat es so entschieden.

Glück­li­che Fügung
Doch was für ein Glück, dass wir uns hier ansons­ten „nur“ über ein paar Mil­li­ön­chen für die Repa­ra­tur­ar­bei­ten an unse­rem klei­nen Regio­nal­flug­ha­fen unter­hal­ten und nicht über die sich immer gewal­ti­ger auf­tür­men­den (Un-)Kosten für den Neu­bau des gro­ßen Air­ports in der Haupt­stadt. Er soll ja nun nach letz­ten Schät­zun­gen mit 6,6 Mil­li­ar­den Euro (6.600.000.000 Euro!!!) zu Buche schlagen.

5 Jah­re später …
Luft nach oben ist bei sol­chen Pro­jek­ten ja immer.
2022 wis­sen wir mehr, sowohl vom klei­nen Pader­bor­ner als auch vom gro­ßen Ber­li­ner Flug­ha­fen! Wel­che Rech­nung wird wohl eini­ger­ma­ßen auf­ge­hen? Die Pader­bor­ner oder die Ber­li­ner? Wie vie­le Nul­len vor dem Kom­ma wer­den sie uns dann viel­leicht mit wohl­ge­wähl­ten Wor­ten schön reden?

Wir sind lokal­pa­trio­tisch. Wir hof­fen auf Paderborn! 😉

PM der Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL/FW)