Unan­ge­lein­te Hun­de im Wald und auf Feldern

28. Juni 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis  In den zurück­lie­gen­den Wochen und Mona­ten gab es wie­der­holt Beschwer­den über frei­lau­fen­de Hun­de, die Spa­zier­gän­ger beläs­tigt, Wild gehetzt und in Ein­zel­fäl­len Wild auch geris­sen haben.

 

Die­se Vor­fäl­le, zu denen es im gesam­ten Kreis­ge­biet gekom­men ist, wur­den in letz­ter Zeit beson­ders häu­fig in Mesche­de im Bereich Schwar­zer Bruch, Hardt­stra­ße, Deit­me­cke sowie im Wald­ge­biet Hardt beob­ach­tet. Im Bereich Mesche­de wur­de ein Reh­bock durch einen Hund ange­grif­fen und getö­tet. In einem wei­te­ren Fall muss­te ein durch einen Hund ver­letz­tes Tier durch einen Jäger von sei­nen Qua­len erlöst werden.

 

Grund­sätz­lich dür­fen Hun­de außer­halb der geschlos­se­nen Wohn­be­bau­ung frei lau­fen. Dies gilt nicht, wenn Städ­te oder Gemein­den beson­de­re Schutz­zo­nen ein­ge­rich­tet haben, in denen Hun­de ange­leint sein müs­sen. Zu die­sen Schutz­zo­nen zäh­len auch Spiel­plät­ze, umfrie­de­te Parks oder Grün­an­la­gen. In Wäl­dern dür­fen Hun­de aus­schließ­lich auf den Wegen frei laufen.

 

Um sei­nen Hund auf die­sen Wegen unan­ge­leint lau­fen zu las­sen, muss sich das Tier jedoch jeder­zeit unter der unmit­tel­ba­ren Kon­trol­le des Ver­ant­wort­li­chen befin­den. Außer­dem darf es sich nicht um einen soge­nann­ten „gefähr­li­chen” Hund  im Sin­ne des Lan­des­hun­de­ge­set­zes NRW handeln.

 

Wer vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig einen Hund unbe­auf­sich­tigt frei lau­fen lässt, han­delt zumin­dest ord­nungs­wid­rig und kann ent­spre­chend mit einem Buß­geld belangt wer­den, auch wenn der Hund nicht unmit­tel­bar Wild jagt oder ande­re Per­so­nen oder Hun­de beläs­tigt. Als unbe­auf­sich­tigt gilt ein Hund bereits dann, wenn er sich nicht unter dem unmit­tel­ba­rem Ein­fluss sei­nes Füh­rers befin­det. Auch ein Hund, der nur weni­ge Meter vor sei­nem Füh­rer läuft und nicht auf die­sen hört, befin­det sich außer­halb des­sen Ein­wir­kung . Ein sol­ches Ver­hal­ten kann sehr teu­er wer­den. Im Ein­zel­fall, bei wie­der­hol­tem oder vor­sätz­li­chem Han­deln, ist auch das Vor­lie­gen einer Straf­tat zu prü­fen. Ver­ant­wort­li­che Hun­de­füh­rer kön­nen in bestimm­ten Fäl­len zu Scha­den­er­satz ver­pflich­tet sein..

 

Nach den Rege­lun­gen des Bun­des­jagd­ge­set­zes sind jagd­schutz­be­rech­tig­te Per­so­nen dazu befugt, wil­dern­de Hun­de zu töten.

Unter einem wil­dern­den Hund ist hier­bei der Hund zu ver­ste­hen, der sich erkenn­bar außer­halb des Ein­fluss­be­rei­ches sei­ner Führ­per­son befin­det und ein Stück Wild auf­sucht, ver­folgt oder reißt. Dies kann weder im Inter­es­se der Hun­de­be­sit­zer nach der Jag­schutz­be­rech­ti­gen liegen.

 

Selbst wenn ein Hun­de­be­sit­zer davon über­zeugt ist, dass sein Tier unter kei­nen Umstän­den einen Men­schen angrei­fen wird, so kann ein unan­ge­lein­ter Hund doch bei vie­len Spa­zier­gän­gern Ängs­te auslösen.

Damit die freie Natur für alle Spa­zier­gän­ger ein Erho­lungs­be­reich bleibt, ist hier eine beson­de­re Rück­sicht­nah­me und Sen­si­bi­li­tät der Hun­de­be­sit­zer erforderlich.

 

Abschlie­ßend noch ein Hin­weis zu pri­va­ten Wäl­dern und Flä­chen: Den Besit­zern steht das Eigen­tums­recht an ihren Flä­chen, auch bei Wei­den und bei Äckern, zu. Hier soll­te im Vor­feld mit den Eigen­tü­mern abge­klärt wer­den, ob man sei­nen Hund dort lau­fen las­sen darf.