„Tat­ort Schu­le“: Mob­bing-Opfer berich­tet an Real­schu­le Best­wig aus „ers­ter Hand“

16. April 2014
von Redaktion

 

Sylvia Hamacher berichtete an der Realschule Bestwig, welche fatalen Folgen Mobbing unter Jugendlichen haben kann. Bildnachweis: Realschule Bestwig

Syl­via Hama­cher berich­te­te an der Real­schu­le Best­wig, wel­che fata­len Fol­gen Mob­bing unter Jugend­li­chen haben kann. Bild­nach­weis: Real­schu­le Bestwig

Best­wig. Mob­bing unter Jugend­li­chen – für die Täter mög­li­cher­wei­se nur ein Spaß; für die Opfer dage­gen eine Situa­ti­on, die ihr Leben kom­plett auf den Kopf stel­len und bis an die Gren­zen brin­gen kann. Wie groß die Belas­tun­gen durch Mob­bing sein kön­nen, berich­te­te jetzt Syl­via Hama­cher den Schü­le­rin­nen und Schü­lern der Klas­sen 6 und 7 an der Real­schu­le Best­wig – aus eige­ner Erfahrung.

„Tat­ort Schu­le“ war die Ver­an­stal­tung über­schrie­ben – für das Gespräch mit Syl­via Hama­cher ein abso­lut pas­sen­der Titel. Als 14-Jäh­ri­ge wur­de sie selbst Opfer von Mob­bing. Ein­drucks­voll erklär­te sie den Kin­dern und Jugend­li­chen die gefähr­li­che Spi­ra­le vom Igno­rie­ren, Belei­di­gen und Läs­tern über das Ver­brei­ten von Gerüch­ten bis hin zu kör­per­li­chen Angrif­fen, etwa auf der Toi­let­te oder im Umklei­de­raum der Sport­hal­le. Mehr und mehr wur­de die jun­ge Frau durch Wor­te und das Ver­hal­ten ihrer Mit­schü­ler see­lisch zer­trüm­mert. Beson­ders scho­ckie­rend war es für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler, dass Syl­via Hama­cher weder von Leh­rern  und Freun­den oder auch von ihren Eltern geziel­te Hil­fe erfuhr. Die Ver­zweif­lung wur­de schließ­lich so über­mäch­tig, dass die Jugend­li­che sogar ver­such­te, sich das Leben zu nehmen.

Syl­via Hama­cher gab den Schü­lern gute Tipps, was sie gegen Mob­bing-Atta­cken tun kön­nen. Das Füh­ren eines Mob­bing-Pro­to­kolls war einer die­ser Tipps, das Gespräch mit einer Ver­trau­ens­per­son war ein wei­te­rer Rat­schlag.  Zum Ende der Ver­an­stal­tung appel­lier­te sie an die Zuhö­rer, auf­merk­sa­mer auf Mit­schü­ler zu ach­ten und sie bei plötz­li­chen Ver­hal­tens­ver­än­de­run­gen anzusprechen.

Eben­so ist es rich­tig, nicht bei Hän­se­lei­en oder grund­lo­sen Belei­di­gun­gen mit­zu­ma­chen, son­dern Fehl­ver­hal­ten von Mit­schü­lern mutig ent­ge­gen­zu­tre­ten. Syl­via Hama­cher: „Mob­bing-Opfer kann jeder wer­den, obwohl es nor­ma­ler­wei­se nie nach­voll­zieh­ba­re Grün­de für belei­di­gen­des und dif­fa­mie­ren­des Ver­hal­ten von Grup­pen gegen­über einem Ein­zel­nen gibt.“