Stopp für EU-Richt­li­nie zur Kon­zes­si­ons­ver­ga­be gefordert

21. Februar 2013
von Redaktion

Dele­ga­ti­on aus dem Hoch­sauer­land­kreis unter­stützt Posi­ti­on der Bundes-SGK

Bundesfinanzminister a.D. und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (2. v.r.) mit den Delegierten der SGK Hochsauerland Dr. Michael Schult (Vorsitzender 2. v.l.), Rainer Mühlnickel (stv. Vorsitzender r.) und Peter Newiger (Geschäftsführer l.) auf der SGK-Bundesdelegiertenkonferenz in Würzburg

Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter a.D. und SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Peer Stein­brück (2. v.r.) mit den Dele­gier­ten der SGK Hoch­sauer­land Dr. Micha­el Schult (Vor­sit­zen­der 2. v.l.), Rai­ner Mühl­ni­ckel (stv. Vor­sit­zen­der r.) und Peter Newi­ger (Geschäfts­füh­rer l.) auf der SGK-Bun­des­de­le­gier­ten­kon­fe­renz in Würzburg

Hoch­sauer­land­kreis. Die Bun­des­de­le­gier­ten­ver­samm­lung der Sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Gemein­schaft für Kom­mu­nal­po­li­tik (SGK) hat sich ein­stim­mig in Würz­burg gegen die geplan­te EU-Richt­li­nie für Dienst­leis­tungs­kon­zes­sio­nen ausgesprochen.

Hier­nach ist vor­ge­se­hen, bestimm­te Ver­ga­ben, dar­un­ter auch zur Was­ser­ver­sor­gung, euro­pa­weit aus­zu­schrei­ben. Dies bedeu­tet den Ein­stieg in die Pri­va­ti­sie­rung bis­he­ri­ger öffent­li­cher Auf­ga­ben. Hier­zu erklärt Dr. Micha­el Schult, Vor­sit­zen­der der SGK Hoch­sauer­land: „Ins­be­son­de­re die Was­ser­ver­sor­gung muss in kom­mu­na­ler oder öffent­li­cher Hand blei­ben. Die­ses Sys­tem hat sich jahr­zehn­te­lang auch im länd­li­chen Raum bewährt. Eine Pri­va­ti­sie­rung ist zur Siche­rung der Daseins­vor­sor­ge für die Bevöl­ke­rung auf alle Fäl­le strikt abzulehnen.”

Vor dem Hin­ter­grund des demo­gra­phi­schen Wan­dels und der teils hohen Bevöl­ke­rungs­ver­lus­te haben die sauer­län­di­schen Dele­gier­ten – eben­so wie alle süd­west­fä­li­schen Teil­neh­mer – sich für den Leit­an­trag „Ent­wick­lungs­chan­cen länd­li­cher Räu­me – Zehn For­de­run­gen für eine soli­da­ri­sche und akti­ve Struk­tur­po­li­tik an Land, Bund und Euro­pa” eingesetzt.

Zum neu­en Vor­sit­zen­den der Bun­des-SGK wur­de Nor­bert Bude, Ober­bür­ger­meis­ter von Mön­chen­glad­bach, gewählt. Er tritt die Nach­fol­ge des bis­he­ri­gen Ober­bür­ger­meis­ters von Han­no­ver, Ste­phan Weil, an, der als Minis­ter­prä­si­dent nach Nie­der­sach­sen wechselt.

SPD-Par­tei­vor­sit­zen­der Sig­mar Gabri­el mach­te deut­lich, dass bei einem Regie­rungs­wech­sel die Kom­mu­nen wei­ter gestärkt wer­den sol­len, gera­de in Zei­ten der Glo­ba­li­sie­rung. Hier sind Mil­li­ar­den-Inves­ti­tio­nen unter ande­rem für das Pro­gramm „Sozia­le Stadt” erfor­der­lich, wovon auch die Gemein­den im Hoch­sauer­land­kreis pro­fi­tie­ren werden.

In einer kurz­wei­li­gen Rede (‚Din­ner-Speech’) ver­sprach der SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Peer Stein­brück den Kom­mu­nen mehr Finanz­mit­tel durch Umschich­tung der Steu­er­ein­nah­men. Dr. Schult: „Die­ser Schritt ist bei der kata­stro­pha­len Finanz­la­ge der Gemein­den und Krei­se auch im Sauer­land über­fäl­lig, da eine immer grö­ße­re Auf­ga­ben­zu­wei­sung durch den Bund ohne Finanz­aus­gleich nicht mehr hin­nehm­bar ist!”.