SPD Frak­ti­on bedau­ert Ent­wick­lung im Oversum

6. April 2013
von Redaktion

overWin­ter­berg (Hoch­sauer­land) Die SPD Frak­ti­on bedau­ert die Ent­wick­lung im Over­sum Vital Resort außer­or­dent­lich. Trotz gro­ßer Skep­sis gegen­über soge­nann­ten PPP- Model­len, sind wir die­sen Weg mit­ge­gan­gen. Wir waren über­zeugt davon für unse­re Stadt ein Schwimm­bad und eine Ver­an­stal­tungs­hal­le zu schaf­fen, die attrak­tiv, kos­ten­güns­tig und von anspre­chen­der Qua­li­tät ist.

Die Aus­gangs­la­ge in 2007 war ein Inves­ti­ti­ons­stau beim Hal­len­bad, beim Kur­mit­tel­haus und bei der Stadt­hal­le. Stadt­hal­le und Kur­mit­tel­haus stan­den zudem im Win­ter auf­grund der Schnee­last nur bedingt zur Ver­fü­gung. Alle Gebäu­de waren defi­zi­tär und wur­den wenig genutzt. Instand­set­zungs­ar­bei­ten wären laut Gut­ach­ten sehr teu­er gewor­den und boten kei­ne zufrie­den stel­len­de Alter­na­ti­ve zu einem Neu­bau. In Ver­bin­dung mit einem Hotel, so rech­ne­ten uns bera­ten­de Fir­men vor, könn­ten wir ein attrak­ti­ves Ange­bot für Gäs­te und Bür­ger schaf­fen. Auch sind wir ver­pflich­tet in unse­ren Schu­len Schwimm­un­ter­richt anzu­bie­ten. In Abwä­gung ver­schie­de­ner Mög­lich­kei­ten haben wir der Zusam­men­ar­beit mit einem Inves­tor zugestimmt.

Um Risi­ken zu mini­mie­ren haben wir vor unse­ren Ent­schei­dun­gen Wert dar­auf gelegt, dass ein unab­hän­gi­ges Fach­bü­ro die Eck­da­ten und ver­an­schlag­ten Bau­kos­ten des Pro­jekts prüft. Ein wei­te­res Fach­bü­ro aus Düs­sel­dorf beglei­te­te den Bau­vor­gang und ein Bau­in­ge­nieur der Stadt Win­ter­berg, der das volls­te Ver­trau­en des Bür­ger­meis­ters genießt, doku­men­tier­te regel­mä­ßig die Akti­vi­tä­ten wäh­rend der Bauphase.

Ein gro­ßes als sach­kun­dig gel­ten­des Anwalts­bü­ro hat die Ver­trä­ge aus­ge­ar­bei­tet und ein hei­mi­sches Geld­in­sti­tut prüf­te Boni­tät und Busi­ness­plan des Investors.

Auf die­se Aus­sa­gen haben wir uns lei­der ver­las­sen. Ver­las­sen haben wir uns aber auch auf die Ver­spre­chen des Inves­tors, der zunächst Part­ner mit gro­ßen Erfah­run­gen in der Hotel­bran­che und Park­raum­be­wirt­schaf­tung präsentierte.

Hier­durch geblen­det sind wir zu blau­äu­gig dem Inves­tor und dem Bür­ger­meis­ter gefolgt. Wir hat­ten die Hoff­nung, dass die Ver­bin­dung von einem Hotel­be­trieb, des öffent­li­chen Bades und der Stadt­hal­le Syn­er­gien erzeugt, die hel­fen Kos­ten zu spa­ren. Die zusätz­li­chen Bet­ten kön­nen unse­re Stadt und unse­re Gast­ge­ber verkraften.

Das ent­täu­schen­de bei dem Pro­jekt „Over­sum“ ist wie bei vie­len PPP-Pro­jek­ten ein­mal mehr die Umset­zung. Mit viel Tam-Tam wird gebaut und eröff­net und dann nach kur­zer Betriebs­zeit erfolgt das böse Erwa­chen. Als der Vor­sit­zen­de der SPD Frak­ti­on in sei­ner Haus­halts­re­de auf die­sen Umstand hin­wies und in die­sem Zusam­men­hang von Heu­schre­cken sprach, wies ihn der Bür­ger­meis­ter zurecht. Auch Herr Pie­per woll­te hier­von nichts hören. Aber bereits unmit­tel­bar nach der Eröff­nung hat­te die SPD Frak­ti­on den Ein­druck, dass die S.A.B. zwar an der Pro­jekt­ent­wick­lung sehr inter­es­siert war, aber nicht unbe­dingt an der Ent­wick­lung des Pro­jekts. Nach­läs­sig­kei­ten im Betrieb, unge­schick­ter Umgang mit Gäs­ten und nicht nach­voll­zieh­ba­re Pla­nun­gen etwa im Well­ness – Bereich fie­len uns auf oder wur­den uns von Bür­gern zugetragen.

Bereits im Herbst 2012 haben wir den Betrei­ber hier­auf hin­ge­wie­sen und um Ver­än­de­run­gen gebe­ten. Die gerin­gen Besu­cher­zah­len im Schwimm­bad und im Fit­ness­be­reich, die beklagt wer­den, hän­gen unse­rer Mei­nung nach auch mit der Struk­tur des Ange­bo­tes und der Fehl­ein­schät­zung des Inves­tors zusam­men. Gegen die hohen Ein­tritts­prei­se hat­ten wir uns von Beginn an gewandt.

Als im Dezem­ber 2012 deut­lich wur­de, dass die Stadt über Ihre ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen hin­aus den Bad­be­trei­ber finan­zi­ell unter­stüt­zen soll­te, kam dies für unse­re Frak­ti­on nicht in Fra­ge. Die­se Hal­tung haben wir auch noch heu­te. Wir sind nicht bereit zusätz­li­ches Geld in ein Pro­jekt zu ste­cken, wenn der Inves­tor nicht bereit ist, eben­falls etwas für den Erfolg beizutragen.

Die „Bür­ge­rin­nen und Bür­ger aktiv ein­bin­den“ wie es jetzt der Bür­ger­meis­ter in einer Bür­ger­ver­samm­lung tun möch­te ist eben­falls ein Hin­weis unse­rer Fraktion.

Die­se Bür­ger­ver­samm­lung for­der­te Richard Gamm bereits Anfang März ein. Damals wur­de dies von der Mehr­heits­frak­ti­on und dem Bür­ger­meis­ter abgelehnt.

In die­ser Bür­ger­ver­samm­lung müs­sen Eigen­tums­ver­hält­nis­se, Ver­pflich­tun­gen und Geschäfts­be­zie­hun­gen der Stadt dar­ge­legt wer­den. Aber auch Mög­lich­kei­ten zur Kri­sen­be­wäl­ti­gung, soll­ten auf­ge­zeigt wer­den. Allein am schlech­ten Mar­ke­ting der bis­he­ri­gen Betriebs­ge­sell­schaft liegt es sicher nicht. Erfor­der­lich ist eher eine Über­pla­nung des gesam­ten Pro­jekts mit dem Ziel, Gäs­ten und Bür­gern ein Haus zu prä­sen­tie­ren, das ein­la­dend wirkt und in dem man gern ver­weilt. Mit einem Ver­an­stal­tungs­raum der tech­nisch funk­tio­niert und einem Schwimm­bad, wel­ches Fami­li­en und Sport­ler glei­cher­ma­ßen zufrie­den stellt.

Harald Koch
(Vor­sit­zen­der der SPD Frak­ti­on im Rat der Stadt Winterberg)