Som­mer, Son­ne, Gril­len: Lei­der kann es auch Pro­ble­me geben

28. Juli 2015
von Redaktion

In der Grill­sai­son stei­gen die Campylobacter-Infektionszahlen

Hoch­sauer­land­kreis. Durch­fall, Bauch­krämp­fe, Fie­ber: Wer nach der Grill­par­ty krank wird, denkt erst ein­mal an Sal­mo­nel­len. Doch Schuld sind häu­fig auch Cam­py­lo­bac­ter-Bak­te­ri­en. Laut Sta­tis­tik des Robert-Koch-Insti­tuts (RKI) gab es in den letz­ten Jah­ren mehr als dop­pelt so vie­le Erkran­kun­gen durch Cam­py­lo­bac­ter wie durch Sal­mo­nel­len. Auch im Hoch­sauer­land­kreis stei­gen die Zah­len mit Beginn der Grill­sai­son. Die Erkran­kun­gen im Juni/​Juli sind dop­pelt so häu­fig wie im Febru­ar. Das zei­gen die labor­dia­gnos­tisch bestä­tig­ten 136 Fäl­le, die dem Kreis­ge­sund­heits­amt des Hoch­sauer­land­krei­ses aktu­ell vorliegen.

 

Bei Geflü­gel ist Vor­sicht gebo­ten. Der Erre­ger ist Spit­zen­rei­ter bei den bak­te­ri­el­len Durch­fall-Erkran­kun­gen in Deutsch­land. Nach Anga­ben des RKI reicht für die Infek­ti­on eines Erwach­se­nen bereits eine gerin­ge Infek­ti­ons­do­sis aus. Meist dau­ert es zwei bis fünf Tage, im Ein­zel­fall ein bis zehn Tage zwi­schen der Anste­ckung und den ers­ten Sym­pto­men der Infek­ti­on. Star­ker Durch­fall und Bauch­krämp­fe dau­ern in der Regel eine Woche an. Anste­ckend ist der Betrof­fe­ne aller­dings bis zu vier Wochen – so lan­ge wer­den die Erre­ger über den Stuhl aus­ge­schie­den und Schmier­in­fek­tio­nen dro­hen bei man­geln­der Hygiene.

 

Im Ver­gleich zu Sal­mo­nel­len-Bak­te­ri­en kön­nen sich Cam­py­lo­bac­ter-Bak­te­ri­en auf Lebens­mit­teln nicht mehr ver­meh­ren, aller­dings besit­zen sie eine unge­heu­re Wider­stands­fä­hig­keit und kön­nen unter Umstän­den meh­re­re Mona­te auf tief­ge­fro­re­nen Lebens­mit­teln über­le­ben. Nach­ge­wie­sen wer­den sie häu­fig in Hack­fleisch, Roh­milch und Roh­milch­pro­duk­ten und vor allem in Geflügelfleisch.

 

Wer gril­len möch­te, soll­te des­halbauf ein paar wich­ti­ge Regeln ach­ten. Wich­tig ist, dass das Fleisch immer aus­rei­chend durch­ge­gart wird, denn nur so ster­ben die Erre­ger ab. Das Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung weist dar­auf hin, dass im Kern des Flei­sches für min­des­tens zwei Minu­ten eine Tem­pe­ra­tur von 70 Grad erreicht wer­den muss. Zudem soll­te dar­auf geach­tet wer­den, dass Mari­na­de und Tau­was­ser auf kei­nen Fall mit ande­ren Lebens­mit­teln in Berüh­rung kom­men. Spei­sen wie Sala­te und Des­serts, die nicht mehr erhitzt wer­den, soll­ten getrennt von rohem Fleisch und Geflü­gel zube­rei­tet wer­den. Fer­tig gegrill­tes Fleisch soll­te zudem nicht auf dem­sel­ben Tel­ler lie­gen, wie zuvor das rohe Fleisch.

 

Auf die rich­ti­ge Hygie­ne kommt es an: Wer rohes Fleisch zube­rei­tet hat, soll­te sich danach gründ­lich die Hän­de waschen. Das gilt auch für den Kon­takt mit Gegen­stän­den, die für die Zube­rei­tung benutzt wur­den. Alle Hilfs­mit­tel soll­ten nach dem Gebrauch mit Spül­mit­tel und hei­ßem Was­ser gründ­lich gerei­nigt wer­den. Bit­te dabei auch die Arbeits­flä­che nicht ver­ges­sen. Zum Tro­cken­wi­schen anschlie­ßend Küchen­rol­len­pa­pier benut­zen und nach dem Gebrauch direkt ent­sor­gen. Wer Rei­ni­gungs­lap­pen oder Geschirr­hand­tü­cher benutzt, soll­te die­se regel­mä­ßig wech­seln und bei min­des­tens 60 Grad waschen.

 

Gern ste­hen die Mit­ar­bei­ter des Gesund­heits­am­tes unter Tele­fon 0291/94–1214 für wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Verfügung.

 

Nütz­li­che Ver­brau­cher­hin­wei­se und Tipps zur Lebens­mit­tel­hy­gie­ne sind hier zu finden:

www​.bfr​.bund​.de (Bun­des­in­sti­tut für Risi­ko­be­wer­tung), www​.bzga​.de (Bun­des­zen­tra­le für gesund­heit­li­che Aufklärung)