Sekun­dar­schu­le: Rat favo­ri­siert Schul­ter­schluss mit Stadt Ols­berg

26. April 2013
von Redaktion

Best­wig. Wie soll ein wohn­ort­na­hes und päd­ago­gisch hoch­wer­ti­ges Schul­an­ge­bot in der Gemein­de Best­wig künf­tig aus­se­hen? – Der Rat der Gemein­de Best­wig hat in sei­ner jüngs­ten Sit­zung eine wich­ti­ge Wei­chen­stel­lung vor­ge­nom­men: Ein­stim­mig haben die Bür­ger­ver­tre­ter die Gemein­de­ver­wal­tung beauf­tragt, mit der Stadt Ols­berg Gesprä­che auf­zu­neh­men, um am Best­wi­ger Franz-Hoff­meis­ter-Schul­zen­trum zum Schul­jahr 2014/15 einen Teil­stand­ort der Sekun­dar­schu­le Ols­berg zu bil­den.

Hin­ter­grund: Weil die Anmel­de­zah­len zu nied­rig sind, will die Bezirks­re­gie­rung Arns­berg der Gemein­de Best­wig kei­ne Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung mehr ertei­len, um Haupt- und Real­schu­le wie bis­her wei­ter­füh­ren zu kön­nen. Um den Schul­stand­ort zu erhal­ten, hat­ten sich der Gemein­de Best­wig zwei Mög­lich­kei­ten gebo­ten. Ent­we­der kann die Gemein­de den Teil­stand­ort einer Sekun­dar­schu­le ein­rich­ten oder eine so genann­te „Pri­mus­schu­le“ grün­den.

Die „Pri­mus­schu­le“ geht auf einen ent­spre­chen­den Schul­ver­such des NRW-Schul­mi­nis­te­ri­ums zurück, bei dem Kin­der der Klas­sen 1 bis 10 gemein­sam ler­nen. Das Pro­jekt wird wis­sen­schaft­lich beglei­tet – aller­dings: Die Gemein­de Best­wig müss­te dann vor­aus­sicht­lich zwei der der­zeit drei Grund­schu­len im Gemein­de­ge­biet aus­lau­fen las­sen. Gera­de mit letz­te­rem konn­ten sich die Rats­mit­glie­der nicht anfreun­den. „Grund­schu­len müs­sen wohn­ort­nah sein“, so CDU-Frak­ti­ons­chef Win­fried Gerold. Tho­mas Liedt­ke, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der SPD, ver­wies dar­auf, dass es unge­wiss sei, wie eine Pri­mus­schu­le nach Aus­lau­fen des Schul­ver­suchs wei­ter­ge­führt wer­den kön­ne: „Das ist kei­ne Opti­on.“

Die Sekun­dar­schu­le steht im Zei­chen län­ge­ren gemein­sa­men Ler­nens. Durch Ganz­tags­an­ge­bo­te wird Schu­le nicht nur ein Lern‑, son­dern Lebens­raum, in dem neben Wis­sens­ver­mitt­lung beson­ders auch sozia­le Kom­pe­ten­zen in den Vor­der­grund rücken. Bür­ger­meis­ter Ralf Péus teil­te den Rats­mit­glie­dern mit, dass es ers­te Son­die­run­gen auf Ver­wal­tungs­ebe­ne mit der Stadt Ols­berg gege­ben habe, um zu prü­fen, ob in Best­wig ein Teil­stand­ort der Sekun­dar­schu­le Ols­berg ein­ge­rich­tet wer­den kön­ne. Grund­sätz­lich, so Ralf Péus, sei dies posi­tiv auf­ge­nom­men wor­den – nach dem Votum des Rates sol­len nun Arbeits­grup­pen gebil­det wer­den, um einer­seits orga­ni­sa­to­ri­sche und recht­li­che Fra­gen, ande­rer­seits aber auch päd­ago­gi­sche Aspek­te auf­zu­ar­bei­ten: „Da ist sicher noch eine gan­ze Men­ge zu klä­ren.“

Wie auch die Ver­tre­ter der bei­den Rats­frak­tio­nen kri­ti­sier­te eben­so Bür­ger­meis­ter Péus den Zeit­druck, der von der Bezirks­re­gie­rung auf­ge­baut wor­den sei. Noch vor etwas mehr als einem Jahr habe man in Arns­berg zu hören bekom­men „Die Anmel­de­zah­len stim­men doch“ – „das gilt jetzt offen­bar nicht mehr“, so Ralf Péus.

Neben den Gesprä­chen mit der Stadt Ols­berg sol­len nun auch die wei­te­ren Schrit­te vor­be­rei­tet wer­den, die für die Ein­rich­tung eines Sekun­dar­schul-Teil­stand­orts not­wen­dig sind – unter ande­rem eine Eltern­be­fra­gung sowie die Betei­li­gung der Nach­bar­kom­mu­nen. Die Ergeb­nis­se all die­ser Ver­fah­rens­schrit­te wer­den dem Gemein­de­rat im Herbst bekannt gege­ben. Dann müs­sen die Bür­ger­ver­tre­ter ent­schei­den, ob bis spä­tes­tens Ende Novem­ber ein Sekun­dar­schul-Antrag bei der Bezirks­re­gie­rung ein­ge­reicht wird.

Zudem mach­te Bür­ger­meis­ter Péus deut­lich, dass für die Eltern der jet­zi­gen Haupt- und Real­schü­ler kein Anlass besteht, sich Sor­gen um die schu­li­sche Zukunft ihrer Kin­der zu machen. Unab­hän­gig von der künf­ti­gen Schul­struk­tur wer­den die bei­den Ein­rich­tun­gen nicht geschlos­sen, son­dern sie lau­fen aus. Will hei­ßen: Alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die zur­zeit Haupt- und Real­schu­le in Best­wig besu­chen oder dort ange­mel­det sind, kön­nen dort auch ihren Abschluss machen.