Sank­tio­nen gegen Hartz IV-Emp­fän­ger = nur gerin­ge Ein­spa­run­gen für den HSK

3. Januar 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Ende des letz­ten Jah­res berich­te­ten die Medi­en häu­fig über einen Rekord­stand bei den Sank­tio­nen gegen Hartz IV-Emp­fän­ger. Die Bun­des­agen­tur für Arbeit ver­öf­fent­lich­te dazu eine Sta­tis­tik. Dem­nach sind zwi­schen August 2011 und Juli 2012 mehr als 1 Mil­li­on Sank­tio­nen gegen Lang­zeit­ar­beits­lo­se aus­ge­spro­chen wor­den. Mehr als zwei Drit­tel der Strafmaßnahmen/Leistungskürzungen sei­en, so wur­de berich­tet, wegen soge­nann­ter Mel­de­ver­säum­nis­se ver­hängt wor­den, z.B.

wenn ein Hartz-IV-Emp­fän­ger einen Bera­tungs­ter­min ver­säumt hat.

 

Rein­hard Loos, das Kreis­tags­mit­glied der Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL), woll­te wis­sen wie die Situa­ti­on im Hoch­sauer­land­kreis ist und stell­te am

10.12.12 die Anfra­ge „Sank­tio­nen gegen Hartz IV-Emp­fän­ger“ an den Land­rat.

 

In der Ant­wort vom 17.12.12 legt die zustän­di­ge Sach­be­ar­bei­te­rin die Zah­len für den Zeit­raum Janu­ar 2012 bis ein­schließ­lich August 2012 dar.

Dem­nach wur­den in die­sen 8 Mona­ten im HSK ins­ge­samt 894 Sank­tio­nen „neu fest­ge­stellt“. Zum Ver­gleich: 2011 sei­en ins­ge­samt 1.296, 2010 1.419 und 2009 1.611 Leistungsminderungen/Sanktionen aus­ge­spro­chen wor­den.

Rech­net man die Ergeb­nis­se aus den ers­ten 8 Mona­ten des Jah­res 2012 auf

12 Mona­te hoch, ergibt sich also eine gerin­ge Stei­ge­rung gegen­über 2011.

 

Die bis August 2012 aus­ge­spro­che­nen 894 Sank­ti­ons­ent­schei­dun­gen glie­dern sich laut Ant­wort der Kreis­ver­wal­tung wie folgt:

256 Leis­tungs­min­de­run­gen wegen Pflicht­ver­let­zun­gen bei Ein­glie­de­rungs­ver­ein­ba­run­gen und Eigen­be­mü­hun­gen,

63 Leis­tungs­min­de­run­gen wegen Pflicht­ver­let­zun­gen bei Auf­nah­me bzw.

Fort­füh­rung einer Arbeit, Aus­bil­dung, AGH oder Maß­nah­me,

38 Leis­tungs­min­de­run­gen wegen Abbruch der Maß­nah­me,

4 Leis­tungs­min­de­run­gen auf­grund von Her­bei­füh­rung der Hil­fe­be­dürf­tig­keit,

73 Leis­tungs­min­de­run­gen wegen Sperr­zeit beim ALG I bzw.

sperr­zeit­ähn­li­chen Tat­be­stand,

460 Leis­tungs­min­de­run­gen resul­tie­ren aus Mel­de­ver­säum­nis­sen.

 

Mel­de­ver­säum­nis­se sind also auch im Hoch­sauer­land­kreis der mit Abstand häu­figs­te Grund für die Sank­tio­nen gegen Hartz IV-Emp­fän­ger!

 

Die SBL hat­te auch noch gefragt: „Wel­che Beträ­ge wer­den auf­grund die­ser Leis­tungs­kür­zun­gen im letz­ten und im lau­fen­den Jahr ein­ge­spart?“ und:

„Wie wird das so ein­ge­spar­te Geld ver­wen­det?“ Dazu schreibt die Ver­wal­tung, die Min­de­rung des Arbeits­lo­sen­gel­des II füh­re nicht zu Ein­spa­run­gen, son­dern ledig­lich zu einer Ver­rin­ge­rung der Aus­ga­ben. „Sofern die Min­de­rung ledig­lich die Regel­be­dar­fe betrifft, die voll­stän­dig aus Bun­des­mit­teln finan­ziert wer­den, führt eine Min­de­rung dem­zu­fol­ge zu einer Ver­rin­ge­rung der Aus­ga­ben des Bun­des.“ Wei­ter heißt es: „Ledig­lich bei einer Min­de­rung des Arbeits­lo­sen­gel­des II um 100 % nach § 31 a Abs. 2 und 3 SGB II sind auch die Kos­ten der Unter­kunft und damit kom­mu­na­le Mit­tel betrof­fen.“

Und: „Die Höhe der Min­der­aus­ga­ben bezif­fert sich für den Zeit­raum vom 01. Janu­ar bis 31. August 2012 auf ins­ge­samt 158.288 Euro. Im Jahr 2011 betru­gen die Min­der­aus­ga­ben ins­ge­samt 269.268 Euro.”

 

Unbe­ant­wor­tet blieb aller­dings die Fra­ge der SBL nach even­tu­el­len soge­nann­ten Totalsank­tio­nen (Kür­zung des Regel­sat­zes um 100 Pro­zent).

Die ent­spre­chen­den Zah­len wer­den nach Anga­ben des HSK sta­tis­tisch nicht erho­ben! Die­ses Man­ko bei der Sta­tis­tik fin­den wir scha­de, zumal doch die Mit­tel, die durch Totalsank­tio­nen ein­ge­spart bzw. nicht aus­ge­ge­ben wer­den, in der Kas­se des Hoch­sauer­land­krei­ses ver­blei­ben.

 

Abschlie­ßend wies der HSK in sei­ner Ant­wort auf die SBL-Anfra­ge dar­auf hin, die Bun­des­agen­tur ver­öf­fent­li­che in der Heft­rei­he „Sta­tis­tik der Grund­si­che­rung für Arbeits­su­chen­de nach dem SGB II, Sank­tio­nen“ bezo­gen auf den jewei­li­gen Berichts­mo­nat zahl­rei­che Anga­ben zu Leis­tungs­min­de­run­gen. Die wesent­li­chen vor­ge­nann­ten Zah­len könn­ten der Aus­wer­tung für den Berichts­mo­nat August 2012 ent­nom­men wer­den, die am 11. Dezem­ber 2012 ver­öf­fent­licht wor­den sei.

 Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)