Poli­ti­scher Filz beim Flug­ha­fen Paderborn?

31. Juli 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Einen inter­es­san­ten Arti­kel brach­te kürz­lich die „Neue West­fä­li­sche“, genau­er „nw​-news​.de“.

Es geht dabei um den Flug­ha­fen Pader­born, um Ver­di, poli­ti­schen Filz und die in unse­ren Brei­ten­gra­den all­ge­gen­wär­ti­ge und all­mäch­ti­ge CDU. Der Gewerk­schafts­se­kre­tär Oli­ver Mül­ler erhebt laut „nw​-news​.de“ schwe­re Vor­wür­fe gegen die Lei­tung des Flug­ha­fens Pader­born-Lipp­stadt. Am Flug­ha­fen regie­re „Poli­ti­scher Filz“; wer dort was wer­den will, der müs­se schon ein CDU-Par­tei­buch haben.

Der Ärger koch­te anschei­nend wegen der Aus­ein­an­der­set­zung um die Ände­rungs­kün­di­gun­gen des Per­so­nals der Flug­ha­fen-Feu­er­wehr hoch. Die Beschäf­tig­ten sol­len sich näm­lich jetzt zusätz­lich zu ihren bis­he­ri­gen Auf­ga­ben um die Gepäck­ver­la­dung und um den Secu­ri­ty-Bereich küm­mern. Oli­ver Mül­ler erhebt eine Rei­he von Vor­wür­fen gegen die Flug­ha­fen­lei­tung. Dazu ein Zitat aus den nw-news: „Er sieht die­se Hal­tung als Aus­fluss struk­tu­rel­ler Ent­wick­lun­gen in dem Unter­neh­men, die ihm ein Dorn im Auge sind. “Die Ver­stri­ckung von Poli­tik und Geschäfts­füh­rung am Flug­ha­fen Pader­born hat nicht zuletzt auch durch die Beschäf­ti­gung von Ehe­part­nern bedeu­ten­der Regio­nal­po­li­ti­ker im Ver­wal­tungs­be­reich und der Nach­be­set­zung von Pro­ku­ris­ten­pos­ten durch par­tei­kon­for­me Beschäf­tig­te deut­lich zuge­nom­men und wird sich letzt­lich wahr­schein­lich auch durch die Nach­be­set­zung des Geschäfts­füh­rer­pos­tens, durch einen Auf­sichts­rat ohne einen ein­zi­gen Arbeit­neh­mer­ver­tre­ter fort­set­zen”, schimpft Mül­ler in einer schrift­li­chen Erklärung.“

Der Arti­kel ist nach­zu­le­sen unter:
http://​www​.nw​-news​.de/​o​w​l​/​k​r​e​i​s​_​p​a​d​e​r​b​o​r​n​/​p​a​d​e​r​b​o​r​n​/​p​a​d​e​r​b​o​r​n​/​8​8​1​1​6​8​4​_​V​e​r​d​i​_​b​e​k​l​a​g​t​_​p​o​l​i​t​i​s​c​h​e​n​_​F​i​l​z​_​a​m​_​F​l​u​g​h​a​f​e​n​_​P​a​d​e​r​b​o​r​n​.​h​tml

Die Lipp­städ­ter Lokal­zei­tung „Der Patri­ot“ griff das „Filz-The­ma“ eben­falls auf. Sie berich­tet am 04.07.2013 mit leicht iro­ni­schem Unter­ton, dass Ver­di von „Ver­stri­ckung von Poli­tik und Geschäfts­füh­rung am Flug­ha­fen Pader­born-Lipp­stadt“ spricht. „Bekannt­lich sei Air­port-Spre­che­rin Elke Rawisch de Terán die Ehe­frau von Land­rat Man­fred Müller.“

Lei­der gibt es noch ande­re uner­freu­li­che Mel­dun­gen, die den klei­nen Flug­ha­fen in Büren-Ahden betref­fen. Trotz der opti­mis­ti­schen Pres­se­ver­laut­ba­run­gen des Pro­ku­ris­ten Roland Hüser, sich gegen­über dem neu­en Nach­bar­flug­ha­fen Kas­sel-Cal­den gut behaup­ten zu kön­nen, bleibt es dabei: Immer mehr Regio­nal­flug­hä­fen benö­ti­gen immer mehr Flug­gäs­te. Wie sonst kön­nen sich die extrem teu­ren Infra­struk­tur-Pro­jek­te rech­nen? Mit Sub­ven­tio­nen allei­ne ist es auf Dau­er sicher nicht getan!?

Denn auch das könn­te den Flug­hä­fen Ärger besche­ren: „Brüs­sel mischt West­fa­lens Air­ports auf.“ Zu dem neu­en Unge­mach schreibt „Der Patri­ot“, die drei west­fä­li­schen Regio­nal­flug­hä­fen sol­len nach dem Wil­len der EU-Kom­mis­si­on künf­tig weni­ger Sub­ven­tio­nen erhal­ten. Betrof­fen sind alle Regio­nal­flug­hä­fen mit weni­ger als fünf Mil­lio­nen Pas­sa­gie­ren pro Jahr. In dem Arti­kel tref­fen wir wie­der auf Roland Hüser, den Pro­ku­ris­ten vom Flug­ha­fen Paderborn/​Lippstadt. Er begrüßt dem­nach die Ankün­di­gung aus Brüs­sel. „Damit kommt die EU unse­ren For­de­run­gen nach“, sag­te Pro­ku­rist Roland Hüser. 2012 sind laut Hüser von Pader­born knapp 900 000 Pas­sa­gie­re geflo­gen. Die kom­mu­na­len Gesell­schaf­ter hät­ten jähr­lich einen Ver­lust von 1,25 Mil­lio­nen Euro über­nom­men. Dabei schielt der Pro­ku­rist viel­leicht zum Kon­kur­ren­ten nach Dort­mund. Der Dort­mun­der Flug­ha­fen soll 2012 den Ver­lust von 18,5 Mil­lio­nen ein­ge­flo­gen haben. Von „Schwar­zen Zah­len“ haben wir aller­dings beim Flug­ha­fen Pader­born-Lipp­stadt auch nichts gehört.

Was geht uns das im Hoch­sauer­land über­haupt an?
Eine Men­ge; denn schließ­lich ist der Hoch­sauer­land­kreis als einer der Gesell­schaf­ter am kri­seln­den Flug­ha­fen Paderborn/​Lippstadt in Büren-Ahden betei­ligt. Und die Gesell­schaf­ter hat­ten erst in die­sem Jahr eine Kapi­tal­erhö­hung in Höhe von rund 8 Mil­lio­nen Euro beschlos­sen. Als Ret­tungs­tuch wur­de eine Ver­lust­ober­gren­ze von 1,25 Mio Euro ver­ein­bart. SBL-Kreis­tags­mit­glied Rein­hard Loos frag­te sei­ner­zeit dar­auf­hin schrift­lich beim Land­rat des Hoch­sauer­land­krei­ses nach, ob die Ver­lust­ober­gren­ze rea­lis­tisch ist. Der HSK ant­wor­te­te, der Flug­ha­fen hät­te ver­schie­de­ne Maß­nah­men zur Kos­ten­ein­spa­rung ergrif­fen, wie die Umstruk­tu­rie­rung der Feu­er­wehr und der Gebäu­de­rei­ni­gung. Aha! Da lan­den wir also wie­der beim Pro­blem Ver­di kon­tra Flughafengeschäftsleitung!

Schrieb nicht im April das Han­dels­blatt, Regio­nal­flug­hä­fen wären ein teu­res Hob­by von Landräten?

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)