„Plus“ für Mensch und Umwelt: Gemein­de Best­wig zieht posi­ti­ve Bilanz der Renaturierungen

17. Dezember 2013
von Redaktion
Foto: Für viele Tierarten bedeutet der renaturierte Fluss Lebensraum - und für den Menschen bietet er Lebensqualität: Die Ruhr bei Bestwig. Bildnachweis: Gemeinde Bestwig

Foto: Für vie­le Tier­ar­ten bedeu­tet der rena­tu­rier­te Fluss Lebens­raum – und für den Men­schen bie­tet er Lebens­qua­li­tät: Die Ruhr bei Best­wig. Bild­nach­weis: Gemein­de Bestwig

Best­wig. (Hoch­sauer­land) „Wil­de“ Was­ser­land­schaf­ten, Natur, die sich Fluss­au­en „zurück­er­obert“ sowie klei­ne – und gro­ße – Ent­de­ckun­gen am Ufer: Wer sol­che Erleb­nis­se mag, der hat sie an Ruhr, Val­me und Elpe direkt „vor der Haus­tür“: Die Gemein­de Best­wig hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren an ihren Gewäs­sern zahl­rei­che Rena­tu­rie­rungs­maß­nah­men umge­setzt – „und davon pro­fi­tie­ren Umwelt und Men­schen glei­cher­ma­ßen“, weiß Fried­helm Koch. Der Umwelt-Inge­nieur der Gemein­de Best­wig gab in der jüngs­ten Sit­zung der Gemein­de­ent­wick­lungs­aus­schus­ses eine Über­sicht über den bis­he­ri­gen Sachstand.

Hin­ter­grund: Mit ihren Rena­tu­rie­rungs­pro­jek­ten erfüllt die Gemein­de Best­wig eine gesetz­li­che Pflicht: In der EG-Was­ser­rah­men­richt­li­nie ist fest­ge­setzt, dass Gewäs­ser bis spä­tes­tens 2027 in einem „guten öko­lo­gi­schen Zustand“ sein müs­sen. Nicht nur mit Blick auf den Natur­schutz sei das eine gute Sache, unter­streicht Fried­helm Koch: „So wird es mög­lich, dass man Gewäs­ser wie­der erle­ben kann.“ Durch die Bank sei­en die Reak­tio­nen von Bür­gern und auch Gäs­ten auf die bis­he­ri­gen Pro­jek­te posi­tiv gewe­sen: „Es ist ein Bei­trag zur Lebens­qua­li­tät vor Ort.“

Erst­mals im Jahr 2006 hat die Gemein­de Best­wig ein Gewäs­ser rena­tu­riert: Am Dümel in Nutt­lar ent­stand ein so genann­tes „Umge­hungs­ge­rin­ne“ an der Ruhr, das Was­ser­le­be­we­sen die natür­li­chen Bedin­gun­gen eines Mit­tel­ge­birgs-Auen­flus­ses zurück­brach­te. 61.000 Euro wur­den für das Pro­jekt fäl­lig. Im Früh­jahr 2009 wur­de die Auen­re­na­tu­rie­rung im so genann­ten „Sün­den­wäld­chen“, einer belieb­ten Wan­der­stre­cke zwi­schen Best­wig und der Alfert, been­det. Kos­ten: 350.000 Euro. Eben­falls im Jahr 2009 hat die Gemein­de Best­wig das wuch­ti­ge Wehr im „Öhler“ bei Vel­me­de für 120.000 Euro rück­ge­baut sowie für 32.000 Euro das Müh­len­wehr in der Elpe bei Ost­wig beseitigt.

Ein wei­te­res Groß­pro­jekt war die natur­na­he Umge­stal­tung der Ruhr im Bereich „Hin­ter Hegers­hof“ in Vel­me­de – par­al­lel zum Ruhr­tal­rad­weg. Das Vor­ha­ben konn­te im Som­mer 2013 been­det wer­den und hat rund 250.000 Euro gekos­tet. Weil in die­sem Jahr auch am Wehr an der Alfert in Ost­wig, das sich im Besitz der RWE befin­det, eine Fisch­trep­pe ange­legt wor­den ist, ist die Ruhr auf dem Gebiet der Gemein­de Best­wig für Fische und Was­ser­le­be­we­sen nun kom­plett durch­gän­gig gewor­den. Und noch in die­sem Monat sol­len die Arbei­ten für das flä­chen­mä­ßig umfang­reichs­te Rena­tu­rie­rungs­pro­jekt begin­nen: Die Umge­stal­tung des Hen­nenohls zwi­schen Vel­me­de und Best­wig. 750.000 Euro sind an Kos­ten vor­ge­se­hen – „das wer­den wir aber deut­lich unter­schrei­ten“, kün­digt Fried­helm Koch an.

Ohne­hin han­de­le es sich bei den Rena­tu­rie­rungs­pro­jek­ten kei­nes­wegs um „Luxus­aus­ga­ben“, unter­streicht der Umwelt­in­ge­nieur: 80 Pro­zent der Kos­ten wer­den vom Land Nord­rhein-West­fa­len getra­gen, der Eigen­an­teil der Gemein­de kann mit den  so genann­ten „Öko­punk­ten“ ver­rech­net wer­den. Die­ses „Umwelt-Gut­ha­ben“ ist zum Bei­spiel dann not­wen­dig, wenn kom­mu­na­le Bau-Pro­jek­te umge­setzt wer­den sol­len. „Die Erwei­te­rung des Gewer­be­ge­biets Wie­busch war nur so unkom­pli­ziert mög­lich, weil wir durch die Rena­tu­rie­run­gen genü­gend Öko-Punk­te hat­ten“, so Fried­helm Koch – andern­falls hät­te man als „Bau­herr“ einen öko­lo­gi­schen Aus­gleich teu­er bezah­len müs­sen. Umwelt­in­ge­nieur Koch: „Sol­che Pro­jek­te sind für uns des­halb min­des­tens kos­ten­neu­tral – vom Nut­zen für Mensch und Umwelt ganz zu schweigen.“

Auch in Zukunft will die Gemein­de Best­wig wei­te­re Fluss­ab­schnit­te rena­tu­rie­ren – zum Bei­spiel die Val­me zwi­schen Rams­beck und Ober­val­me. Ein Zeit­punkt dafür steht aber noch nicht fest.