Part­ner­schafts­tref­fen Sun­dern Hach­en-Tor­fou

12. Mai 2013
von Redaktion

Sun­dern-Hach­en. (me) Lang­sa­men Schrit­tes, gestützt auf einen knor­ri­gen Stock,  kam der Alte vom Müs­sen­berg den Berg hin­un­ter. Unten klick­ten die Kame­ras. So wird er Ein­zug hal­ten in die Bil­der­ga­le­ri­en vie­ler fran­zö­si­scher Fami­li­en. Denn die klei­ne Dar­stel­lung gehör­te zum Pro­gramm, das der Freun­des­kreis Tor­fou für die Gäs­te aus sei­ner Part­ner­stadt in der Nähe von Nan­tes zusam­men­ge­stellt hat­te.

Mitt­woch­abend erreich­te die Grup­pe nach einer rund 13stündigen Bus­fahrt das Sauer­land. Die Fran­zo­sen nutz­ten ihren Fei­er­tag 8. Mai, für einen län­ge­ren Auf­ent­halt in die­sem Jahr. Die Auf­tei­lung der Gäs­te auf die Gast­ge­ber war schnell erle­digt, Hache­ner und Tor­fou­er ken­nen sich seit vie­len Jah­ren. Wenn der Gegen­be­such 2015 ansteht, kann das 25-jäh­ri­ge Bestehen der Freund­schaft gefei­ert wer­den.

Für die beein­dru­cken­de Mes­se mit einer ins fran­zö­sisch über­setz­ten Pre­digt, deut­schen und fran­zö­si­schen Lie­dern, erhielt Pfar­rer Meinolf Kem­per viel­stim­mi­ges Lob. Er misch­te sich auch bei einem gemein­sa­men Abend unter die mun­te­re Schar und ver­ab­schie­de­te die Gäs­te am letz­ten Abend am Bus. Viel­leicht kann er doch noch ein­mal mit­fah­ren nach Tor­fou – wenn der Dienst es zulässt. Ganz aus­schlie­ßen woll­te er es nicht.

Burg Tanz1 Zwerge

Erst sorg­te Kem­per aber für die geist­li­che Beglei­tung der Gemein­schaft auf ihrer geschichts­träch­ti­gen Wan­de­rung durch das Dorf. Um die vie­len his­to­ri­schen Ereig­nis­se und Orte Hach­ens prä­sen­tie­ren zu kön­nen, grif­fen die Mit­glie­der des Freun­des­krei­ses auf ihre Gäs­te zurück, die sich begeis­tert die Kos­tü­me über­streif­ten und als Zwer­ge die Geschich­te an der Müh­le mit illus­trier­ten und die „Mehl­sä­cke“ bis zum Backes auf dem Hof Coer­schul­te schlepp­ten. Wahr­haft fürst­li­cher Abschluss der alten Geschich­ten war die Tafel auf der Burg – an der wie in alten Zei­ten nur der Burg­herr und sei­ne Frau Platz genom­men hat­ten und dem Volk huld­voll zupros­te­ten. Herz­lich begrüßt wur­de die Wan­der­grup­pe schließ­lich an der Sauer­land­kli­nik, wo sie ihren Kuchen auf­bau­en und Kaf­fee trin­ken durf­ten.

 

Eine ganz ande­re Geschich­te wur­de am zwei­ten Tag leben­dig: Der Wan­del Dort­munds von einer Indus­trie­stadt zu einem Zen­trum für Dienst­leis­tung und For­schung. Am Phoe­nix-See wur­de die Umwand­lung einer rie­si­gen Indus­trie­bra­che in ein Wohn­ge­biet deut­lich, die Ver­gan­gen­heit bei einem Rund­gang durch die ehe­ma­li­ge Koke­rei Han­sa.

Was bei Begrü­ßung, Abschied, den gemein­sa­men Aus­flü­gen oder ein­fach nur den Begeg­nun­gen deut­lich wur­de, fass­te der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de des Comité jume­la­ge aus Tor­fou, Bern­hard Simon, beim gemein­sa­men Abend in sei­nem Dank an die Gast­ge­ber, den Freun­des­kreis und beson­ders an Pfar­rer Kem­per zusam­men. Simon griff das Lied „An die Freu­de“ aus der 9. Sin­fo­nie von Lud­wig van Beet­ho­ven, das in der Mes­se gesun­gen wor­den war, auf und appel­lier­te an die Mit­glie­der bei­der Grup­pen, in die­sem Sin­ne den euro­päi­schen Gedan­ken wei­ter zu tra­gen. Der Fran­zo­se sprach, wie vor­her auch Bar­ba­ra Mei­er, die als lang­jäh­ri­ges Vor­stands­mit­glied und Motor die­ses Aus­tau­sches mit Dank ver­ab­schie­det wur­de, die Hoff­nung aus, dass sich mehr jun­ge Leu­te an die­sem gegen­sei­ti­gen Kon­takt betei­li­gen. An alle ging sei­ne Ein­la­dung: „Tor­fou vous atten­drez 2014“.