Nie­der­län­der spa­ren im Urlaub: Wirt­schafts­kri­se ver­ur­sacht Minus

25. Oktober 2013
von Redaktion

Nie­der­län­der spa­ren im Urlaub: Wirt­schafts­kri­se ver­ur­sacht Minus Rück­gang im wich­tigs­ten Aus­land­markt der Feri­en­welt Win­ter­berg – Plus in Deutsch­land

Der Herbst als zweit­wich­tigs­te Sai­son läuft gera­de zur Hoch­form auf, der Win­ter steht bevor. Zum Quar­tals­en­de zieht die Feri­en­welt Win­ter­berg eine ers­te Bilanz des Jah­res 2013. Und gibt ein ver­hal­te­nes Resü­mee: rund 3,5 Pro­zent Minus bei den Über­nach­tun­gen resul­tie­ren laut Tou­ris­mus­di­rek­tor Micha­el Beck­mann allei­ne aus der Wirt­schafts­kri­se in den Nie­der­lan­den, dem wich­tigs­ten Aus­lands­markt der Feri­en­welt.   Ein Minus von rund 7 Pro­zent bei den Ankünf­ten und 12 Pro­zent bei den Über­nach­tun­gen von Janu­ar bis August spre­chen eine deut­li­che Spra­che. Die Nie­der­lan­de befin­den sich in der drit­ten Rezes­si­on in vier Jah­ren. Wäh­rend Deutsch­lands Wirt­schaft wächst, wei­sen die Sta­tis­ti­ken der Nach­barn seit fast zwei Jah­ren einen all­ge­mei­nen Rück­gang der Ver­brau­cher­aus­ga­ben aus. Die Arbeits­lo­sen­quo­te ist dort so hoch wie nie zuvor. Das wir­ke sich zwangs­läu­fig auf das Kon­sum­ver­hal­ten und damit auch auf die Über­nach­tungs­bi­lanz einer Regi­on aus, die im Jah­res­schnitt um die 30 Pro­zent nie­der­län­di­sche Gäs­te begrüßt, ist sich Beck­mann sicher: „Unser der­zei­ti­ges Minus geht voll zulas­ten des nie­der­län­di­schen Mark­tes.“

Ohne eine inten­si­ve und gute Zusam­men­ar­beit mit der nie­der­län­di­schen Nie­der­las­sung der Deut­schen Tou­ris­mus Zen­tra­le (DZT) sähen die Zah­len womög­lich noch schlech­ter aus. Die Win­ter­ber­ger Tou­ris­mus­ex­per­ten ste­hen in engem Kon­takt mit den Kol­le­gen in den Nie­der­lan­den. „Auch eine Kri­se ist immer eine Chan­ce“, ist sich Beck­mann sicher. „Men­schen, die unter ande­ren wirt­schaft­li­chen Bedin­gun­gen eine gro­ße Rei­se gemacht hät­ten, sind auf einen Kurz­ur­laub im Sauer­land aus­ge­wi­chen. Die­sen Men­schen galt es, attrak­ti­ve Alter­na­ti­ven zu bie­ten.“

Dass die Ver­lus­te ange­sichts des nie­der­län­di­schen Rück­gangs noch ver­gleichs­wei­se gering aus­fal­len, führt Beck­mann auf die posi­ti­ve Ent­wick­lung des deut­schen Markts zurück. „Der gute Herbst hat die Ver­lus­te des zwei­ten Quar­tals teil­wei­se auf­ge­fan­gen, aber nicht ganz aus­glei­chen kön­nen.“

Geziel­tes Mar­ke­ting und vor­aus­schau­en­de Posi­tio­nie­rung unter ande­rem im The­men­feld Rad­fah­ren hat laut Beck­mann die Ver­lus­te abge­fe­dert. So hat die Tou­rist-Infor­ma­ti­on im Som­mer eine ver­stärk­te Nach­fra­ge nach sport­li­chen Renn­rad- und Moun­tain­bi­ke­an­ge­bo­ten regis­triert. Auch das The­ma E-Bike ist wei­ter­hin auf dem Vor­marsch. Die­ser Ent­wick­lung leis­ten die Arbei­ten am neu­en Trail­park Vor­schub. Der Auf­trag zu die­sem Pro­jekt ist inzwi­schen an ein Inge­nieur­bü­ro erteilt. Die Fer­tig­stel­lung ist für 2014 geplant.

Auch die gute Zusam­men­ar­beit mit dem NRW Tou­ris­mus, der tou­ris­ti­schen Dach­or­ga­ni­sa­ti­on auf Lan­des­ebe­ne zei­ge Wir­kung. Die Ange­bo­te der Aktiv­Zeit Win­ter­berg ent­spre­chen genau den im Mas­ter­plan des NRW Tou­ris­mus defi­nier­ten Ziel­grup­pen. Dar­um nimmt die Tou­ris­mus­or­ga­ni­sa­ti­on des Lan­des Win­ter­berg gern als Pre­mi­um­part­ner in deren Publi­ka­tio­nen mit. „Auf Ver­öf­fent­li­chung unse­rer The­men in die­sen Orga­nen haben wir immer wie­der eine gute Nach­fra­ge regis­triert“, so Beck­mann.

Dass die Win­ter­berg­Card plus für Gäs­te ist ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um ist, sich für einen Urlaub auf dem Dach des Sauer­lan­des zu ent­schei­den, haben die zurück­lie­gen­den zwei Jah­re bereits bewie­sen. Erst­mals hat die Feri­en­welt Win­ter­berg das Ange­bot bis auf dem 3. Novem­ber ver­län­gert. „In den Herbst­fe­ri­en haben Gäs­te, die bei uns gebucht haben, gezielt nach der Card gefragt. Für vie­le von ihnen hat die­ses Ange­bot den letz­ten Aus­schlag gege­ben“, weiß Beck­mann.

Nach anfäng­li­chen gro­ßen Ver­lus­ten ist nun Licht am Hori­zont zu sehen, so die ein­hel­li­ge Mei­nung deut­scher und nie­der­län­di­scher Tou­ris­mus­ex­per­ten. Obwohl die nie­der­län­di­sche Wirt­schaft nach wie vor kei­nen kla­ren Auf­wärts­trend ver­spricht, scheint sie sich lang­sam zusta­bi­li­sie­ren. „Der kras­se Ein­bruch, den wir gespürt haben, war dem ers­ten Schock­ver­hal­ten und der Unsi­cher­heit geschul­det, was auf die Nie­der­län­der zukommt“, weiß Beck­mann. „Für unse­re Gäs­te ist die Situa­ti­on jetzt kla­rer. Das führt dazu, dass wie­der vor­sich­tig Aus­ga­ben getä­tigt wer­den.“

Vor dem Hin­ter­grund des Erleb­ten ist es laut Beck­mann umso wich­ti­ger, sich nicht von einer tra­di­tio­nel­len Quell­re­gi­on abhän­gig zu machen, son­dern auf neue Märk­te zu kon­zen­trie­ren. Das der­zei­ti­ge Plus von fast 30 Pro­zent bei den däni­schen Gäs­ten sei zwar eine Ver­än­de­rung auf nied­ri­gem Niveau, zei­ge jedoch, dass auch jen­seits der klas­si­schen Märk­te Poten­zi­al vor­han­den sei. Bereits vor drei Jah­ren habe Win­ter­berg mit einem klei­nen däni­schen Rei­se­ver­an­stal­ter im Bereich Ski und Motor­rad zusam­men­ge­ar­bei­tet. Jetzt wol­len die Win­ter­ber­ger den däni­schen Markt mit Unter­stüt­zung der Deut­schen Zen­tra­le für Tou­ris­mus bear­bei­te­ten. Ers­te Maß­nah­men sind bereits erfolg­reich ange­lau­fen.