Neue Impul­se für Inte­gra­ti­ons­ar­beit im Hoch­sauer­land­kreis Fünf­te Inte­gra­ti­ons­kon­fe­renz in Mesche­de

30. Mai 2013
von Redaktion

126325VHoch­sauer­land­kreis. Neue Impul­se für den Inte­gra­ti­ons­pro­zess im Hoch­sauer­land­kreis: Das 2008 ver­ab­schie­de­te Inte­gra­ti­ons­kon­zept wird neu auf­ge­legt. Drei Arbeits­krei­se (Bil­dung und Spra­che, Kul­tur und Ehren­amt, Will­kom­mens­kul­tur und Ver­net­zung) wer­den im Juni über die lang­fris­ti­gen Zie­le der Inte­gra­ti­ons­ar­beit dis­ku­tie­ren und fest­le­gen, wel­che kon­kre­ten Inte­gra­ti­ons­be­mü­hun­gen sinn­voll sind. Am 17. Sep­tem­ber sol­len die Ergeb­nis­se prä­sen­tiert wer­den. Das sind die wich­tigs­ten Erkennt­nis­se aus der fünf­ten Inte­gra­ti­ons­kon­fe­renz des Hoch­sauer­land­krei­ses, zu der Land­rat Dr. Karl Schnei­der rund 100 Teil­neh­mer im Kreis­haus Mesche­de begrüß­te.

 

„Das Enga­ge­ment von Orga­ni­sa­tio­nen, Schu­len, aus­län­di­schen Ver­ei­nen, frei­en Trä­gern und moti­vier­ten Men­schen, die sich an der Inte­gra­ti­ons­ar­beit betei­li­gen möch­ten, soll­te kei­ne Gren­zen ken­nen“, sag­te der Land­rat. Eine gro­ße Viel­falt sei not­wen­dig, um die Her­aus­for­de­run­gen des demo­gra­fi­schen  Wan­dels anneh­men zu kön­nen. Der Land­rat stell­te das Mot­to der fünf Inte­gra­ti­ons­kon­fe­ren­zen „Zusam­men­wach­sen im Hoch­sauer­land­kreis“ in den Blick­punkt. „Es gibt vie­le Mög­lich­kei­ten, um Inte­gra­ti­on gemein­sam zu leben: im Eltern­bei­rat eines Kin­der­gar­tens oder einer Schu­le, in einem Sport­ver­ein, in den demo­kra­ti­schen Par­tei­en oder auch in der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr“, sag­te Dr. Schnei­der.

 

Der Hoch­sauer­land­kreis beglei­tet und för­dert den Inte­gra­ti­ons­pro­zess mit sei­nem Inte­gra­ti­ons­bü­ro und in Zukunft mit dem kom­mu­na­len Inte­gra­ti­ons­zen­trum, das nach ein­stim­mi­gem Beschluss des Kreis­ta­ges ein­ge­rich­tet wird und zu Beginn des kom­men­den Schul­jah­res sei­ne Arbeit auf­neh­men soll. Kreis­di­rek­tor Dr. Klaus Dra­then nann­te die Inte­gra­ti­on einen „wirk­li­chen Manage­ment-Pro­zess“. Nach der erfolg­rei­chen Arbeit der ver­gan­ge­nen Jah­re sei­en jetzt wei­te­re und tie­fe­re Schrit­te nötig, um den Inte­gra­ti­ons-Pro­zess vor­an zu trei­ben. Dr. Dra­then wies auf das Teil­ha­be- und Inte­gra­ti­ons­ge­setz in Nord­rhein-West­fa­len hin, mit dem das Land neue Akzen­te setzt. Die kom­mu­na­len Inte­gra­ti­ons­zen­tren sol­len die Quer­schnitt­auf­ga­be Inte­gra­ti­on und die Bil­dung in das Inte­gra­ti­ons­ge­sche­hen ein­bet­ten. Die bestehen­den Inte­gra­ti­ons-Ange­bo­te der Städ­te und Gemein­den sol­len ver­stärkt, nicht aber ersetzt wer­den. In den Mit­tel­punkt der Arbeit rücken zunächst die The­men „Inte­gra­ti­on durch Bil­dung mit­tels Eltern­bil­dung“, „Eltern­ar­beit“ und „Inte­gra­ti­on als Quer­schnitt­auf­ga­be mit­tels inter­kul­tu­rel­ler Arbeit im Ver­eins­we­sen“.

 

In Sachen Bil­dung sind Migran­ten nach wie vor benach­tei­ligt. Der Anteil der aus­län­di­schen Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die im Hoch­sauer­land­kreis ohne Haupt­schul­ab­schluss die Schu­le ver­las­sen, ist mit etwa 18 Pro­zent noch immer unver­hält­nis­mä­ßig hoch. „Nicht zuletzt vor dem Hin­ter­grund des demo­gra­fi­schen Wan­dels und des dro­hen­den Fach­kräf­te­man­gels muss es ein Ziel sein, die Qua­li­tät der erreich­ten Schul­ab­schlüs­se zu ver­bes­sern und alle Jugend­li­chen aus­bil­dungs­reif zu machen“, sag­te Dr. Dra­then. Des­halb sei für das Kom­mu­na­le Inte­gra­ti­ons­zen­trum die ange­streb­te Zusam­men­ar­beit mit dem Bil­dungs­bü­ro beson­ders wich­tig. Der Kreis­di­rek­tor lob­te ins­be­son­de­re das hohe Enga­ge­ment und Inter­es­se aller Teil­neh­mer der Kon­fe­renz.

 

Auch Bülent Ars­lan, Direk­tor des imap-Insti­tuts (Düs­sel­dorf), das den Inte­gra­ti­ons-Pro­zess im Hoch­sauer­land­kreis beglei­tet, stell­te in sei­nem Impuls­re­fe­rat den Fach­kräf­te­man­gel beson­ders her­aus. „Krei­se und Städ­te müs­sen in den nächs­ten Jah­ren gro­ße Anstren­gun­gen unter­neh­men, um mehr qua­li­fi­zier­te Arbeits­kräf­te aus dem Aus­land zu gewin­nen“, sag­te Ars­lan. „Attrak­ti­ve Regio­nen set­zen auf Tech­no­lo­gie, Talen­te und Tole­ranz“, so Ars­lan wei­ter. Damit Men­schen mit Zuwan­de­rungs­ge­schich­te sich in einem neu­en Umfeld hei­misch füh­len, sei es wich­tig, eine Will­kom­mens­kul­tur zu eta­blie­ren.

 

Infor­ma­ti­on: Hoch­sauer­land­kreis, Inte­gra­ti­ons­bü­ro, Tere­sa Lah­me, Tele­fon 0291/94–1391, E-Mail: teresa.lahme@hochsauerlandkreis.de