Nel­li­us­stra­ße in Sun­dern bekommt neu­en Namen – Die Abstim­mungs­be­tei­li­gung lag bei 15 Prozent

6. Mai 2014
von Redaktion

Bür­ger­ent­scheid über Stra­ßen­um­be­nen­nung ungültig

NelliusstraSun­dern Ein Bür­ger­be­geh­ren ver­such­te es zu ver­hin­dern, doch der Bür­ger­ent­scheid dar­über war ungül­tig. Die Nel­li­us­stra­ße in Sun­dern bekommt einen neu­en Namen. In einem heu­te zu Ende gegan­ge­nen Bür­ger­ent­scheid votier­ten zwar 50,8 Pro­zent der Abstim­men­den gegen die Umbe­nen­nung der Stra­ße, jedoch ver­fehl­te das Bür­ger­be­geh­ren hier­zu die vor­ge­schrie­be­ne Min­dest­zu­stim­mung von 20 Pro­zent aller Stimm­be­rech­tig­ten. Die Abstim­mungs­be­tei­li­gung lag bei 15 Prozent.

 

„Die schlech­ten Abstim­mungs­be­din­gun­gen haben zur nied­ri­gen Betei­li­gung bei­getra­gen“, meint Alex­an­der Trenn­heu­ser, Lan­des­ge­schäfts­füh­rer der Initia­ti­ve „Mehr Demo­kra­tie“. Zu Beginn des Bür­ger­ent­scheids hat­te der Ver­ein bemän­gelt, dass die Stimm­ab­ga­be seit dem 22. April nur im Rat­haus mög­lich war. Wer sei­ne Stim­me per Brief abge­ben woll­te, muss­te die Unter­la­gen dazu trotz stark ein­ge­schränk­ter Urnen­ab­stim­mung erst anfor­dern. Über die Inter­net­sei­te der Stadt war die­se aus „tech­ni­schen Grün­den“ nicht möglich.

 

„Das aktu­el­le Bei­spiel in Sun­dern zeigt, dass hohe Abstim­mungs­hür­den dazu ver­füh­ren, die Betei­li­gung an Bür­ger­ent­schei­den zu erschwe­ren, um Bür­ger­be­geh­ren damit ein Bein zu stel­len“, kom­men­tiert Trenn­heu­ser das Abstim­mungs­er­geb­nis. Nur Bür­ger­ent­schei­de ohne Hür­den sei­en eine Garan­tie dafür, dass auch die Geg­ner eines Bür­ger­be­geh­rens ihre Anhän­ger mobi­li­sie­ren, statt auf ein Schei­tern des Begeh­rens am Quo­rum zu set­zen. „Ohne Abstim­mungs­hür­de wäre die Abstim­mung viel­leicht anders aus­ge­gan­gen“, sagt Trennheuser.

 

Aus­lö­ser des Bür­ger­ent­scheids war eine Ent­schei­dung des Rats­aus­schus­ses für Schu­le, Sport und Kul­tur zur Umbe­nen­nung der Stra­ße. Dem namens­ge­ben­den Musi­ker und Kom­po­nis­ten Georg Nel­li­us wird vor­ge­wor­fen, Musik zum Trans­port­mit­tel sei­ner natio­na­lis­ti­schen und völ­ki­schen Hal­tung gemacht zu haben. Bür­ger­meis­ter und Rats­frak­tio­nen zitie­ren Nel­li­us in ihrer Argu­men­ta­ti­on gegen das Bür­ger­be­geh­ren mit den Wor­ten, dass er Hit­ler als Schmied der deut­schen Gegen­wart und Zukunft bewun­de­re und ver­eh­re. „Ich beken­ne mich so zu Adolf Hit­ler, wie all mei­ne künst­le­ri­schen Arbei­ten in ihrer Stoff­nah­me und Ziel­set­zung den hei­li­gen Glau­ben an Deutsch­land stets bekun­den und immer wie­der erwei­sen wer­den“, schrieb der Musi­ker 1934. Nel­li­us sei also kein Mit­läu­fer, son­dern ein über­zeug­ter Pro­pa­gan­da­kom­po­nist gewesen.

 

Die neu­en Erkennt­nis­se über die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Gesin­nung des Namens­ge­bers Georg Nel­li­us recht­fer­tig­ten kei­ne Umbe­nen­nung, mei­nen die Initia­to­ren des Bür­ger­be­geh­rens. Der Kom­po­nist habe nie­man­dem bewusst gescha­det, kei­nen Men­schen denun­ziert und sich nicht berei­chert, er habe nur kom­po­nie­ren und sin­gen wollen.

 

Mehr Infor­ma­tio­nen: 

 

Bür­ger­ent­scheid über Nel­li­us­stra­ße in Sundern

www​.nrw​.mehr​-demo​kra​tie​.de/​s​u​n​d​e​r​n​.​h​tml

 

Die Abstim­mungs­hür­de – Hohe Hür­de zum Erfolg

www​.nrw​.mehr​-demo​kra​tie​.de/​q​u​o​r​u​m​.​h​tml