Mit dem Hub­schrau­ber gegen sau­re Böden Ruhr­ver­band lässt Wäl­der im Bereich Brunskap­pel kalken

10. November 2017
von Redaktion

Der Ruhr­ver­band hat in die­ser Woche mit der Boden­schutz­kal­kung von rund 650 Hekt­ar Wald­flä­che im Sauer­land begon­nen. Der etwa 14 Tage dau­ern­de Ein­satz betrifft vor allem die Berei­che Bre­me­cke­tal und Brunskap­pel. Fuß­gän­ger müs­sen sich ledig­lich auf tage­wei­se gesperr­te Wege ein­stel­len. Die Aus­brin­gung des Kalks geschieht per Hub­schrau­ber, dadurch kann auch unweg­sa­mes Gelän­de gleich­mä­ßig und in ent­spre­chen­der Dosis gekalkt wer­den. Für einen Hekt­ar Wald­bo­den wer­den drei Ton­nen Kalk benö­tigt, das heißt, ins­ge­samt wer­den rund 1.500 Ton­nen Kalk über den Wäl­dern verteilt.

Foto: Ruhr­ver­band

Der Wald­bo­den ist der Lebens­raum für Pflan­zen, Tie­re und Mikro­or­ga­nis­men. Sei­ne Fähig­keit, Regen­was­ser zu spei­chern, trägt dazu bei, die Aus­wir­kun­gen von Stark­re­gen und Hoch­was­sern zu mil­dern. Auch bei Sturm sorgt ein gesun­der Boden dafür, dass das Wur­zel­werk der Bäu­me einen fes­ten Halt hat. Durch Emis­sio­nen, bei­spiels­wei­se aus Stra­ßen­ver­kehr und Indus­trie, ent­steht so genann­ter sau­rer Regen. Da Bäu­me die Säu­ren aus der Luft fil­tern, ver­sau­ern Wald­bö­den mehr als ande­re Böden. Das ist schäd­lich für die Boden­le­be­we­sen und das Fein­wur­zel­sys­tem. Um dies zu ver­hin­dern, lässt der Ruhr­ver­band nun sei­ne Wäl­der an der Möh­ne­tal­sper­re kal­ken. Koh­len­saurer Magne­si­um­kalk ist ein natür­li­ches und effek­ti­ves Vor­beu­ge- und Heil­mit­tel gegen sau­re Böden. Er neu­tra­li­siert die im Boden ange­rei­cher­ten Säu­ren und sta­bi­li­siert den pH-Wert.

Foto: Ruhr­ver­band

Der Kalk lagert zunächst auf dem Wald­bo­den, mit dem nächs­ten Regen wird er von der obers­ten Boden­schicht auf­ge­nom­men. Die kleins­ten Par­ti­kel wir­ken rela­tiv schnell, die grö­be­ren Kör­ner lösen sich nur lang­sam auf und bil­den somit ein nach­hal­ti­ges Puf­fer­de­pot.  Die Wald­kal­kung per Hub­schrau­ber kos­tet 237 Euro pro Hekt­ar. Über ein spe­zi­el­les För­der­pro­gramm, das durch das zustän­di­ge Regio­nal­forst­amt Soest-Sauer­land des Lan­des­be­triebs Wald und Holz abge­wi­ckelt wird, tra­gen das Land NRW und die Euro­päi­sche Uni­on 70 Pro­zent der Net­to­kos­ten. Die­se öffent­li­che För­de­rung der Boden­schutz­maß­nah­me beruht auf der Erkennt­nis, dass die von der Gesell­schaft ver­ur­sach­ten Emis­sio­nen in hohem Maße zum sau­ren Regen beitragen.

Foto: Ruhr­ver­band

Der Ruhr­ver­band hat zuletzt vor zwei Jah­ren sei­ne Wald­flä­chen rund um die Möh­ne­tal­sper­re kal­ken las­sen. Für die Zukunft sind – je nach Ent­wick­lung der pH-Wer­te des Bodens – regel­mä­ßi­ge Kal­kun­gen an den gro­ßen Tal­sper­ren im Sauer­land geplant.

Das Pro­jekt wird unter­stützt aus Mit­teln des Euro­päi­schen Land­wirt­schafts­fonds für die Ent­wick­lung des länd­li­chen Raums (ELER):

Foto: Ruhr­ver­band

 

Fotos : Ruhr­ver­band  Per Hub­schrau­ber lässt der Ruhr­ver­band der­zeit – wie hier vor zwei Jah­ren an der Möh­ne­tal­sper­re – sei­ne Wald­flä­chen in den Berei­chen Bre­me­cke­tal und Brunskap­pel kal­ken. Die Maß­nah­me dient dem Schutz des Waldbodens.