Milch­markt­kri­se bringt Bau­ern zusam­men

10. März 2016
von Redaktion

750 Land­wir­te dis­ku­tie­ren im Sauer­land
michpreiseSauer­land. Mehr als 750 Bäue­rin­nen und Bau­ern folg­ten der Ein­la­dung der WLV-Milch­aus­schüs­se (West­fä­lisch-Lip­pi­scher Land­wirt­schafts­ver­band) in Süd­west­fa­len (Hoch­sauer­land, Krei­se Olpe und Sie­gen-Witt­gen­stein) gemein­sam mit den BDM-Teams (Bund deut­scher Milch­vieh­hal­ter) der­sel­ben Regi­on um die Vor­schlä­ge zur Reak­ti­on auf das anhal­ten­de Preis­tief für Milch­er­zeu­ger zu dis­ku­tie­ren. Die Land­wir­te kamen über­wie­gend aus Süd­west­fa­len, aber auch aus dem Müns­ter­land und aus dem benach­bar­ten Ober­ber­gi­schen Kreis.
Pro­mi­nen­tes­te Red­ner waren WLV-Vize­prä­si­dent Wil­helm Brüg­ge­mei­er und BDM-Vor­sit­zen­der Romu­ald Scha­ber. Dem Vor­schlag des BDM zur staat­lich gelenk­ten Men­gen­be­gren­zung durch ein „Markt­ver­ant­wor­tungs­pro­gramm“ setz­te Brüg­ge­mei­er die Arbeit des Bau­ern­ver­ban­des ent­ge­gen, die sowohl auf poli­ti­schem Wege auf die Erschlie­ßung grö­ße­rer Märk­te welt­weit setzt, als auch den Ein­zel­han­del in Deutsch­land stär­ker mit in die Ver­ant­wor­tung neh­men, die Erzeu­ger ange­mes­sen zu bezah­len.
Denn dass die zu gro­ße Men­ge den Preis der Milch am Markt drü­cke, war ein­deu­ti­ger Kon­sens der Ver­samm­lung. Gast­red­ner Bert­hold Hun­gen­bach von der Mol­ke­rei Cam­pi­na mach­te deut­lich, dass die zeit­wei­se Men­gen­be­gren­zung Anfang des Jah­res durch sei­ne Mol­ke­rei zwar mög­lich gewe­sen sei und deut­lich zu einer Redu­zie­rung der Men­ge geführt habe, aber sehr kos­ten­träch­tig und daher kein dau­er­haf­tes Instru­ment sei.
Peter Hett­lich vom NRW-MKULNV bemän­gel­te aus Sicht des Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums in Zusam­men­ar­beit mit der Land­wirt­schafts­kam­mer, dass vie­le Milch­vieh­be­trie­be deut­lich zu hohe Pro­duk­ti­ons­kos­ten hät­ten und die­sen mit einer Bera­tungs­in­itia­ti­ve begeg­net wer­den sol­le. Man konn­te sich zwar am Ende des Abends im sauer­län­di­schen Reis­te auf kei­ne gemein­sa­me Vor­ge­hens­wei­se eini­gen – deut­lich war aber das Signal aller Milch­bau­ern, dass sie „kein Geld mehr haben“ und drin­gend Hil­fe von außen brau­chen. Das hat­te Milch­bau­er Brüg­ge­mei­er bereits ein­gangs dras­tisch for­mu­liert: „Die Situa­ti­on ist des­halb auch so belas­tend für Fami­li­en, weil man an sei­nen per­sön­li­chen betrieb­li­chen Ent­schei­dun­gen zu zwei­feln beginnt.“
Foto: Bar­ba­ra Kru­se, WLV