Leser­brief: Speed4: Sport­för­de­rung oder Wer­be­ver­an­stal­tung in der Schulzeit?

20. Dezember 2013
von Redaktion

„Kin­der ren­nen Vor­ur­tei­len ein­fach davon“, WP vom 3. Dezember.

Die Speed4-Laufanlage beim Stadtfinale in Brilon

Die Spee­d4-Lauf­an­la­ge beim Stadt­fi­na­le in Brilon

Bri­lon. Die Sport­för­de­rung von Kin­dern ist ein wich­ti­ges Anlie­gen und das Unter­neh­men Speed4 begeis­tert Kin­der für den Sport. Die­sen Ein­druck erweckt zumin­dest der Bericht der WP vom 3. Dezem­ber. Ein kur­zer Besuch von Mit­glie­dern der Jun­gen Uni­on Bri­lon beim Stadt­fi­na­le am 7.12. erzeug­te jedoch ein ande­res Bild.

Die Kin­der sol­len einen knapp 16 Meter lan­gen Par­cours mög­lichst schnell lau­fen. Die­ser ein­ma­li­ge und kur­ze Sprint wird dann als „Sport­för­de­rung“ ver­kauft. Ehren­amt­li­che Ver­eins­trai­ner und Sport­leh­rer kön­nen dar­über wahr­schein­lich nur mit dem Kopf schüt­teln. Viel wich­ti­ger als der Sport sind aber die Wer­be­part­ner, die mit gro­ßen Ban­den auf sich auf­merk­sam machen. Auch der Ver­an­stal­tungs­ort, ein ört­li­ches Auto­haus, wur­de sicher nicht zufäl­lig gewählt. Dem Stadt­fi­na­le vor­aus gehen für die Grund­schu­len kos­ten­lo­se Lauf­wett­be­wer­be – wäh­rend der regu­lä­ren Unter­richts­zeit. Damit die Schü­ler den Par­cours nicht nur ein­mal lau­fen, erhal­ten sie für jede Run­de einen Bon, auf dem die Lauf­zeit und das Logo eines Wer­be­part­ners abge­druckt sind. Gegen Abga­be von zwei Bons mit iden­ti­schem Fir­men­lo­go bekom­men die Kin­der dann ein Werbegeschenk.

Nach unse­rer Ein­schät­zung bewegt sich Speed4 mit den Lauf­ver­an­stal­tun­gen in einer recht­li­chen Grau­zo­ne. Das Schul­ge­setz NRW ver­bie­tet Wer­bung, die nicht schu­li­schen Zwe­cken dient, grund­sätz­lich. Aus unse­rer Sicht steht bei die­sen Lauf­ver­an­stal­tun­gen nicht die Sport­för­de­rung im Vor­der­grund, son­dern die Wer­bung für die Spee­d4-Part­ner. Des­halb wer­den wir eine Dis­kus­si­on zu dem The­ma in der nächs­ten Sit­zung des Schul- und Sport­aus­schus­ses bean­tra­gen. Nach unse­rer Mei­nung soll­ten die Stadt und die Schu­len sol­chen Wer­be-Ver­an­stal­tun­gen eine Absa­ge erteilen.

Unter­zeich­ner für die Jun­ge Uni­on Bri­lon: Jan Hil­ken­bach Tho­mas Becker Cora Men­ge­ring­hau­sen Juli­an Will­mes Lukas Kraft

 

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