Lebens­mit­tel­über­wa­chung * Wie funk­tio­niert sie in Deutsch­land, wie in NRW, wie im Hochsauerlandkreis?

26. August 2013
von Redaktion

Lebens­mit­tel­über­wa­chung * Wie funk­tio­niert sie in Deutsch­land, wie in NRW, wie im Hochsauerlandkreis?

Hoch­sauer­land­kreis. Im ver­gan­ge­nen März berich­te­te *Spie­gel online“, der obers­te Lebens­mit­tel­kon­trol­leur kri­ti­sie­re, in Deutsch­land herrsch­ten jetzt *Zustän­de wie im vori­gen Jahr­hun­dert“. Der Chef vom Bun­des­ver­band der Lebens­mit­tel­kon­trol­leu­re (BVLK) Mar­tin Mül­ler beklage:

*Die Län­der und Kom­mu­nen, die für die Lebens­mit­tel­kon­trol­le ver­ant­wort­lich sind, haben lei­der kein Inter­es­se an tief­grei­fen­den Ver­än­de­run­gen und schüt­zen lie­ber die hei­mi­sche Wirt­schaft. Nach wie vor lie­gen vie­le Daten nur hand­schrift­lich vor, einen bun­des­wei­ten Aus­tausch gibt es nicht.“

 

Sie­he:

http://​www​.spie​gel​.de/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​s​e​r​v​i​c​e​/​o​b​e​r​s​t​e​r​-​l​e​b​e​n​s​m​i​t​t​e​l​k​o​n​t​r​o​l​l​e​u​r​-​r​e​c​h​n​e​t​-​m​i​t​-​p​o​l​i​t​i​k​e​r​n​-​a​b​-​a​-​8​8​7​5​2​7​.​h​tml

 

 

Der WDR knöpf­te sich dann im April in der Sen­dung *Rat­ge­ber“ die Lebens­mit­tel­über­wa­chung vor.

Ein Klick:

http://​www1​.wdr​.de/​t​h​e​m​e​n​/​r​a​t​g​e​b​e​r​/​l​e​b​e​n​s​m​i​t​t​e​l​k​o​n​t​r​o​l​l​e​1​1​2​.​h​tml

* und meh­re­re Zitate:

*Neben den ca. 70.000 Ein­zel­händ­lern in NRW wer­den unter ande­rem auch Erzeu­ger im Lebens­mit­tel­be­reich, Abpack­be­trie­be, Ver­triebs­un­ter­neh­men oder Trans­por­teu­re regel­mä­ßig kon­trol­liert. Dafür sind in NRW 51 Lebens­mit­tel­über­wa­chungs­äm­ter in den 30 Krei­sen, 22 kreis­frei­en Städ­ten und der Städ­te­re­gi­on Aachen zustän­dig. Die Ämter sol­len sich durch regel­mä­ßi­ge Über­prü­fun­gen davon über­zeu­gen, dass die Vor­schrif­ten ein­ge­hal­ten werden.

Dazu schi­cken sie die Pro­ben ent­we­der in eines der sechs kom­mu­na­len Che­mi­schen und Lebens­mit­tel­un­ter­su­chungs­äm­ter (CVUA), in ein staat­li­ches Vete­ri­när­un­ter­su­chungs­amt oder eines der vier Che­mi­schen und Vete­ri­när­un­ter­su­chungs­äm­ter Ost­west­fa­len-Lip­pe, Rhein-Ruhr-Wup­per, Müns­ter­land-Emscher-Lip­pe oder Rheinland.

Wer­den Ver­stö­ße fest­ge­stellt, so obliegt es der zustän­di­gen Behör­de, also den Ämtern auf Kreis­ebe­ne, ent­spre­chen­de Maß­nah­men zu ergreifen.

Die­se rei­chen von Ver­war­nun­gen über Buß­gel­der bis hin zur Beschlag­nah­me der Ware oder Schlie­ßung des Betrie­bes. “Das Sys­tem ist in NRW so kon­stru­iert, dass es voll­kom­men in der Hand der Kom­mu­ne ist”, erklärt und kri­ti­siert Mat­thi­as Wolf­s­chmidt, stell­ver­tre­ten­der Geschäfts­füh­rer der Orga­ni­sa­ti­on Food­watch. Sei­ner Erfah­rung nach wer­de in den Land­krei­sen häu­fig poli­tisch ent­schie­den, eine mög­li­che Stra­fe für einen regio­na­len Betrieb nicht oder nur abge­schwächt zu ver­hän­gen, weil es dabei auch immer um Arbeits­plät­ze oder Gewer­be­steu­ern gin­ge. So hän­ge auch die Fra­ge, ob man Aus­kunft zu bestimm­ten Pro­ben bekom­me, in NRW sehr von ein­zel­nen Per­so­nen in den kom­mu­na­len Ämtern ab. “Das ist wie Kraut und Rüben”, kri­ti­siert Wolf­s­chmidt. Das sehen die Lebens­mit­tel­kon­trol­leu­re in NRW ähn­lich. “Es gibt zum Bei­spiel kei­ne zen­tra­le Datei, wo man nach­schau­en kann, ob ein Betrieb schon ein­mal auf­fäl­lig gewor­den ist”, beklagt Wal­ter Baken­sie­fer, Vor­sit­zen­der des Bezirks­ver­ban­des der Lebens­mit­tel­kon­trol­leu­re im Rhein-Sieg-Kreis. Der Vor­sit­zen­de des Bun­des­ver­ban­des der Lebens­mit­tel­kon­trol­leu­re, Mar­tin Mül­ler, for­dert sogar “eine Art Lebens­mit­tel-Euro­pol”. Es sei Zeit für eine Ent­fö­de­ra­li­sie­rung der Lebens­mit­tel­kon­trol­len und eine Bün­de­lung der Kräf­te, so Müller.“

 

Rein­hard Loos, Kreis­tags­mit­glied der Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL/FW) for­der­te schon mehr­fach, der Hoch­sauer­land­kreis sol­le die Zahl sei­ner Lebens­mit­tel­kon­trol­leu­re erhö­hen. Doch weder bei der Ver­wal­tung noch bei den Mehr­heits­frak­tio­nen fand er dafür Unter­stüt­zung. Der nächs­te Lebens­mit­tel­skan­dal lau­ert bestimmt schon an der nächs­ten Ecke? Dar­um stell­te die SBL am 20. August 2013 eine neue Anfra­ge an den Landrat:

Anfra­ge gemäß § 11 Abs. 1 der Geschäfts­ord­nung des Kreistags

The­ma: Lebensmittelkontrollen

 

Sehr geehr­ter Herr Landrat,

sehr geehr­ter Herr Ausschussvorsitzender,

 

am 21.12.2011 ant­wor­te­ten Sie u.a. auf die Anfra­ge der Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL/FW) vom 20.12.2011 zu *Dioxin in Nah­rungs- Fut­ter­mit­teln“, der Hoch­sauer­land­kreis beschäf­ti­ge seit meh­re­ren Jah­ren fünf Lebens­mit­tel­kon­trol­leu­re in Voll­zeit. Des Wei­te­ren ging aus Ihrer Ant­wort her­vor, dass ein Lebens­mit­tel­kon­trol­leur auf­grund einer Erkran­kung für ca. 6 Mona­te aus­ge­fal­len war, sodass sich die geleis­te­ten Arbeits­stun­den in der Lebens­mit­tel­kon­trol­le im Jahr 2011 auf ca. 7.100 h beliefen.

 

Wie stellt sich die Situa­ti­on nach über 1 ½ Jah­ren dar? Daher bit­te ich erneut um die Beant­wor­tung der Fragen:

 

1. Wie vie­le Lebens­mit­tel­kon­trol­leu­re sind jetzt beim Hoch­sauer­land­kreis ganz­tags und/​oder in Teil­zeit beschäftigt?

 

2. Wie vie­le Lebens­mit­tel­kon­trol­leu­re ste­hen dem HSK somit im Ver­hält­nis zum lan­des­wei­ten Per­so­nal­durch­schnitt zur Verfügung

 

3. Wie hoch ist die Zahl der geleis­te­ten Arbeits­stun­den in der Lebens­mit­tel­kon­trol­le im Jahr 2012, wie hoch sind sie bis­her im lau­fen­den Jahr?

 

4. Wie vie­le Lebens­mit­tel- und Fut­ter­pro­du­zen­ten wur­den im Jahr 2012, wie vie­le im lau­fen­den Jahr durch Mit­ar­bei­te­rIn­nen des Kreis­ve­te­ri­när­am­tes oder beauf­trag­ter Sach­ver­stän­di­ger überwacht?

(Bit­te um Anga­be der Anzahl der Kon­trol­len und der Art der Betriebe.)

 

5. Wie vie­le und wel­che Auf­fäl­lig­kei­ten wur­den regis­triert und ggf.

geahn­det?

 

6. Beab­sich­tigt der HSK im Lebens­mit­tel­über­wa­chungs­be­reich wei­te­re Lebens­mit­tel­kon­trol­leu­re aus­zu­bil­den und/​oder zu beschäftigen?

 

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL/FW)