Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Gerd Stütt­gen führ­te Gespräch mit Poli­zei­füh­rung im HSK

24. November 2016
von Redaktion

stu-opHoch­sauer­land­kreis. Die Sicher­heits­la­ge im Hoch­sauer­land­kreis stand im Mit­tel­punkt eines Gesprächs des hei­mi­schen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Gerd Stütt­gen mit Klaus Bun­se, Poli­zei­di­rek­tor (PD) sowie Abtei­lungs­lei­ter Poli­zei im Hoch­sauer­land­kreis. Wei­te­rer Gesprächs­part­ner aus der Pra­xis war der Ers­te Poli­zei­haupt­kom­mis­sar (EPHK) Rudolf Fig­gen, seit Sep­tem­ber die­sen Jah­res Wach­lei­ter der Poli­zei­wa­che in Arns­berg, der mit 60 Poli­zis­tin­nen und Poli­zis­ten größ­ten Poli­zei­wa­che im HSK. Der erfah­re­ne EPHK Fig­gen berich­te­te von sei­nen Erfah­run­gen aus sei­ner lang­jäh­ri­gen Pra­xis als Wach­lei­ter, u. a. der Poli­zei­wa­chen in Sun­dern und Mesche­de. Dar­über hin­aus inter­es­sier­te sich der Abge­ord­ne­te Stütt­gen für Fig­gens kürz­lich abge­schlos­se­nen Fron­tex-Ein­satz auf der Insel Les­bos in Grie­chen­land.  Kon­sens zwi­schen den Gesprächs­part­nern war, dass die Anzahl der Poli­zei­be­am­ten im Hoch­sauer­land­kreis nicht wei­ter redu­ziert wer­den darf. PD Klaus Bun­se beton­te, dass für die Gewähr­leis­tung der Sicher­heit im Hoch­sauer­land­kreis als Flä­chen­kreis alle Poli­zei­wa­chen erhal­ten blei­ben müss­ten. Not­wen­dig hier­für sei eine stär­ke­re Berück­sich­ti­gung des Flä­chen­an­sat­zes bei der Per­so­nal­ver­tei­lung, dar­in waren sich Bun­se und Stütt­gen einig. Gerd Stütt­gen: „Zwar hat die rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung mit der mas­si­ven Auf­sto­ckung von Per­so­nal und Ein­satz­fahr­zeu­gen sehr viel für die Sicher­heit der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in NRW getan. Das ist aber noch opti­mier­bar, ins­be­son­de­re in Flä­chen­krei­sen wie dem Hoch­sauer­land­kreis. Das betrifft glei­cher­ma­ßen die Ver­tei­lung des Per­so­nals wie die der Ein­satz­fahr­zeu­ge.“ Nur mit aus­rei­chend Poli­zei und Ein­satz­fahr­zeu­gen kön­ne die Poli­zei ihrer Auf­ga­be adäquat nach­kom­men.
PD Klaus Bun­se und EPHK Rudolf Fig­gen unter­stri­chen die Wich­tig­keit der poli­zei­li­chen Prä­senz vor Ort. Ver­bre­chen wür­den so zumin­dest erschwert. Zudem sor­ge eine sicht­ba­re Poli­zei für ein höhe­res sub­jek­ti­ves Sicher­heits­ge­fühl der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Das sei ange­sichts zuneh­men­der Bedro­hun­gen in der Welt durch den Ter­ror und die gestie­ge­ne Ein­bruchs­kri­mi­na­li­tät auch sehr wich­tig. Bun­se berich­te­te, dass als Reak­ti­on auf die gestie­ge­ne Ein­bruchs­kri­mi­na­li­tät eine ope­ra­ti­ve Ein­heit im HSK gebil­det wur­de. So könn­ten Ein­brü­che schnel­ler auf­ge­klärt und letzt­lich auch eine bes­se­re Vor­beu­gung geleis­tet wer­den.
Neben den gestie­ge­nen Her­aus­for­de­run­gen im Berufs­all­tag mache den Poli­zei­be­am­tin­nen und Poli­zei­be­am­ten der abneh­men­de Respekt zu schaf­fen. EPHK Fig­gen berich­te­te über eine erhöh­te Gewalt­be­reit­schaft gegen­über Poli­zei­be­am­ten. Gerd Stütt­gen wer­te­te den man­geln­den Respekt gegen­über der Poli­zei als gesamt­ge­sell­schaft­li­ches Pro­blem und for­der­te ein kla­res Bekennt­nis der Gesell­schaft zur Poli­zei. Stütt­gen: „Es geht schließ­lich nicht an, dass die­je­ni­gen, die uns schüt­zen und hel­fen sol­len dar­an gehin­dert wer­den und über­dies selbst noch in Bedräng­nis kom­men.“
Zum Abschluss des Gesprächs berich­te­te EPHK Rudolf Fig­gen ein­ge­hend über sei­nen mehr­wö­chi­gen Fron­tex-Ein­satz auf der grie­chi­schen Insel Les­bos. Die­ser Ein­satz der Euro­päi­schen Agen­tur für die ope­ra­ti­ve Zusam­men­ar­beit an den Außen­gren­zen der Mit­glieds­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on, kurz „Fron­tex“ hat – neben dem Schutz der Außen­gren­zen – die Auf­ga­be, Geflüch­te­te vor dem Ertrin­ken zu ret­ten sowie eine geord­ne­te Regis­trie­rung der in Grie­chen­land ankom­men­den Flücht­lin­ge sicher­zu­stel­len. Rudolf Fig­gen war für die Regis­trie­rung und für die Befra­gung als Ein­lei­tung des Asyl­ver­fah­rens ein­ge­setzt. Die­se Auf­ga­be sei sinn­voll, aber auch „sehr belas­tend“ gewe­sen, erin­nert sich Fig­gen an eini­ge Schick­sa­le.
Gerd Stütt­gen lob­te die Arbeit von EPHK Rudolf Fig­gen und aller bei Fron­tex Beschäf­tig­ten:  „Ich habe gro­ßen Respekt für die­je­ni­gen, die die­se Arbeit machen. Sie ist unent­behr­lich für die Men­schen auf der Flucht. Und sie ist poli­tisch unent­behr­lich für Deutsch­land und die gesam­te EU für den Schutz der Außen­gren­zen.“ Stütt­gen weiß, dass vie­le Men­schen aus Deutsch­land ehren­amt­lich ihr Mög­lichs­tes tun, um auf dem Mit­tel­meer Men­schen­le­ben zu ret­ten. Der Innen­po­li­ti­ker Gerd Stütt­gen for­der­te daher: „Fron­tex braucht drin­gend mehr Per­so­nal, um die Auf­ga­ben zu stem­men. Was bei Fron­tex ein­ge­spart wird, kos­tet Men­schen­le­ben. Und – mit Blick auf die Gewähr­leis­tung der Inne­ren Sicher­heit spä­ter in den Mit­glieds­län­dern der EU – ver­ur­sacht das Spa­ren am fal­schen Ende auch bei uns in Deutsch­land weit­aus höhe­re Kos­ten, wenn es dar­um geht Ter­ror­an­schlä­ge von uner­kannt ein­ge­reis­ten Mit­glie­dern des IS zu ver­hin­dern.“
Abschlie­ßend bedank­te sich Gerd Stütt­gen MdL bei der Poli­zei im Hoch­sauer­land­kreis für ihre enga­gier­te und gute Arbeit für die Sicher­heit der Men­schen in der Regi­on.