Küp­pel­turm in Mesche­de Frei­enohl muss gesperrt werden

28. August 2015
von Redaktion

Schä­den in Holz­kon­struk­ti­on: Küp­pel­turm muss gesperrt werden

Mesche­de-Frei­enohl. Sicher­heit geht vor: Die Kreis- und Hoch­schul­stadt Mesche­de hat den Frei­enoh­ler Küp­pel­turm gesperrt. Bei einer Unter­su­chung eines Inge­nieur­bü­ros hat sich her­aus­ge­stellt, dass einer der vier Haupt­trag­werks­stie­le durch­ge­fault und der Küp­pel­turm im obe­ren Bereich des­halb nicht mehr stand­si­cher ist. Die Stadt­ver­wal­tung hat noch am glei­chen Tag reagiert und den Turm sowie das Umfeld gesperrt. Nun sol­len wei­te­re Unter­su­chun­gen abge­war­tet werden.

 

Der rund 25 Meter hohe Küp­pel­turm ist das Wahr­zei­chen Frei­enohls. Im Jahr 1959 wur­de er erst­mals als Holz­kon­struk­ti­on errich­tet. Als das höl­zer­ne Bau­werk nicht mehr stand­si­cher war, wur­de der Turm im Jahr 1983 von Grund auf neu auf­ge­baut. Dabei wur­de die ursprüng­li­che Kon­struk­ti­on nach den Bau­plä­nen von 1959 kom­plett in Eichen­holz mit Stahl­ver­bin­dungs­tei­len wiederhergestellt.

 

In der Fol­ge­zeit haben Fach­leu­te der Stadt­ver­wal­tung den Küp­pel­turm immer wie­der „unter die Lupe genom­men“. Klei­ne­re Schä­den wur­den dabei durch den För­der­ver­ein oder ört­li­che Zim­me­rer besei­tigt. Eine inten­si­ve fach­tech­ni­sche Unter­su­chung durch ein Inge­nieur­bü­ro gab es im Jahr 2004. Bereits damals muss­te eini­ge maro­de Holz­tei­le des Küp­pel­turms aus­ge­tauscht wer­den. Zudem wie­sen die Exper­ten dar­auf hin, dass die Kon­struk­ti­on nur noch eine mit­tel­fris­ti­ge „Rest­le­bens­dau­er“ habe – des­halb müs­se der Küp­pel­turm auch regel­mä­ßig in Augen­schein genom­men wer­den. Im Jahr 2013 wur­den noch­mals sämt­li­che Stahl­tei­le durch einen Hand­werks­be­trieb von Kor­ro­si­on befreit und neu lackiert.

 

Mit­ar­bei­ter der Stadt­ver­wal­tung, die Fach­leu­te für Holz­bau­wer­ke sind, haben den Küp­pel­turm in regel­mä­ßi­gen Abstän­den unter­sucht – im Schnitt vier­mal pro Jahr. Nach der letz­ten Sicht­prü­fung im Früh­som­mer wur­de noch­mals das Inge­nieur­bü­ro um eine inten­si­ve­re Exper­ti­se gebe­ten. Dabei hat sich bei Boh­run­gen her­aus­ge­stellt, dass der süd-öst­li­che Eck­s­tiel in einer Höhe von 17 Metern so geschä­digt ist, dass eine Stand­si­cher­heit nicht mehr gege­ben ist. Die Schä­di­gung ist von außen nicht erkenn­bar. „Holz als Bau­stoff hat aber eine beschränk­te Lebens­dau­er“, weiß Heinz Hie­ge­mann, Lei­ter des Fach­be­reichs Infra­struk­tur. Ins­be­son­de­re bei Ver­bin­dun­gen mit ande­ren Bau­tei­len – wie etwa Stahl­ver­bin­dungs­stü­cken – wird das Holz Feuch­tig­keit aus­ge­setzt, was lang­fris­tig zu Fäul­nis führt.

 

Die Stadt­ver­wal­tung hat dar­auf­hin sofort ent­schie­den, den Küp­pel­turm sowie das Umfeld zu sper­ren und dar­über auch den För­der­ver­ein in Frei­enohl infor­miert. Nun soll der end­gül­ti­ge Bericht des Inge­nieur­bü­ros abge­war­tet wer­den – er wird auch Hand­lungs­vor­schlä­ge ent­hal­ten, wie es mit dem Küp­pel­turm wei­ter­ge­hen kann.

 

Die Sper­rung des Küp­pel­turms sei wegen der hohen Bedeu­tung für Frei­enohl bedau­er­lich, so Bür­ger­meis­ter Uli Hess – den­noch dür­fe man beim The­ma Sicher­heit kei­ne Kom­pro­mis­se machen: „Gera­de weil es sich um ein Frei­enoh­ler Wahr­zei­chen han­delt, muss aus­ge­schlos­sen wer­den, dass hier mög­li­cher­wei­se sogar Men­schen zu Scha­den kommen.“