Kreis­tag beschloss Zukunfts­pro­gramm

18. April 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Im Mit­tel­punkt der Kreis­tags­sit­zung am 12. April stand die Beschluss­fas­sung über das Zukunfts­pro­gramm. Die war ursprüng­lich schon für die Kreis­tags­sit­zung am 14.12.2012 geplant, wur­de dann aber auf Antrag der SBL ver­scho­ben. So konn­ten die zahl­rei­chen Ände­rungs­an­trä­ge, die aus dem Kreis­tag und von Städ­ten und Gemein­den ein­ge­bracht wur­den, zunächst in den Aus­schüs­sen des Kreis­tags bera­ten wer­den. Dadurch konn­ten vie­le Ver­bes­se­run­gen ein­ge­bracht wer­den. Aller­dings wur­den in den Aus­schüs­sen fast nur die Vor­schlä­ge der Ver­wal­tung abge­hakt; inhalt­li­che Dis­kus­sio­nen hat­ten Sel­ten­heits­wert.

“Der Hoch­sauer­land­kreis ent­wi­ckelt mit sei­nem Zukunfts­pro­gramm abge­stimm­te Stra­te­gi­en für die kom­men­den Jah­re. Zukünf­ti­ges Han­deln soll sich nicht nur auf aktu­el­le Hand­lungs­er­for­der­nis­se bezie­hen, son­dern ver­stärkt die Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft in den Blick neh­men und dafür Lösungs­an­sät­ze fin­den.” heißt es im 1. Absatz der Ein­lei­tung.
Dazu leis­tet das Pro­gramm auch wert­vol­le Bei­trä­ge. Scha­de ist aller­dings, dass vie­le Chan­cen unge­nutzt blie­ben. Als Bei­spie­le dafür hier der Hin­weis auf 8 Anträ­ge der SBL, die alle kei­ne Berück­sich­ti­gung fan­den:
Im Kreis­ge­biet sol­len alle Schul­for­men ange­bo­ten wer­den (bis­her ist der HSK der ein­zi­ge aller 53 Krei­se in NRW, in dem es kei­ne ein­zi­ge Gesamt­schu­le gibt).
100% des im Kreis­ge­biet ver­brauch­ten Stro­mes soll aus erneu­er­ba­ren Ener­gi­en erzeugt wer­den (die­ses Ziel ist in NRW nur im HSK erreich­bar, denn es ver­fügt über eine sehr gro­ße Flä­che, eine gerin­ge Sied­lungs­dich­te und auf­grund sei­ner Höhen­la­ge über sehr güns­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für Wind­kraft und Was­ser­kraft; mit dem 100%-Ziel für den HSK könn­ten die viel ungüns­ti­ge­ren Bedin­gun­gen z.B. im Ruhr­ge­biet etwas aus­ge­gli­chen wer­den, um lan­des­weit einen 15prozentigen Strom­an­teil aus Erneu­er­ba­ren Ener­gi­en zu errei­chen)
Der Kreis soll Vor­bild sein und für sei­ne eige­nen Gebäu­de Strom nur aus Erneu­er­ba­ren Ener­gi­en bezie­hen.
Es soll­ten ein­heit­li­che Kin­der­gar­ten­bei­trä­ge für das gesam­te Kreis­ge­biet ange­strebt wer­den, zur Gleich­wer­tig­keit der finan­zi­el­len Rah­men­be­din­gun­gen.
Die Aus­län­der­be­hör­de des HSK soll­te ihre Aus­rich­tung von der mit­un­ter zu beob­ach­ten­den “Abschie­be­be­hör­de” hin zu einer “Will­kom­mens­kul­tur” ändern.
Der Kreis soll­te in allen Poli­tik­be­rei­chen (z.B. Unte­re Land­schafts­be­hör­de) das Ziel ver­fol­gen, den “Flä­chen­fraß” zu sen­ken, indem mehr Sanie­rung von Bestands­bau­ten erfol­gen und weni­ger Neu­bau­ge­bie­te aus­ge­wie­sen wer­den.
Es soll­te eine kon­se­quen­te­re Über­wa­chung der Qua­li­tät der Böden und Gewäs­ser statt­fin­den, zum Schutz vor gif­ti­gen Che­mi­ka­li­en wie z.B. PFT.
Es soll­te kreis­weit ein (vom Land NRW erheb­lich bezu­schuss­tes) Sozi­al­ti­cket ein­ge­führt wer­den, um die Mobi­li­tät auch für ein­kom­mens­schwa­che Bevöl­ke­rungs­grup­pen zu sichern.

Lei­der gab es auch in der Sit­zung des Kreis­tags für kei­nen die­se Anträ­ge Unter­stüt­zung. Des­we­gen hat sich das Kreis­tags­mit­glied der SBL in der Schluss­ab­stim­mung über das Zukunfts­pro­gramm ent­hal­ten.

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)