Kom­post – Noch nie Auf­fäl­lig­kei­ten? Kei­ne Beanstandung?

26. April 2014
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Der Betriebs­lei­ter des Kom­post­wer­kes Helle­fel­der Höhe hat in meh­re­ren Medi­en eine Stel­lung­nah­me zu unse­rem Bericht über die Ent­sor­gung von ver­un­rei­nig­tem Kom­post in einer Wald­schnei­se bei Sun­dern-Seid­feld ver­öf­fent­licht. Sie ist. z.B. hier nach­zu­le­sen. Dar­in heißt es u.a.:
In den 15 Jah­ren des Betriebs sind hier noch nie Auf­fäl­lig­kei­ten aufgetreten …
Hier ist auch kei­ne Fehl­char­ge oder durch Betriebs­stö­rung ent­stan­de­ne Men­ge auf­ge­bracht wor­den. Die Ver­un­rei­ni­gun­gen sind unter­halb der Grenzwerte …
Die Kon­trol­le des HSK nach der Anzei­ge durch SBL hat auch zu kei­ner Bean­stan­dung geführt.

Dazu unse­re Stellungnahme:

Die SBL/FWSBL-Logo – hat kei­ne Anzei­ge gegen das Kom­post­werk Helle­fel­der Höhe erstat­tet, son­dern eine Anfra­ge an den Land­rat gestellt, ob die Kom­post­auf­brin­gung im Wald­ge­biet der Seid­fel­der Höhe so in Ord­nung war. So etwas gehört zum lau­fen­den Geschäft einer dem Kreis­tag ange­hö­ren­den Wäh­ler­ver­ei­ni­gung. Wir machen davon Gebrauch, wenn wir aus der Bevöl­ke­rung auf Miß­stän­de auf­merk­sam gemacht wer­den. Die Anfra­ge habe wir übri­gens bereits im Febru­ar 2014 gestellt, also lan­ge vor dem Wahl­ter­min am 25. Mai.
Die Kreis­ver­wal­tung ist zustän­dig für die Abfall­ent­sor­gung im Hoch­sauer­land­kreis und damit auch für die Kom­pos­tie­rung. Wir haben in unse­rer Pres­se­er­klä­rung aus der Ant­wort des Land­rats auf unse­re Fra­gen zitiert und dar­aus die Schluß­fol­ge­rung gezo­gen, dass die Auf­brin­gung von Kom­post, der so mit Plas­tik­schnip­seln durch­setzt ist, in Wald­ge­bie­ten nicht in Ord­nung ist. Der Land­rat schreibt wört­lich, die­se Auf­brin­gung sei “nicht zustim­mungs­fä­hig und damit nicht ord­nungs­ge­mäß” gewe­sen. Und wei­ter: “Bei der Über­prü­fung vor Ort hat sich jedoch bestä­tigt, dass das auf­ge­brach­te Mate­ri­al unge­wöhn­lich stark mit Fremd­stof­fen – ins­be­son­de­re mit Res­ten von Folie – belas­tet ist.”
Das sind ein­deu­ti­ge Aus­sa­gen, und die­ses hät­te das Kom­post­werk wis­sen müs­sen. Wenn das Kom­post­werk nun behaup­tet, dass der auf­ge­brach­te Kom­post in Ord­nung gewe­sen sei, so wider­spricht die­ses zum einen dem was wir gese­hen haben. Zum ande­ren wider­spricht es auch den Aus­sa­gen der Kreis­ver­wal­tung. Wir kön­nen selbst nicht beur­tei­len, ob hier irgend­wel­che Grenz­wer­te ein­ge­hal­ten wur­den, doch wir gin­gen bereits bei unse­rer Anfra­ge davon aus, dass sol­che Plas­tik­an­tei­le im Kom­post nichts zu suchen haben.
Rich­tig ist, dass die Bevöl­ke­rung auf­ge­ru­fen wer­den muß, in die Bio­ton­ne nur kom­post­fä­hi­ges Mate­ri­al ein­zu­wer­fen, um eine, mög­lichst rei­nen Kom­post zu erhalten.
Rich­tig ist aber auch, dass das Kom­post­werk gehal­ten ist, Fehl­wür­fe vor der Auf­brin­gung des Kom­pos­tes mög­lichst aus­zu­sor­tie­ren, denn das Kom­post­werk wird über die Abfall­ge­büh­ren der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger finanziert.
Und rich­tig ist auch, dass die­ses ver­un­rei­nig­te Mate­ri­al nicht im Wald ent­sorgt wer­den darf, da dadurch kei­ne Nähr­stoff­ver­bes­se­rung in den Forst­kul­tu­ren erreicht wer­den kann (sie­he auch die Ant­wort des Landrats).
Für uns bleibt daher wei­ter­hin der Ver­dacht bestehen, dass es bei der Auf­brin­gung des deut­lich erkenn­bar mit Fremd­stof­fen belas­te­ten Kom­pos­tes in Seid­feld dar­um ging, dort Mate­ri­al zu ent­sor­gen, das woan­ders womög­lich nicht auf­ge­bracht oder nur zu wesent­lich höhe­ren Kos­ten ent­sorgt wer­den konnte.

Mat­thi­as Schul­te-Huer­mann, Vor­sit­zen­der der SBL
Gabrie­le Joch-Eren, Geschäfts­füh­re­rin der SBL
Rein­hard Loos, Kreis­tags­mit­glied der SBL

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL/FW)