Kind­heit in der Nach­kriegs­zeit – Aus­stel­lung im Hein­rich-Lüb­ke-Haus

5. September 2016
von Redaktion

luebSun­dern. Das Kul­tur­bü­ro der Stadt Sun­dern zeigt im Hein­rich-Lüb­ke-Haus, Zum Pläs­ken 3, Sun­dern-Enkhau­sen vom 11.09 – 09.10.2016 die Aus­stel­lung „Kind­heit in der Nach­kriegs­zeit“.

Die­se Aus­stel­lung macht neben den ein­drucks­vol­len Foto­gra­fi­en die poli­ti­sche Arbeit von Hein­rich Lüb­ke deut­lich. Er war von 1947 – 1954 Minis­ter für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len. In der Zeit, die geprägt von den Erschüt­te­run­gen des 2. Welt­krie­ges, Hun­ger­win­ter und Dür­re­som­mer, Nah­rungs­man­gel, zer­stör­te Städ­te und der kom­plet­te Infra­struk­tur, Mate­ri­al­man­gel, zeris­se­nen Fami­li­en, trau­ma­ti­schen Erleb­nis­sen, Flucht … war. Sein Bru­der frag­te ihn, ob er von Sin­nen wäre, ein solch hoff­nungs­lo­ses Amt anzu­neh­men, die dem man höchs­tens die Mög­lich­keit hät­te den Man­gel mehr oder weni­ger gerecht zu ver­tei­len. Hein­rich Lüb­ke hat in einer Rede im Mai 1947 dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die kata­stro­pha­len Ernäh­rungs­la­ge und die furcht­ba­re Ver­elen­dung die jun­ge Demo­kra­tie gefähr­det: „Wo Hun­ger ist, kann kei­ne Ord­nung auf­recht erhal­ten wer­den, wo Hun­ger ist, kann kei­ne Pla­nung wirk­sam sein, wo Hun­ger ist, hel­fen auch kei­ne Ver­spre­chen für die Zukunft.“

Die­se Not­si­tua­ti­on zei­gen deut­lich Foto­gra­fi­en, die einen emo­tio­na­len Ein­blick in das Leben von Kin­dern in den ers­ten Jah­ren nach dem Zwei­ten Welt­krieg geben. Sie zei­gen den All­tag der Kin­der, der geprägt ist durch das Leben in Behelfs­un­ter­künf­ten, die Bedeu­tung des Essens, ein­fach nur satt zu wer­den, aber auch durch den begin­nen­den Neu­an­fang. Dabei sind die Foto­gra­fi­en aus der Samm­lung von Micha­el-Andre­as Wahle zugleich trau­rig und leben­dig. Die Urhe­ber der Fotos sind unbe­kannt. Ver­mut­lich wur­den die meis­ten Bil­der im Regie­rungs­auf­trag erstellt und soll­ten die Zustän­de und Auf­bau­hil­fe der Alli­ier­ten doku­men­tie­ren. Den Grund­stock der Samm­lung bil­den Fun­de in ver­las­se­nen ame­ri­ka­ni­schen Kaser­nen in Deutsch­land.

Zu der Foto­gra­fie­aus­stel­lung, die als Wan­der­aus­stel­lung von der Muse­ums­land­schaft des Hoch­sauer­land­krei­ses kon­zi­piert wur­de, haben eini­ge Men­schen aus Sun­dern und Umge­bung ihre per­sön­li­chen Samm­lun­gen geöff­net und stel­len ihre Erin­ne­rungs­ge­gen­stän­de aus der Zeit von 1945 – 1955 als Leih­ga­be in der Aus­stel­lung zur Ver­fü­gung. Ganz beson­ders ergrei­fend ist ein Becher, der aus einer Hand­gra­na­te gefer­tigt wur­de oder auch Koch­re­zep­te, die unter dem Titel „Spar-Rezep­te – abwechs­lungs­rei­che Kost trotz zeit­be­ding­ter Nah­rungs­mit­tel­knapp­heit“ her­aus­ge­ge­ben wur­den. Zusam­men mit den Foto­gra­fi­en zei­gen die Aus­stel­lungs­stü­cke aber auch den begin­nen­den Neu­an­fang und Auf­bruch.

Die sehr berüh­ren­de und span­nen­de Aus­stel­lung ist in der Zeit vom 11.09. – 09.10.2016 jeden Sams­tag und Sonn­tag von 14:00 – 17:00 Uhr geöff­net.

Füh­run­gen durch die Son­der­aus­stel­lung: 11.09./ 18.09 2016 jeweils 14:30 Uhr und 15.09 / 20.09.2016 jeweils 18:00 Uhr

Füh­run­gen durch die Aus­stel­lung Hein­rich Lüb­ke: 11.09 / 18.09 / 09.10.2016 jeweils um 15:30 Uhr und 15.09 / 20.9 / 04.10.2016 jeweils um 19:00 Uhr

Und zusätz­lich ger­ne nach tele­fo­ni­scher Ver­ein­ba­rung.

Der Ein­tritt und die Füh­run­gen sind in der Zeit vom 11.09 – 09.10.2016 kos­ten­frei.

Kon­takt: Kul­tur­bü­ro der Stadt Sun­dern, 02933/81029 oder u.koch@stadt-sundern .de