Hoch­sauer­land­kreis – Weni­ge bis gar kei­ne Erkennt­nis­se zum Flächenverbrauch

28. März 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Stra­ßen, Häu­ser, Indus­trie-Anla­gen, Weih­nachts­baum­flä­chen …, wie viel „ver­brauch­te Flä­che“ ver­kraf­tet das Land? Sind die so genutz­ten, benutz­ten und aus­ge­nutz­ten Area­le irgend­wann ein­mal wie­der für den Anbau von gesun­den Lebens­mit­teln oder als Kuh­wei­de brauch­bar? Von wie viel ver­brauch­ter Flä­che reden wir über­haupt, z.B. im Hochsauerlandkreis?
Kreis­tags­mit­glied Rein­hard Loos von der Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL) stell­te dazu Ende Febru­ar 2012 erneut eine Anfra­ge an den Land­rat. Die Ant­wort vom 11.03.2013 zeigt uns, hier und jetzt gibt es nur weni­ge Erkennt­nis­se über den soge­nann­ten Flächenfraß.
Hier die Fra­gen der SBL ….
1. Wie hoch war nach Ihrer Kennt­nis der Ver­lust von land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­chen im HSK im Jahr 2010, 2011 und 2012 (in ha und in Prozenten)?
2. In wel­chem Tem­po ent­wi­ckelt sich der “Flä­chen­ver­brauch” der­zeit weiter?
3. Wel­che Bau­maß­nah­men (Stra­ßen­bau, Erschlie­ßung von Gewer­be- und Bau­ge­bie­ten, Ver­sie­ge­lung etc.) sind die wich­tigs­ten Ursa­chen für den „Flä­chen­fraß“?
4. In wel­chem Maße tra­gen die expan­die­ren­den Weih­nachts­baum­mo­no­kul­tu­ren zum Ver­lust von Flä­chen für den Nah­rungs­mit­tel­an­bau und von Wie­sen und Wei­den bei?
5. Wie hat sich die Flä­chen­nut­zung im HSK seit dem Orkan Kyrill entwickelt?
6. In wel­chen Kom­mu­nen des HSK ist der Flä­chen­ver­brauch am größ­ten, in wel­chen am geringsten?
7. In wel­cher Grö­ßen­ord­nung wur­den in den letz­ten Jah­ren und wer­den aktu­ell Aus­gleichs­flä­chen ausgewiesen?
8. Wie groß war und ist der Ver­brauch von Natur­schutz­flä­chen (in ha und Prozentzahlen)?
9. Ist Ihnen bekannt, wel­che Flä­chen­grö­ße für ein Fracking-Bohr­loch inklu­si­ve des Plat­zes für benö­tig­te Mate­ria­li­en, Fahr­zeu­ge, Zufahr­ten etc. benö­tigt wird?
10. Wel­che Mög­lich­kei­ten sieht der Land­rat zur Redu­zie­rung des “Flä­chen­fra­ßes”?
…. und jetzt zur Antwort:
Ein­lei­tend schreibt diwe Ver­wal­tung des Hoch­sauer­land­krei­ses, das der­zeit zur Ver­fü­gung ste­hen­de Daten­ma­te­ri­al sei unvoll­stän­dig, so dass es aus ver­schie­de­nen Grün­den kei­ne seriö­se Beant­wor­tung der Fra­gen erlau­be und ver­weist auf fol­gen­de Inter­net-Adres­se bei der Bezirksregierung:
http://​www​.bez​reg​-arns​berg​.nrw​.de/​t​h​e​m​e​n​/​n​/​n​a​t​u​r​s​c​h​u​t​z​k​o​n​z​e​p​t​/​n​a​t​u​r​s​c​h​u​t​z​k​o​n​z​e​p​t​_​2​0​1​1​.​pdf
Des Wei­te­ren erklärt der HSK:
„Das Schaf­fen einer fun­dier­ten Daten­grund­la­ge liegt zwar auch im Inter­es­se der Fach­be­hör­den, ist aber in ver­schie­de­nen Berei­chen mit teil­wei­se nicht ver­tret­ba­rem Auf­wand verbunden.
Vor die­sem Hin­ter­grund bit­te ich um Ver­ständ­nis, dass die Ver­wal­tung Ihre Fra­gen nicht alle im Detail beant­wor­ten kann.“
Für einen gro­ben Über­blick, emp­fiehlt der Hoch­sauer­land­kreis Daten von IT NRW:
https://​www​.lan​des​da​ten​bank​.nrw​.de/​l​d​b​n​r​w​/​o​n​l​i​n​e​/​d​a​t​a​;​j​s​e​s​s​i​o​n​i​d​=​8​6​7​9​6​8​E​1​7​8​E​F​B​4​A​C​C​2​4​1​8​1​2​C​8​2​8​1​1​3​7​3​?​o​p​e​r​a​t​i​o​n​=​s​t​a​t​i​s​t​i​k​A​b​r​u​f​t​a​b​e​l​l​e​n​&​l​e​v​e​l​i​n​d​e​x​=​0​&​l​e​v​e​l​i​d​=​1​3​6​2​7​2​9​3​6​5​2​1​8​&​i​n​d​e​x=2
Zu den Fra­gen 4 (Weih­nachts­baum­kul­tu­ren) und 5 (Kyrill­flä­chen) gibt es die Antwort:
„Es wird auf die Ant­wort des Land­rats auf die Anfra­ge der Frak­ti­on Bünd­nis 90/DIE GRÜ­NEN vom 06.10.2011 sowie das Ant­wort­schrei­ben des Land­rats vom 20.01.2012 an die Bür­ger­initia­ti­ve Best­wig ver­wie­sen, die allen Kreis­tags­mit­glie­dern zur Ver­fü­gung gestellt wur­de. Des Wei­te­ren wur­de das The­ma in der Sit­zung des Aus­schus­ses für Umwelt, Land­wirt­schaft und Fors­ten am 09.02.2012 sowie in den Sit­zun­gen von Kreis­aus­schuss und Kreis­tag am 24.02.2012 behan­delt (Drs. 8/548).“
Eben­falls zur Fra­ge 7 (zu den Ausgleichsflächen):
„Im Zuge kom­mu­na­ler Bau­leit­pla­nun­gen oder auch bei ande­ren Ein­grif­fen wer­den Aus­gleichs-maß­nah­men (öko­lo­gi­sche Ver­bes­se­run­gen) auf vor­han­de­nen Flä­chen umge­setzt, viel­fach han­delt es sich um Maß­nah­men im Wald. Eine geson­der­te Aus­wei­sung von Aus­gleichs­flä­chen fin­det dabei nicht statt.“
Und zur Fra­ge 8 (Natur­schutz­flä­chen):
„Ein Ver­brauch von Naturschutzflächen/​Naturschutzgebieten erfolgt grund­sätz­lich nicht.“
Zur Fra­ge 9 (Fracking) gibt es den Hinweis:
„In der Vor­la­ge der Ver­wal­tung für den Aus­schuss für Umwelt, Land­wirt­schaft und Fors­ten „Antrag der Fa. BNK Deutsch­land GmbH auf Auf­su­chungs­er­laub­nis gem. §§ 6 ff BbergG“ vom 01.02.2012 (Drs. 8/563) sind aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zum The­ma Fracking dargestellt.“
Die Fra­ge 10 (Redu­zie­rung des Flä­chen­fra­ßes) beant­wor­tet der HSK so:
„Die Redu­zie­rung der Flä­chenin­an­spruch­nah­me ist als wich­ti­ge Zukunfts­auf­ga­be in das Zu-kunfts­pro­gramm des Hoch­sauer­land­krei­ses auf­ge­nom­men. Die sich dar­aus erge­ben­den Maß­nah­men wird die Ver­wal­tung in den nächs­ten Jah­ren im Rah­men der stra­te­gi­schen und ope­ra­ti­ven Jah­res­pla­nung umset­zen. Aller­dings ist dar­auf hin­zu­wei­sen, dass für den Kreis ins­be­son­de­re bei der Ent­wick­lung der land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen nur gerin­ge Ein­wir­kungs­mög­lich­kei­ten bestehen.“
Abschlie­ßend schreibt die Kreisverwaltung:
„Soll­te es neue Erkennt­nis­se oder eine ver­än­der­te Daten­grund­la­ge geben, die im Zusam­men-hang mit der Beant­wor­tung ihrer Fra­gen ste­hen, wird die Ver­wal­tung die­se Infor­ma­tio­nen un-auf­ge­for­dert an den Kreis­tag weiterleiten.“

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)