Grund­schu­len im Hoch­sauer­land zu 2/3 katho­lisch – in Mesche­de, Eslo­he, Hal­len­berg, Ols­berg und Win­ter­berg aus­schließ­lich katho­li­sche Grundschulen

13. März 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Seit der Auf­lö­sung der im Jahr 1828 gegrün­de­ten evan­ge­li­schen Mar­tin-Luther-Schu­le sind nun sämt­li­che Grund­schu­len im Stadt­ge­biet Mesche­de katho­li­sche Bekennt­nis­schu­len. In Sun­dern ist jetzt geplant, die ein­zi­ge Gemein­schafts­grund­schu­le zu schließen.

 

Für die Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL) war das der Anlass, im Febru­ar 2013 eine Anfra­ge an den Land­rat zu schicken.

 

Aus der Ant­wort der Kreis­ver­wal­tung (mit Datum vom 21.02.2013) geht her­vor, dass

 

• „sich m.E. aus § 78 Abs. 4 SchulG kei­ne Ver­pflich­tung für den Hoch­sauer­land­kreis als Schul­trä­ger ergibt, eine öffent­li­che nicht-kon­fes­sio­nel­le Grund­schu­le zu errich­ten, weil Grund­schu­len in aus­rei­chen­der Anzahl in den Kom­mu­nen des Hoch­sauer­land­krei­ses bestehen“ (Zitat)

 

• die Grund­schu­len im HSK alle­samt in öffent­li­cher Trä­ger­schaft der Kom­mu­nen sind. (Grund­schu­len in pri­va­ter kon­fes­sio­nel­ler Trä­ger­schaft, also in Trä­ger­schaft von Kir­chen und Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, sei­en im HSK nicht vorhanden.)

 

• die Schul­ar­ten gem. § 26 SchulG zu unter­schei­den sei­en nach Gemein­schafts­schu­len, Bekennt­nis­schu­len und Weltanschauungsschulen

 

• von den ins­ge­samt 63 Grund­schu­len im HSK 41 katho­li­sche Bekennt­nis­schu­len sind und es sich bei den wei­te­ren 22 Grund­schu­len um Gemein­schafts­grund­schu­len handelt

 

Die Grund­schu­len ver­tei­len sich laut Ant­wort der Kreis­ver­wal­tung wie folgt:

 

Arns­berg – 19 Grund­schu­len, davon 9 Katho­li­sche Grundschulen

Best­wig –   3      ”              0 „

Bri­lon –    4      „              3 „

Eslo­he –    2      „              2 „

Hal­len­berg – 1     „              1 „

Mars­berg –  3      „              1 „

Mede­bach –  2      „              0 „

Mesche­de –  7      „              7 „

Ols­berg –   3      „              3 „

Schmal­len­berg- 8   „              5 „

Sun­dern –   7      „              6 „

Win­ter­berg – 4     „              4 „

 

SBL-Kreis­tags­mit­glied Rei­nahrd Loos ist der Ansicht, es bestehe kein Zwei­fel an der Qua­li­tät katho­li­scher Bekennt­nis­schu­len, aber ihre zuneh­men­de Domi­nanz sei für vie­le Eltern und Kin­der pro­ble­ma­tisch; denn auch im Sauer­land lebe eine grö­ße­re Anzahl Nicht­ka­tho­li­ken. Ihnen blie­be vie­ler­orts kei­ne Wahl; sie müs­sen ihre Kin­der in einer katho­li­schen Grund­schu­le ein­schu­len und erzie­hen las­sen. Es sei zu hin­ter­fra­gen, ob dies nicht der im Grund­ge­setz garan­tier­ten Reli­gi­ons­frei­heit widerspricht.

 

Ein wei­te­rer kri­ti­scher Punkt lie­ge, so Rein­hard Loos, im Schul­ge­setz NRW begrün­det. Das Gesetz legt fest, dass in der Regel nur katho­li­sche Leh­re­rin­nen und Leh­rer an katho­li­schen Bekennt­nis­schu­len unter­rich­ten dür­fen (vgl. § 26 Abs. 6 SchulG NRW). Das kön­ne zu einem Leh­rer­man­gel füh­ren oder dazu, dass jun­ge Leh­re­rin­nen und Leh­rer gegen ihre Über­zeu­gung in die katho­li­sche Kir­che ein­tre­ten, weil sie ansons­ten ihre Chan­cen auf eine Anstel­lung im Schul­dienst ein­ge­schränkt sehen.

 

Rein­hard Loos ver­tritt zudem die Auffassung:

„Der Kreis hat gemäß § 78 Abs. 4 SchulG NRW eine gesetz­li­che Zustän­dig­keit auch für die all­ge­mein­bil­den­den Schu­len, wenn die Gemein­den selbst kein plu­ra­les Ange­bot sicher­stel­len.“ (Zitat)

 

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)