Gerd Stütt­gen MdL will bes­se­re Rah­men­be­din­gun­gen in der Alten­pfle­ge

24. Mai 2016
von Redaktion

Besuch im Altenheim St. Franziskus SundernDüsseldorf/Sundern. „Alten­pfle­ge­rin­nen und Alten­pfle­ger machen eine her­vor­ra­gen­de Arbeit. Die Rah­men­be­din­gun­gen sind bekannt­lich nicht immer gut, wie sich hier auch wie­der zeigt. Das muss Poli­tik ändern, für die Pfle­ge­kräf­te und letzt­lich für alle pfle­ge­be­dürf­ti­gen Men­schen.“ Die­ses Fazit zieht der hei­mi­sche SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Gerd Stütt­gen nach einem Besuch des Cari­tas-Senio­ren­hau­ses St. Fran­zis­kus in Sun­dern.  Auf Ein­la­dung von Ein­rich­tungs­lei­te­rin Sabi­ne Charles hat­te sich der Abge­ord­ne­te aus ers­ter Hand berich­ten las­sen, wie der pfle­ge­ri­sche All­tag aus­sieht, was Pro­ble­me berei­tet und was ver­bes­sert wer­den müss­te. Unter­stüt­zung erhielt die Ein­rich­tungs­lei­te­rin Sabi­ne Charles von Chris­ti­an Stock­mann, Vor­stands­vor­sit­zen­der des Cari­tas-Ver­ban­des Arns­berg-Sun­dern e. V., der aus Trä­ger­sicht den Blick auf die struk­tu­rel­len Pro­ble­me der Alten­pfle­ge lenk­te.  Das Senio­ren­haus St. Fran­zis­kus bie­tet sta­tio­nä­re und teil­sta­tio­nä­re Pfle­ge sowie Kurz­zeit­pfle­ge. Der­zeit sind 98 Senio­rin­nen und Senio­ren dort zuhau­se, das Durch­schnitts­al­ter liegt bei 85 Jah­ren. 100 Beschäf­tig­te küm­mern sich um die Men­schen, davon 50 exami­nier­te Alten­pfle­ge­kräf­te sowie Alten­pfle­ge­hilfs­kräf­te. Neben der Grund­ver­sor­gung wird viel Wert gelegt auf ein brei­tes Frei­zeit­an­ge­bot wie Musik, Bin­go oder Schach.   Ein­rich­tungs­lei­te­rin Sabi­ne Charles stell­te fest, dass der­zeit die Pfle­ge­plät­ze nicht aus­kömm­lich sei­en. 25 Per­so­nen stün­den der­zeit auf der War­te­lis­te der Ein­rich­tung, Ten­denz stei­gend. Die Anfor­de­run­gen für das Pfle­ge­per­so­nal bewer­te­te Charles als extrem hoch, da der Pfle­ge­schlüs­sel zu nied­rig sei. Infol­ge des­sen sei das Zeit­bud­get für die eigent­li­che Pfle­ge und die per­sön­li­che Anspra­che zu eng getak­tet. Dahin­ge­gen erfor­de­re die genaue Doku­men­ta­ti­on der Pfle­ge sowie sons­ti­ge Ver­wal­tungs­ar­beit zu viel Zeit. Sabi­ne Charles beton­te, dass die Arbeit phy­sisch wie psy­chisch außer­or­dent­lich belas­tend sei und über­dies auch bes­ser ver­gü­tet wer­den müss­te. „Kein Wun­der, dass uns der Nach­wuchs fehlt.“
Fatal sei, so Charles, dass die Senio­ren vom Zeit­druck der Pfle­ge­kräf­te betrof­fen sei­en: „Die Men­schen emp­fin­den es unmit­tel­bar, wenn nicht so auf sie ein­ge­gan­gen wer­den kann, wie sie es gera­de in dem Moment brau­chen.“   Chris­ti­an Stock­mann leg­te den Fin­ger auf die Wun­de: „Bereits jetzt feh­len uns die exami­nier­ten Pfle­ge­kräf­te in der Alten­pfle­ge. Die Situa­ti­on wird sich noch wei­ter zuspit­zen. Wir brau­chen drin­gend bun­des­weit eine aus­kömm­li­che Finan­zie­rung der Alten­pfle­ge. Der Pfle­ge­schlüs­sel muss erhöht wer­den und die Pfle­ge­kräf­te müs­sen bes­ser ver­gü­tet wer­den. Hier ist Ber­lin gefragt. Kurz­fris­tig benö­ti­gen wir mehr Hilfs­kräf­te in der Alten­pfle­ge, die den exami­nier­ten Pfle­ge­kräf­ten zuar­bei­ten und somit etwas ent­las­ten kön­nen.“  Gerd Stütt­gen MdL zeig­te sich über­zeugt, dass die öffent­li­chen Haus­hal­te für die Pfle­ge künf­tig mehr Mit­tel bereit­stel­len müs­sen. Stütt­gen: „Ich wer­de die hier und in ande­ren Ein­rich­tun­gen gewon­nen Ein­drü­cke mit in die Gesprä­che mit den Fach­po­li­ti­kern in Ber­lin und Düs­sel­dorf neh­men. Pfle­ge­be­dürf­ti­ge und Pfle­ge­kräf­te brau­chen Ver­bes­se­run­gen. Dafür wer­de ich mich ein­set­zen.“ Gerd Stütt­gen hat­te in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit bereits mehr­fach an Aktio­nen des Bünd­nis­ses „Pfle­ge am Boden“ teil­ge­nom­men. So etwa in der Nehei­mer Fuß­gän­ger­zo­ne. Die Pla­nun­gen des Lan­des NRW, die Pfle­ge­aus­bil­dung künf­tig zu gene­ra­li­sie­ren und so die bis­he­ri­gen Berufs­bil­der mit Examens­ab­schluss in der Kran­ken­pfle­ge, Kin­der­kran­ken­pfle­ge und Alten­pfle­ge zu einem Berufs­bild mit der Mög­lich­keit der Spe­zia­li­sie­rung zusam­men­zu­fas­sen, wird auch von Sabi­ne Charles und Chris­ti­an Stock­mann aus­drück­lich begrüßt.