Gemein­sam gegen die Sucht

19. Dezember 2017
von Redaktion
v.l.: Klaus Ekrod, bereichsleitender Oberarzt der Abteilung Suchtmedizin der LWL-Klinik Marsberg, Priv.-Doz. Dr. Stefan Bender, Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Marsberg, Prof. Dr. Norbert Scherbaum, Ärztlicher Direktor des LVR-Universitätsklinikums Essen, Anja Menne, Leiterin des Fachbereichs Ordnung, Umwelt und Gesundheit beim Hochsauerlandkreis, Bernhard Hahnke, Dipl.-Sozialarbeiter beim Hochsauerlandkreis, Dr. Joachim Scholz, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes beim Hochsauerlandkreis.

v.l.: Klaus Ekrod, bereichs­lei­ten­der Ober­arzt der Abtei­lung Sucht­me­di­zin der LWL-Kli­nik Mars­berg, Priv.-Doz. Dr. Ste­fan Ben­der, Ärzt­li­cher Direk­tor der LWL-Kli­nik Mars­berg, Prof. Dr. Nor­bert Scher­baum, Ärzt­li­cher Direk­tor des LVR-Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Essen, Anja Men­ne, Lei­te­rin des Fach­be­reichs Ord­nung, Umwelt und Gesund­heit beim Hoch­sauer­land­kreis, Bern­hard Hahn­ke, Dipl.-Sozialarbeiter beim Hoch­sauer­land­kreis, Dr. Joa­chim Scholz, Lei­ter des Sozi­al­psych­ia­tri­schen Diens­tes beim Hochsauerlandkreis.

Gro­ßes Echo auf Sym­po­si­um im Kreis­haus aus Anlass des 10-jäh­ri­gen Bestehens der Sucht­me­di­zi­ni­schen Ambu­lanz des Gesund­heits­am­tes in Meschede

 

Meschede/​Hochsauerlandkreis.  „Sucht und Sub­sti­tu­ti­on im Lan­de der 1.000 Ber­ge”: Die­ses Mot­to stand über einem gemein­sa­men Sym­po­si­um des Sozi­al­psych­ia­tri­schen Diens­tes des Hoch­sauer­land­krei­ses und der LWL-Kli­nik Mars­berg im Kreis­haus Mesche­de. Anlass war das 10-jäh­ri­ge Bestehen der Sucht­me­di­zi­ni­schen Ambu­lanz des Gesund­heits­am­tes, die seit Anfang 2007 in der Kol­ping­stra­ße in Mesche­de ansäs­sig ist.

Anja Men­ne, Lei­te­rin des Fach­be­reichs Ord­nung, Umwelt und Gesund­heit beim Hoch­sauer­land­kreis freu­te sich, zahl­rei­che Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter von Bera­tungs­stel­len, Kli­ni­ken und Selbst­hil­fe­grup­pen sowie sucht­me­di­zi­nisch täti­ger Ärz­te begrü­ßen zu kön­nen: „Das ist ein sehr gro­ßes Echo auf ein bedeu­ten­des Thema.”

 Stän­dig neue Dro­gen, häu­fig übers Inter­net gehandelt

 So stan­den neue Dro­gen und Kon­sum-Mus­ter im Blick­punkt des Vor­tra­ges von Prof. Dr. Nor­bert Scher­baum. Der renom­mier­te Sucht­ex­per­te und Ärzt­li­cher Direk­tor des LVR-Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Essen zeig­te die der­zeit zuneh­men­de Ent­wick­lung auf, dass stän­dig neue Dro­gen auf den „Markt” kämen. Sehr häu­fig wür­den die­se über das Inter­net gehan­delt. Dar­über hin­aus wür­den auch bekann­te Medi­ka­men­te miss­bräuch­lich benutzt. So sei­en bei­spiels­wei­se die Ver­ord­nun­gen von Pre­ga­ba­lin (Lyri­ca), eigent­lich ein Medi­ka­ment zur Behand­lung der Epi­lep­sie und neu­ro­pa­thi­scher Schmer­zen, sprung­haft angestiegen.

 Pati­en­ten blei­ben: Sub­sti­tu­ti­ons­am­bu­lanz mit hoher „Hal­te­quo­te”

Einen Rück­blick über die bis­he­ri­ge 10-jäh­ri­ge Tätig­keit der Sub­sti­tu­ti­ons­am­bu­lanz des Gesund­heits­am­tes gaben Dr. Joa­chim Scholz, Lei­ter des Sozi­al­psych­ia­tri­schen Diens­tes, und Bern­hard Hahn­ke, Dipl.-Sozialarbeiter beim Hoch­sauer­land­kreis. Sie berich­te­ten von Erfol­gen und Schwie­rig­kei­ten die­ser Tätig­keit. Mitt­ler­wei­le wür­den sich 60 Pati­en­ten in regel­mä­ßi­ger Behand­lung befin­den und die „Hal­te­quo­te” sei erfreu­lich hoch.

Eine enge Zusam­men­ar­beit im Team zwi­schen Ärz­ten, Sozi­al­ar­bei­tern und medi­zi­ni­schen Fach­an­ge­stell­ten sei zwin­gend not­wen­dig, um die betrof­fe­nen Men­schen mit oft jahr­zehn­te­lan­ger Sucht­ge­schich­te erfolg­reich behan­deln zu kön­nen. Die Hin­füh­rung zur Absti­nenz gelingt indes nur bei jedem 20. Pati­en­ten. Dies ent­spricht auch der Erfah­rung ande­rer Ärz­te, die sub­sti­tu­ie­ren­de Medi­ka­men­te ver­schrei­ben. Im Vor­der­grund ste­hen die gesund­heit­li­che Sta­bi­li­sie­rung der Pati­en­ten und die Ver­hü­tung von Fol­ge­er­schei­nun­gen von Heroinsucht.

Priv.-Doz. Dr. Ste­fan Ben­der, Ärzt­li­cher Direk­tor der LWL-Kli­nik Mars­berg, berich­te­te von einem inter­es­san­ten so in Deutsch­land erst­mals durch­ge­führ­ten und wis­sen­schaft­lich eva­lu­ier­ten Modell­pro­jekt der Mars­ber­ger Kli­nik zur sucht­stoff­über­grei­fen­den Rehabilitationsbehandlung.

Mit der gemein­sa­men Behand­lung von alko­hol- und dro­gen­ab­hän­gi­gen Pati­en­ten – statt wie bis­her lan­des­weit üblich strikt nach Sucht­mit­teln getrennt – habe man sehr gute Erfah­run­gen gemacht und eine gute Wirk­sam­keit wis­sen­schaft­lich nach­ge­wie­sen. Die Pati­en­ten hät­ten sich in Befra­gun­gen durch­weg posi­tiv geäu­ßert. Auch das Team der The­ra­peu­ten konn­te trotz vor­he­ri­ger Beden­ken von die­ser neu­en Behand­lungs­me­tho­de über­zeugt werden.

Der bereichs­lei­ten­de Ober­arzt der Abtei­lung Sucht­me­di­zin, Klaus Ekrod, stell­te zum Abschluss der Ver­an­stal­tung die dif­fe­ren­zier­ten Ange­bo­te der sta­tio­nä­ren Sucht­be­hand­lung sowie die Ange­bo­te der Sucht­am­bu­lanz der LWL-Kli­nik Mars­berg vor, über die auch die Metha­don-Sub­sti­tu­ti­on für den öst­li­chen Teil des Hoch­sauer­land­krei­ses erfolgt.