Fracking und kein Ende?

17. April 2013
von Redaktion

Die Pres­se­mel­dun­gen über­schla­gen sich regel­recht. Und die Ener­gie-Mul­tis machen anschei­nend vor Nichts und Nie­man­dem halt. Jetzt „unter­gra­ben“ sie auch Tune­si­en.

www.dw.de mel­det am 26.03.2013: „Fracking in Tune­si­en?“ Der Ener­gie­rie­se Shell wol­le die Insta­bi­li­tät des Lan­des aus­nut­zen. Die Tune­si­sche Regie­rung gebe das Heft aus der Hand und über­las­se Shell die Füh­rung. Die Trans­pa­renz feh­le. Doch auch in Tune­si­en gebe es in Anbe­tracht der Gefah­ren erheb­li­chen Wider­stand gegen Schie­fer­gas-Boh­run­gen. Sie­he: http://www.dw.de/fracking-in-tunesien/a‑16685053

Tagesschau.de bricht mit dem Mythos, Fracking sei eine Erfolgs­ge­schich­te. In dem WDR-Bericht vom 25.03.2013 heißt es unter Hin­weis auf eine aktu­el­le Stu­die der Ener­gy Watch Group: „Fracking wird gewal­tig über­schätzt“. Zitat aus dem Arti­kel: „Nach Erkennt­nis­sen der vor­lie­gen­den Stu­die errei­chen jene Öl-Quel­len, die per Fracking aus­ge­beu­tet wer­den, wesent­lich schnel­ler als kon­ven­tio­nel­le Quel­len ihr För­der­ma­xi­mum. Und der dar­auf fol­gen­de Abfall der För­der­ra­te ist erheb­lich dra­ma­ti­scher – im Schnitt rund 30 Pro­zent pro Jahr. Die Fol­ge ist ein sich immer mehr beschleu­ni­gen­der Wett­lauf: Für die immer schnel­ler erschöpf­ten alten Quel­len müs­sen immer schnel­ler und immer mehr neue erschlos­sen wer­den – bei stei­gen­den Kos­ten, nied­ri­ge­rem Ertrag und sin­ken­der Zahl der Fel­der. … Mit gewis­sen Abwei­chun­gen kommt die Stu­die beim Erd­gas zu den­sel­ben Schlüs­sen wie beim Erd­öl, nur dass hier bei­spiels­wei­se der Pro­duk­ti­ons­rück­gang sogar bei 70 bis 80 Pro­zent pro Jahr liegt. Welt­weit wird danach bereits 2020 das För­der­ma­xi­mum beim Erd­gas erreicht sein.“ Klick:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/fracking142.html

Eben­falls am 26.03.2013 ver­öf­fent­licht „Der Tages­spie­gel“ online in sei­nem Wirt­schafts­teil, eine Stu­die näh­re den Zwei­fel am Roh­stoff­boom und führt dazu aus: „Dank Fracking, dem Auf­bre­chen tie­fen Gesteins mit einem Cock­tail unter Hoch­druck, wird die Welt für wei­te­re Jahr­zehn­te mit bil­li­gem Öl und Gas ver­sorgt – behaup­ten jüngs­te Pro­gno­sen. Eine nun in Ber­lin vor­ge­stell­te Stu­die der Ener­gy Watch Group (das ist eine Grup­pe von Poli­ti­kern und Wis­sen­schaft­lern) bürs­tet die­sen angeb­li­chen Trend gegen den Strich.“ Pro­gno­sen im Zusam­men­hang mit dem Schie­fer­gas­boom basier­ten auf einer Viel­zahl von Spe­ku­la­tio­nen, so zitiert „Der Tages­spie­gel“ den Phy­si­ker Wer­ner Zit­tel. Hier geht‚s zum Arti­kel: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/fracking-debatte-studie-naehrt-zweifel-am-rohstoff-boom/7983806.html

Und wie tut sich aktu­ell bei uns im Sauer­land? Die BIGG Hoch­sauer­land – eine Bür­ger­initia­ti­ve „Gegen Gas­boh­ren“, plant wie­der Aktio­nen und Info­ver­an­stal­tun­gen; denn Des­in­for­ma­ti­on, Pro­pa­gan­da und Mythen in Sachen Fracking hal­ten sich hart­nä­ckig und sind längst noch nicht über­all geknackt. Klack: http://www.gegen-gasbohren.de/initiativen/bigg-hochsauerland/

Der­weil rät EU-Kom­mis­sar Oet­tin­ger über die Süd­deut­sche dazu, Deutsch­land sol­le kein end­gül­ti­ges Nein zum Fracking sagen, sonst ver­lö­re es wich­ti­ge Kom­pe­ten­zen. Sie­he: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/eu-kommissar-oettinger-fracking-hat-auch-in-europa-eine-chance‑1.1637875

Herr Oet­tin­ger, so ist es: Man­gel an Kom­pe­tenz gibt Anlass zur Sor­ge!

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)