Fehl­start in die Rück­run­de – RC Sor­pe­see lässt Chan­cen in Bre­men liegen

8. Januar 2018
von Redaktion

Sun­dern-Lang­scheid. Ein etwas zu flach gera­te­ner Pass auf Posi­ti­on 4 und RCS Außen Lau­ra Kem­per spielt den Ball mit hal­bem Druck in den Block, sichert sich und berei­tet den nächs­ten Angriff vor. Dann der Pfiff der Schieds­rich­te­rin und ein jähes und bit­te­res Ende für ein Spit­zen­spiel, das gera­de in Satz 3 auf dem Weg war ein sol­ches zu wer­den. Dass sich das Schieds­ge­richt aber bei die­sem letz­ten Ball nicht einig war und dem Spiel die Ver­län­ge­rung ver­wehr­te war irgend­wie bezeich­nend für den Auf­tritt der Gäs­te in Bre­men, denen in den ent­schei­den­den Pha­sen die letz­te Ent­schlos­sen­heit und die ener­gi­sche Kör­per­spra­che fehl­ten. So rede­te am Ende der Par­tie auf RCS Sei­te nie­mand über die krank nicht mit­ge­reis­ten Kirs­ten Plat­te und Kim Sprey­er, son­dern nur über die aus­ge­las­se­nen Chan­cen und Unzu­läng­lich­kei­ten im eige­nen Spiel.

Schon in Satz eins fand der unglück­lich agie­ren­de Trai­ner Schal­low nicht die rich­ti­ge Anspra­che sein Team von Beginn an aggres­siv ins Spiel zu schi­cken. Die ers­ten Ball­wech­sel plät­scher­te die Par­tie dahin, bis beim 7:5 der RC Sor­pe­see end­lich Fahrt auf­zu­neh­men schien. Katha­ri­na Schal­low und Leo­nie Hoff­mann fan­den den Rhyth­mus über Außen und es viel zunächst nicht so sehr ins Gewicht, dass mit Bon­nie Bas­tert die jüngs­te Spie­le­rin auf dem Court noch nicht ganz in die Par­tie gefun­den hat­te. Zahl­rei­che Punkt­chan­cen und damit auch Chan­cen sich abzu­set­zen ließ der RCS in die­ser Pha­se aus. Ob Netz­feh­ler, ein­fa­che Feh­ler bei Annah­me oder Dan­ke­ball oder auch ein unglück­li­ches Timing bei zwei­ten Bäl­len, nichts pass­te so recht zusam­men und doch führ­te das das Team ab und an bis zum Fina­le des Sat­zes. In der Cruncht­i­me aber spiel­te Bre­men die Qua­li­tät und Erfah­rung im Kader aus und sicher­te sich mit 25:21 den Auftaktsatz.

Umstel­lun­gen in Satz 2 und mit Lau­ra Kem­per auf der Dia­go­na­len und einem zumin­dest zeit­wei­se ver­bes­ser­ten Auf­schlags­spiel leg­te der RCS vor. Mit­te des Sat­zes hat­te das Team um Zuspie­le­rin Lara Dröl­le einen klei­nen Vor­sprung erspielt. Wie­der­um aber gelang es nicht, die ent­schei­den­den Punk­te zwi­schen sich und den gut auf­ge­leg­ten Geg­ner aus Bre­men zu brin­gen. Die Gast­ge­be­rin­nen blie­ben ruhig, gewan­nen vie­le der lan­gen Ball­wech­sel und kamen somit Punkt für Punkt zurück in den Satz. Am Ende kam es dann wie der RCS es an die­sem Tag zuließ. Zu wenig Span­nung in den ent­schei­den­den Pha­sen und Satz­ver­lust auf der Ziel­ge­ra­den, beim 0:2 stand das Team mit dem Rücken zur Wand.

In Satz 3 sah zunächst alles nach einem schnel­len Spie­len­de aus. Bre­men führ­te zu Beginn mit drei Zäh­lern und konn­te den Vor­sprung mit etwas Schwan­kun­gen bis zum 20:16 trans­por­tie­ren. Was folg­te war die viel­leicht bemer­kens­wer­tes­te Pha­se des Spiels. Mit Zusatz­power von der Bank in Per­son von Ali­na Hustadt und Vic­to­ria Vorn­weg kämpf­te sich das Team zurück und fing plötz­lich wie­der Feu­er. Die Par­tie schien zu kip­pen und beim 24:23 hat­te das noch­mals ver­jüng­te Team die Chan­ce einen bis­lang ver­korks­ten Vol­ley­ball­abend doch noch zu wen­den. Die Fans stan­den auf ihren Plät­zen und genos­sen die hoch­ka­rä­ti­ge Par­tie sicht­lich. Bis auf den letz­ten Punkt, die­ses Ende eines Spit­zen­spiels hat­ten sich wohl bei­de Teams nicht gewünscht.

So gra­tu­lier­te am Ende also das Trai­ner­team vom Sor­pe­see dem Team aus der Han­se­stadt und wünsch­te alles Gute für den wei­te­ren Ver­lauf der Rück­run­de. Die­se ist noch lang und Kampf­geist und Inten­si­tät sind manch­mal schnel­ler wie­der gefun­den als man zu glau­ben wagt. An der wie­der ein­mal fan­tas­ti­schen Unter­stüt­zung der RCS Fans lag es ganz sicher nicht und sie wer­den auch der ent­schei­den­de Fak­tor sein für die nun fol­gen­den wei­te­ren Spitzenspiele.

Für den RCS aktiv: Bon­nie Bas­tert, Lara Dröl­le, Fran­zis­ka Fin­ke, Michel­le Hen­kies, Leo­nie Hoff­mann, Ali­na Hustadt, Lau­ra Kem­per, Katha­ri­na Schal­low, Vanes­sa Vorn­weg, Vic­to­ria Vorn­weg, Phy­sio Anne Schmitz, Co-Trai­ner Linus Tepe und Trai­ner Juli­an Schallow. 

  

Ralf Lite­ra hat eini­ge cha­rak­te­ris­ti­sche Sze­nen ein­ge­fan­gen: Fan­den noch nicht immer ihre per­fek­te Abstim­mung  (Zuspiel und Schnell­an­griff des RCS), hat­te als Inte­rims Kapi­tä­nin alle Hän­de voll zu tun (RCS Außen Katha­ri­na Schal­low) und fan­den am Ende zu sel­ten mit Druck ihr Ziel (RCS Auf­schlä­ge in der Hansestadt).