Leser­brief Dorf­in­fo-Bericht der SBL zum „Fracking“

27. März 2013
von Redaktion

Dis­kus­si­ons­pa­pier zu Sun­derns Zukunft

Die kri­ti­sche Hin­ter­fra­gung und die Infor­ma­tio­nen zum „Fracking“ zei­gen, dass Ent­wick­lung und Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gien in Deutschland

unbe­dingt wei­ter­ge­hen müs­sen. Dazu kön­nen  die Regi­on um die Stadt Sun­dern  und der HSK wert­vol­le Bei­trä­ge leisten.

Dar­um  eini­ge Über­le­gun­gen in die­sem Leser­brief zu:

-Erneu­er­ba­re Ener­gien in Sundern–

sonne-hoevel2Ange­sichts der gro­ßen Zukunfts­her­aus­for­de­rung zur  unab­hän­gi­gen und kli­ma­freund­li­chen Ener­gie­ver­sor­gung in Deutsch­land und der damit ver­bun­de­nen,  kom­ple­xen Dis­kus­si­on  sol­len die­se The­sen hel­fen, hier vor Ort in Sun­dern das The­ma „Ener­gie­ver­sor­gung“ umzusetzen.

Ergän­zun­gen und Kri­tik  sind natür­lich erwünscht.

Der Anfang  zur eige­nen, rege­ne­ra­ti­ven  Ener­gie­ver­sor­gung kann  viel­leicht  in Sun­dern ein­ge­lei­tet werden.

Erneu­er­ba­re Ener­gien sind umwelt- und kli­ma­freund­lich, erschöp­fen sich nicht und machen Regio­nen unab­hän­gig von fos­si­len Ener­gien  wie z.B. Erd­öl oder Erdgas.

 

The­sen

 

  1. Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien bie­ten  in Sun­dern  Chan­cen für eige­ne und zukunftssichere

Ener­gie­ver­sor­gung  mit Strom und Wär­me, für die Ver­sor­gung der Bür­ge­rin­nen und Bürger

und  der hei­mi­schen Wirtschaft.

 

  1. Daten der Lan­des­re­gie­rung NRW zei­gen, dass es im Stadt­ge­biet von

Sun­dern gro­ße Wind­kraft­po­ten­zia­le gibt.

Selbst wenn nur ein klei­ner Teil der  mög­li­chen Wind­kraft­flä­chen im Stadtgebiet

für  Wind­an­la­gen geneh­migt wer­den soll­te, könn­te das für die Eigenversorgung

der Stadt Sun­dern  mit  Elek­tri­zi­tät und Wär­me sicher  ausreichen.

Unter­stellt wird die Ent­wick­lung von Spei­cher­tech­no­lo­gien für Windstrom-

Über­schüs­se  sowie die spä­ter mög­li­che Nut­zung des Stroms für Wärmegewinnung.

Außer­dem  gibt es Chan­cen im  hie­si­gen Mit­tel­ge­bir­ge für neue Pumpspeicherkraftwerke.

In der Sun­derner Regi­on kann also theo­re­tisch weit mehr rege­ne­ra­ti­ve Energie

erzeugt wer­den, als hier vor Ort für Strom und Wär­me benö­tigt wird.

Die Stadt Sun­dern hat dar­um das Poten­zi­al, eine eige­ne, zukunftssichere

Ener­gie­ver­sor­gung  für Strom und Wär­me zu entwickeln.

Das ist zu 100 Pro­zent mit erneu­er­ba­ren Ener­gien möglich.

Das wäre ein enor­mer Stand­ort­vor­teil für die Wirt­schaft und Sundern

wäre als Wohn­ort mit eige­ner, sau­be­rer und preis­wer­ter  Ener­gie­ver­sor­gung sehr attraktiv.

Elek­tro­au­tos, Bus­se , leich­te Lkw , die Röhr­tal­bahn und sogar die  gesam­te Obere

Ruhr­tal­bahn könn­ten abso­lut kli­ma­freund­lich und unab­hän­gig von Ölpreisen

mit rege­ne­ra­ti­vem Strom fahren.

Es wäre die Elek­tro­mo­bi­li­tät der Zukunft hier in der Region.

Sun­dern wäre so für die Bun­des- und Lan­des­po­li­tik sehr interessant.

  1. Vor­aus­set­zung ist dazu , dass genü­gend Wind­ener­gie­an­la­gen im Sunderner

Stadt­ge­biet in der Trä­ger­schaft bzw. im Eigen­tum der Stadt Sun­dern und

–oder in Bür­ger­hand sind.

Natür­lich müs­sen  Ein­wän­de und Beden­ken der  Bür­ge­rin­nen und Bürger

(z.B. wegen Lärm­las­ten)  respek­tiert und beach­tet werden.

 

  1. In Sun­dern könn­te es  eine Misch­fi­nan­zie­rung  mit der

Rechts­form  von „Ener­gie­ge­nos­sen­schaf­ten“ geben.

Die Stadt Sun­dern wäre betei­ligt eben­so wie Bür­ge­rin­nen und Bürger

und   Unter­neh­men, die Genos­sen­schafts­an­tei­le erwer­ben und somit

das nöti­ge Inves­ti­ti­ons­ka­pi­tal zusam­men aufbringen.

Außer­dem ist die Betei­li­gung und Koope­ra­ti­on mit einem Energie-

Groß­ver­sor­ger denk­bar, um die Regi­on um Sun­dern als regeneratives

Zukunfts­mo­dell  zu entwickeln.

 

 

  1. Kre­dit­in­sti­tu­te (z.B. Genos­sen­schafts­ban­ken, Sparkassen)

kön­nen  Infor­ma­tio­nen  und Hil­fe­stel­lung  bie­ten, um Energiegenossenschaften

zu  grün­den und soli­de zu finanzieren.

 

 

  1. Die Grün­dung einer „Ener­gie-Bür­ger­ge­nos­sen­schaft“ in Sun­dern könnte

von  der Stadt Sun­dern  und den Stadt­wer­ken beglei­tet werden.

Die Stadt­wer­ke Sun­dern wür­den  dann maß­geb­lich die Ent­wick­lung der eige­nen Sunderner

Ener­gie­ver­sor­gung  lei­ten und managen.

Ener­gie­prei­se wer­den dann hier vor Ort mitbestimmt.

Ande­re, preis­wer­te und nach Mög­lich­keit rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien sind  bei  Bedarf

zukauf­bar;  hier vor Ort ent­ste­hen­de Ener­gie-Über­schüs­se könn­ten von den Stadtwerken

in ande­re Regio­nen ver­kauft werden.

Inter­es­sant ist in die­sem Zusam­men­hang sicher­lich ein Ener­gie­ver­bund des gesamten

HSK zur rege­ne­ra­ti­ven Eigenversorgung.

 

 

  1. Sehr wich­tig ist ein  wis­sen­schaft­li­ches  Gut­ach­ten  zur rege­ne­ra­ti­ven Energieversorgung

der Stadt Sun­dern mit dann umfas­sen­den Infor­ma­tio­nen und Anregungen.

Dar­in müs­sen dann die beacht­li­chen Ener­gie­po­ten­zia­le der länd­li­chen Stadtteile

Sun­derns genau dar­ge­stellt wer­den (z.B. Bio­mas­se, Was­ser­kraft, Solaranlagen,

Wind­ener­gie).

 

  1. Bei der Ver­ga­be der Wind­ener­gie­stand­or­te soll­te eine Bürgergenossenschaft

bzw. die Stadt Sun­dern  die bes­ten Stand­or­te erhalten.

Es  soll­te geprüft wer­den, ob die Stadt Sun­dern eige­ne Flä­chen für die Errichtung

von Wind­an­la­gen nut­zen kann und ob bereits damit die Eigen­ver­sor­gung der

Stadt Sun­dern mög­lich ist.

 

  1. Es gibt  gro­ße Zukunfts­chan­cen für die Stadt Sun­dern mit der

eige­nen , rege­ne­ra­ti­ven Energieversorgung.

In Deutsch­land arbei­ten ande­re Kom­mu­nen an ähn­li­chen Konzepten.

Sel­ten sind die Bedin­gun­gen aber so gut wie in  Sun­dern für die eigene

Ener­gie­ver­sor­gung.

Soll­te  das gro­ße, rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­po­ten­zi­al  in Sun­dern aber  hier vor Ort nicht

genutzt wer­den oder  voll­stän­dig von  pri­va­ten  Ener­gie­un­ter­neh­men  in ande­re Regio­nen gelei­tet wer­den, dann ver­liert die Stadt Sun­dern Chancen

und  es wür­den kei­ne Stand­ort­vor­tei­le entstehen.

Und :  Die eige­ne und unab­hän­gi­ge Ener­gie­ver­sor­gung in Sun­dern und im HSK

ist nur mög­lich, wenn die­ses wich­ti­ge The­ma  poli­tisch über­par­tei­lich gese­hen wird

und wenn es dazu den Bür­ger­wil­len, einen brei­ten Kon­sens zur  Ener­gie­ver­sor­gung und Bür­ger­be­tei­li­gung gibt.

GB—27.3.13

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