„Die­se Erfah­rung ist Gold wert“

22. März 2014
von Redaktion

„Die­se Erfah­rung ist Gold wert“ Fünf Erzie­he­rin­nen der kath. Kita gGmbH Hoch­sauer­land-Wal­deck zurück vom Aus­tausch in Israel

Israel-2 LeichtHoch­sauer­land­kreis. Zurück vom Aus­tausch in Isre­al sind fünf Erzie­he­rin­nen der kath. Kita gGmbH Hoch­sauer­land-Wal­deck. Sie hat­ten eini­ge Tage in israe­li­schen Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen mit­ge­ar­bei­tet. Alle fünf berich­ten, dass sie sehr freund­lich auf­ge­nom­men wur­den. Wäh­rend der prak­ti­schen Arbeit lern­ten sie auch Unter­schie­de zwi­schen der Päd­ago­gik in Isra­el und in Deutsch­land ken­nen. „Die Erfah­rung, die wir gemacht haben, ist Gold wert“, fasst Eva Bon­ke von der Kita St. Petri Kol­ping­stra­ße in Hüs­ten zusam­men. Beson­de­ren Ein­druck hat bei den Erzie­he­rin­nen aus dem Sauer­land der soge­nann­te „trash gar­den“ (Müll­gar­ten) hin­ter­las­sen. „Dort lie­gen vie­le All­tags­ge­gen­stän­de, wie zum Bei­spiel eine PC-Tas­ta­tur, ein Back­ofen, Bügel­eisen oder Lat­ten­ros­te von Bet­ten und vie­les mehr“, erzählt Eli­sa­beth Leicht von der Kita St. Rapha­el in Mesche­de. „Damit kön­nen sich die Kin­der beschäf­ti­gen.“ Für Eva Bon­ke war der „trash gar­den“ erst ein­mal ein „Schock“, wie sie sagt. Aller­dings stell­te sie schnell fest, dass sich die Kin­der dort nicht häu­fi­ger den Kopf sto­ßen als hier in unse­ren Kitas. „Die Kin­der spie­len dort sehr kon­zen­triert“, ergänzt Eli­sa­beth Leicht. „Und es pas­siert nichts.“ Der „trash gar­den“ habe sie „total begeis­tert“, meint Ann-Chris­tin Pau­li von der Kita Hohoff in Mede­bach. „Aber bei uns ist so etwas lei­der nicht mach­bar, weil die Sicher­heit Vor­rang hat.“ Die Erzie­he­rin­nen wohn­ten im Kib­buz Gal Ed in der Regi­on Megid­do, jeweils bei israe­li­schen Kol­le­gin­nen oder Kol­le­gen. Mit­ge­ar­bei­tet haben sie in unter­schied­li­chen  Kitas. „Das sozia­le Mit­ein­an­der dort steht noch mehr im Vor­der­grund als bei uns“, berich­tet Ute Sie­land von der Kita Son­nen­of in Arns­berg-Berg­heim. Dies sei gera­de bei Kib­buz-Ein­rich­tun­gen der Fall. Die gute sozia­le Struk­tur im Kib­buz ist laut Eva Bon­ke ein gro­ßer Unter­schied zur Situa­ti­on in Deutsch­land. „Die Kin­der haben dort ganz ande­re Mög­lich­kei­ten“, sagt sie. Dadurch sei die Päd­ago­gik ent­spann­ter und har­mo­ni­scher. Der Kib­buz als Kom­mu­ne sei per­fekt für Kin­der und alte Menschen.

Stratmann1Dass in einem Kib­buz kei­ne Autos fah­ren, wur­de von den deut­schen Erzie­he­rin­nen als beson­ders wohl­tu­end emp­fun­den. Ute Strat­mann, Kita St. Andre­as in Vel­me­de, ist beson­ders auf­ge­fal­len, dass den Kin­dern sehr stark vor­ge­ge­ben wur­de, was sie spie­len soll­ten. „Nach dem Früh­stück gab es zum Bei­spiel eine Kis­te mit Ver­klei­dungs­sa­chen, weil gera­de Purim, also Kar­ne­val war“, erzählt sie. Anschlie­ßend sei es dann zur Bewe­gungs­bau­stel­le gegan­gen. „Es wur­de immer das gemacht, was die Erzie­he­rin für rich­tig hält,“ so Ute Strat­mann. „Der Tages­ab­lauf war sehr struk­tu­riert.“ Jeden Tag habe es einen Spa­zier­gang gege­ben, bei dem auch die Babys mit­ge­nom­men wur­den. Die klei­ne­ren Kin­der fuh­ren in „rol­len­den Lauf­stäl­len“ mit. Alle fünf Erzie­he­rin­nen berich­ten von Arbeits­be­din­gun­gen in den israe­li­schen Kitas, von denen man hier­zu­lan­de nur träu­men kön­ne. Das Zah­len­ver­hält­nis von Erzie­he­rin­nen zu Kin­dern ist im Kib­buz bes­ser. „Es gibt mehr Erzie­he­rin­nen, grö­ße­re Räum­lich­kei­ten und sehr gesun­des Essen“, beschreibt Ute Sie­land die Vor­tei­le der Kib­buz-Kitas. Die Kin­der sind nach Alters­grup­pen in ein­zel­nen Häu­sern getrennt. „Ich fin­de das nicht schlecht, weil man vor allem auf die älte­ren Kin­der bes­ser ein­ge­hen kann“, meint Ann-Chris­tin Pau­li. Alle fünf Erzie­he­rin­nen aus dem Sauer­land wur­den in „ihren“ Kitas im Kib­buz herz­lich auf­ge­nom­men. Die Ver­stän­di­gung mit den Kin­dern erfolg­te mit Ges­ten, weil die israe­li­schen Kin­der erst in der Grund­schu­le Eng­lisch ler­nen. „Die Kin­der haben alle wun­der­bar mit mir ‚gespro­chen‘“, sagt Ute Strat­mann. Und Ann-Chris­tin Pau­li fügt hin­zu: „Nach­dem es am vier­ten Tag mit der Ges­tik sehr gut geklappt hat, wäre ich ger­ne län­ger geblie­ben.“ Ermög­licht wur­de der Isra­el-Besuch durch den Freun­des­kreis „Part­ner­schaft Megid­do – Hoch­sauer­land­kreis“. Die Geschäfts­füh­re­rin des Freun­des­krei­ses, Else Gars­ke, sieht den Aus­tausch auch als gute Mög­lich­keit der Völ­ker­ver­stän­di­gung. „Den Kin­dern soll Ver­ständ­nis für­ein­an­der ver­mit­telt wer­den“, betont sie und fügt hin­zu: „Die Erzie­he­rin­nen sind dabei gute Mul­ti­pli­ka­to­ren.“ Schon bald wird es ein Wie­der­se­hen geben. Noch im Früh­jahr die­ses Jah­res wird es einen Gegen­be­such der Kol­le­gin­nen aus Isra­el im Sauer­land geben.

Bild­zei­len  Eli­sa­beth Leicht: „Die Kin­der spie­len im ‚trash gar­den‘ sehr konzentriert.

Ute Strat­mann im Kibbuz.

Klei­ne Kin­der fah­ren beim Spa­zier­gang in „rol­len­den Lauf­stäl­len“ mit