Des Was­sers Kraft und/​oder: Unge­klär­te Fra­gen zum Hang- bzw. Dreck­rutsch in Bestwig

7. Oktober 2013
von Redaktion

Des Was­sers Kraft und/​oder: Unge­klär­te Fra­gen zum Hang- bzw. Dreck­rutsch in Bestwig
Hoch­sauer­land­kreis. Best­wig. Mesche­de. Wie wir aus der Zei­tung erfuh­ren, geriet im August 2013 in Best­wig ein Hang hef­tig ins Rut­schen. Der Grund war (angeb­lich) gleich klar. Schuld soll eine defek­te Was­ser­lei­tung sein.
So weit, so (un)gut.
Etwas von Bri­sanz ist, dass die abge­rutsch­te Mas­se aus Gie­ße­rei­ab­fäl­len bestehen soll, die dort für den Bau eines neu­en Sport­plat­zes ein­ge­setzt wor­den sind. Liest man ein­schlä­gi­ge Lite­ra­tur, so fin­det man Hin­wei­se dar­auf, wonach Gie­ße­rei­san­de wegen ihrer Insta­bi­li­tät für der­ar­ti­ge Bau­maß­nah­men nicht son­der­lich geeig­net sind.
Pas­siert ist pas­siert! Daher stell­te Kreis­tags­mit­glied Rein­hard Loos von der Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL) der Kreis­ver­wal­tung bzw. ihrer Orga­ni­sa­ti­ons­ein­heit Abfallwirtschaft/​Bodenschutz schrift­lich eini­ge Fra­gen zur Insta­bi­li­tät des neu­en Sportplatzes.
Hier die Fra­gen (vom 10.09.2013) und die Ant­wor­ten (vom 16.09.2013):
„Ist die Ursa­che des Hang­rut­sches ermit­telt? Wenn ja, was ist der Grund des Ereignisses?“
„Der Hang­rutsch wur­de durch Was­ser aus­ge­löst, das aus einer defek­ten Druck­was­ser­lei­tung in erheb­li­chen Men­gen unkon­trol­liert aus­ge­tre­ten ist. Es han­del­te sich um Boden, der bis auf die dar­un­ter­lie­gen­den Flä­chen eines Ten­nis- und Sport­plat­zes geschwemmt wur­de. Die ein­ge­bau­ten Gie­ße­rei­al­t­san­de waren nicht betroffen.“
„Wie groß ist nach der­zei­ti­gen Schät­zun­gen die abge­rutsch­te Mas­se (Kubik­me­ter / Tonnen)?“
„Die Men­ge der abge­rutsch­ten Mas­sen wur­de nicht ermittelt.“
„Wer haf­tet für den „Unfall”? Wer trägt die Kos­ten für die Schadensbehebung?“
„Scha­dens­haf­tung und Kos­ten­tra­gung sind ggf. zivil­recht­lich zu klä­ren. Sie tan­gie­ren nicht die öffent­lich-recht­li­chen Auf­ga­ben des Hochsauerlandkreises.“
„Soll das „Lawi­nen-Mate­ri­al” für den Bau des Sport­plat­zes Wie­der­ver­wen­dung finden?
Wenn nein, wie soll es ent­sorgt bzw. wofür soll es ver­wer­tet werden?“
„Soweit das Boden­ma­te­ri­al für die Wie­der­her­rich­tung benö­tigt wird, kann es wie­der ein­ge­baut wer­den. Über­schuss­mas­sen sind vor­ran­gig in ande­ren Bau­maß­nah­men zu ver­wer­ten oder auf einer dafür zuge­las­se­nen Boden- und Bau­schutt­de­po­nie im Hoch­sauer­land­kreis zu beseitigen.“
„Sind Abfäl­le aus Gie­ße­rei­san­den bereits auf ande­ren Bau­stel­len im Kreis­ge­biet zum Ein­satz gekom­men? Wenn ja, gab oder gibt es dort eben­falls Pro­ble­me mit der Stabilität?“
„Die Gie­ße­rei­al­t­san­de wur­den auch bei der im Bau befind­li­chen Ost­zu­fahrt der Mar­tin­rea Hon­sel Ger­ma­ny GmbH in Mesche­de eingesetzt.
Sta­bi­li­täts­pro­ble­me sind weder beim Ein­satz der Gie­ße­rei­al­t­san­de in der Ost­zu­fahrt in Mesche­de noch beim Neu­bau des Sport­plat­zes in Best­wig bekannt geworden.“
PS I: Zwi­schen­zeit­lich ließ uns ein „Insi­der“ wis­sen, dass die Men­ge der abge­rutsch­ten Dreck­mas­sen ca. 137.000 Ton­nen betra­gen soll! Er geht davon aus, dass es die Gie­ße­rei­san­de sind, die ins Rut­schen gerieten.
PS II: Die „im Bau befind­li­che Orts­zu­fahrt“ der Mar­tin­rea Hon­sel Ger­ma­ny GmbH befin­det sich schon seit einer hal­ben Ewig­keit in einem „ruhen­den Bau­zu­stand“. Ob sie jemals fer­tig wird, wis­sen wahr­schein­lich nur die Göt­ter und even­tu­ell die Mar­tin­rea Hon­sel Ger­ma­ny GmbH?
Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)