Der Haus­halt 2013 – Ein Doku­ment der poli­ti­schen Hilf- und Perspektivlosigkeit

8. März 2013
von Redaktion

Sun­dern (Hoch­sauer­land) Trotz guter Steu­er­ein­nah­men gelingt es nicht den Haus­halt der Stadt Sun­dern aus­zu­glei­chen. Die Ver­schul­dung der Stadt steigt dra­ma­tisch wei­ter. Gleich­zei­tig wer­den mit dem Haus­halt kei­ne Zukunfts­si­gna­le gesetzt. Leucht­turm­pro­jek­te und Kli­en­tel­po­li­tik statt Chan­cen­gleich­heit und Teil­ha­be. Der Bür­ger­meis­ter setzt kei­ne Signa­le in Rich­tung guter Arbeit, die CDU kürzt bei Bil­dung, Jugend und Fami­lie. Die SPD im Rat der Stadt Sun­dern lehnt kon­se­quen­ter Wei­se den Haus­halt 2013 ab.

 

Der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der SPD im Rat der Stadt Sun­dern Jür­gen ter Braak  konn­te in der Rats­sit­zung am Don­ner­tag ein­drucks­voll die Posi­ti­on der SPD begrün­den. Die SPD lehnt die geplan­ten Ein­spa­run­gen bei der Fami­li­en­kar­te ab. „Ein­spa­run­gen, die durch ein effi­zi­en­te­res  Abrech­nungs­ver­fah­ren mit der Sor­pe­see GmbH erzielt wer­den sol­len der Fami­li­en­kar­te wie­der zuflie­ßen“, for­der­te ter Braak. [-] Durch einen völ­lig über­zo­ge­nen Zins­sat­zes für die Ver­zin­sung des Eigen­ka­pi­tals  sind die Was­ser­ge­büh­ren in Sun­dern über­teu­ert. Das trifft ins­be­son­de­re die Fami­li­en. Genera­tio­nen­ge­rech­tig­keit heißt für die SPD auch Belas­tungs­ge­rech­tig­keit. Kin­der­ar­mut nimmt in Sun­dern dra­ma­ti­sche Züge an. „Lei­der hat die CDU nicht den Mut hier umzu­steu­ern“, bedau­ert ter Braak. Anders als bei Kin­dern und Allein­er­zie­hen­den sind Senio­rin­nen und Senio­ren  zur­zeit deut­lich weni­ger auf frei­wil­li­ge Leis­tun­gen der Stadt ange­wie­sen. [-]. „Wir könn­ten das Geld bes­ser für Fami­li­en ein­set­zen“, unter­stützt Bir­te Hirsch­berg, SPD Rats­frau „oder für die Kon­zep­ter­stel­lung Bar­rie­re­frei­es Sun­dern“. Auch die 20 % Kür­zung bei der Kin­der- und Jugend­ar­beit geht die SPD nicht mit. „Wer bei der Prä­ven­ti­on spart, kann sich spä­ter über Sozi­al­las­ten nicht auf­re­gen“ unter­streicht ter Braak.

 

Jür­gen ter Braak mach­te aber auch deut­lich, die CDU ver­passt in Sun­dern eine Chan­ce nach der ande­ren. Wegen Über­for­de­rung der Ver­wal­tung kei­ne Teil­nah­me am Pro­jekt  der NRW Lan­des­re­gie­rung „Kein Kind zurück­las­sen“, kei­ne Teil­nah­me am Pro­jekt Inter­kom­mu­na­le Kul­tur­ent­wick­lungs­pla­nung, kei­ne Per­spek­ti­ve für die Schul­ent­wick­lung bei den wei­ter­füh­ren­den Schu­len, etc. Unse­re Nach­bar­städ­te sind da pfif­fi­ger. Wäh­rend für Tei­le des Ver­eins­sport die CDU ein unend­lich gro­ßes Herz hat, haben Musik­ver­ei­ne, Kul­tur­schaf­fen­de, und auch vie­le Nicht­fuß­bal­ler in die­ser Stadt das Nachsehen.

 

Die SPD for­dert seit vie­len Jah­ren eine Neu­ori­en­tie­rung in der Wirt­schafts­för­de­rung. „Sun­dern ist ein Indus­trie­stand­ort und soll das blei­ben“, ist die kla­re For­de­rung von Micha­el Ste­che­le, SPD Rats­mit­glied. „Ein­zel­han­del und Tou­ris­mus kön­nen die Zahl und Qua­li­tät der Arbeits­plät­ze im gewerb­li­chen Bereich nicht kom­pen­sie­ren. Hier ist kei­ne Stra­te­gie der Stadt für gute Arbeit und Aus­bil­dung zu erken­nen.“ Zur Zukunfts­ori­en­tie­rung gehört es auch, dass die Ent­wick­lung der Stadt­tei­le im glei­chen Maße erfolgt. „Des­halb ist es drin­gend erfor­der­lich, dass auch das Bau­land­ma­nage­ment der Stadt neu geord­net wird“, for­dert Wil­li Vogt, Orts­vor­ste­her aus Alten­helle­feld. Kla­re Posi­ti­on auch zum Regio­na­le Pro­jekt 2013 und zur tou­ris­ti­schen Erschlie­ßung Ame­ckes. Mit 1,8 Mio Euro und dann jähr­li­chen Fol­ge­kos­ten in Höhe von 80.000,- € ist Ame­cke gut ver­sorgt. Danach sind aus Sicht der SPD die ande­ren Orts­tei­le dran.

 

Jür­gen ter Braak begrüßt, dass  end­lich ein Gut­ach­ten über die Effi­zi­enz der Ver­wal­tung vor­liegt. Der Bür­ger­meis­ter Lins hat­te sich noch in 2010 dage­gen gewehrt. Jetzt begrü­ßen sogar sei­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter not­wen­di­ge Anpas­sun­gen. „Eine effi­zi­en­te­re Ver­wal­tung wird für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger mehr Leis­tung erbrin­gen und sich auch posi­tiv im Haus­halt nie­der­schla­gen“, resü­miert ter Braak. Lei­der ließ der Bür­ger­meis­ter die Mög­lich­kei­ten ver­stärk­ter inter­kom­mu­na­ler Zusam­men­ar­beit nicht mit unter­su­chen. „Hier liegt noch viel Poten­ziel“, so ter Braak. „Den Reden müs­sen jetzt auch Taten folgen.“

 

Jür­gen ter Braak mach­te aber auch noch ein­mal deut­lich, dass eine frü­he­re und bes­se­re Betei­li­gung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger an Zukunfts­ent­schei­dun­gen wich­tig ist. Der Haus­halt der Stadt Sun­dern gehört den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern. Sie sol­len stär­ker dar­an betei­ligt wer­den was mit dem kom­mu­na­len Geld  pas­siert. Die CDU will eher den umge­kehr­ten Weg gehen. Wich­ti­ge Infra­struk­tur­pro­jek­te, sozia­le Initia­ti­ven wer­den zukünf­tig eher über die städ­ti­schen Töch­ter finan­ziert und kön­nen dann nicht ein­mal mehr vom Rat beschlos­sen werden.