„Da wächst kein Gras mehr“: Best­wig und Ols­berg gemein­sam aktiv für anspre­chen­des Ortsbild

2. Juli 2013
von Redaktion

13_07_01_ZachoBestwig/​Olsberg. Ein gewal­ti­ger, wie ein Staub­sauger wir­ken­der Vor­bau, Schläu­che, eine Gas­fla­sche und der Hand­an­trieb – ein biss­chen sieht das wuch­ti­ge Gerät so aus, als könn­te es dem „Raum­schiff Enter­pri­se“ der 1960-er Jah­re ent­sprun­gen sein. Aller­dings geht es bei dem „Unge­tüm“ kei­nes­wegs um frem­de Wel­ten, son­dern um sau­be­re Plät­ze und Bür­ger­stei­ge in der Gemein­de Best­wig und der Stadt Ols­berg: Die Bau­be­triebs­hö­fe der bei­den Kom­mu­nen tes­ten in die­sem Jahr gemein­sam ein neu­es Gerät, um kom­mu­na­le Pflas­ter-Flä­chen frei von Wild­kräu­tern zu halten.

Das Beson­de­re des „UKB 650“: Er arbei­tet mit einem Heiß­luft­ge­blä­se, das Tem­pe­ra­tu­ren von bis zu 800 Grad erzeugt. „Die hei­ße Luft zer­stört das Eiweiß in den Pflan­zen und tötet somit die Kräu­ter ab“, erläu­tert Bernd Pape, Lei­ter des Bau­be­triebs­ho­fes der Stadt Ols­berg, das Grund­prin­zip: „Das ver­hin­dert ein schnel­les Nach­wach­sen.“ „Es ist ein alter­na­ti­ves Mit­tel, um das Pro­blem mit Wild­kräu­tern in den Griff zu krie­gen“, ergänzt sein Best­wi­ger Kol­le­ge Tho­mas Müller.

Aus Sicht der bei­den Fach­leu­te ver­eint das neue Gerät gleich meh­re­re Vor­tei­le: „Es kommt ohne offe­ne Flam­me aus – des­we­gen gibt es kei­ne Brand­ge­fahr“, so Tho­mas Mül­ler. Im ver­gan­ge­nen Jahr, weiß Bernd Pape, habe der Ols­ber­ger Bau­be­triebs­hof ein Sys­tem getes­tet, das mit hei­ßem Was­ser arbei­te­te. Zum einen, so Bernd Pape, habe man „nur“ Tem­pe­ra­tu­ren bis 100 Grad erreicht – „und zum ande­ren war das Gerät deut­lich ener­gie­auf­wän­di­ger.“ Beim „UKB 650“, so gibt der Her­stel­ler an, kön­nen mit zehn bis 20 Kilo­gramm Gas bis zu 2.000 Qua­drat­me­ter Flä­che bear­bei­tet wer­den – Bernd Pape: „Das ist sehr effi­zi­ent.“ Und es erfüllt eine wei­te­re Vor­aus­set­zung, so Tho­mas Mül­ler: „Wir kom­men auf befes­tig­ten und ver­sie­gel­ten Flä­chen mit die­sem Gerät ohne Che­mie aus.“

Wich­tig sei aber auch die Wirk­sam­keit. „Unkraut jäten“ von Hand sei nicht nur unwirt­schaft­lich, son­dern auch kaum effek­tiv, weiß Tho­mas Mül­ler: „Die Wur­zeln blei­ben in der Erde, die Kräu­ter wach­sen schnell nach.“ Und auch mit Gerä­ten, die die Wild­kräu­ter mecha­nisch bear­bei­ten, habe man kei­ne guten Erfah­run­gen gemacht: „Die ent­fer­nen zwar die Kräu­ter, hin­ter­las­sen aber auch Schä­den am Pflaster.“

Ein­ge­setzt wer­den kann der „UKB 650“ auf Pflas­ter- und Kies­flä­chen, Geh­we­gen, Park­plät­zen, an Borstein­kan­ten oder auch in Park­an­la­gen und auf Fried­hö­fen. Bis zu 2000 Qua­drat­me­ter pro Stun­de kön­nen die Mit­ar­bei­ter der bei­den Bau­be­triebs­hö­fe so bear­bei­ten. „Drei bis sechs Anwen­dun­gen pro Jahr sind not­wen­dig, um eine lang­fris­ti­ge Wir­kung zu erzie­len“, weiß Bernd Pape. Schon jetzt sei aber fest­zu­stel­len, dass das Gerät in der Hand­ha­bung sehr leicht und ein­fach ein­zu­set­zen sei.

Bis zum Ende der „Grün­pfle­ge­sai­son“ wol­len die bei­den Kom­mu­nen das neue Gerät nun tes­ten. Anschlie­ßend soll eine Ent­schei­dung fal­len, ob der „UKB 650“ end­gül­tig ange­schafft wird. Auch den Kauf wol­len die Stadt Ols­berg und die Gemein­de Best­wig in die­sem Fall gemein­sam schul­tern. „Hier ist die Inter­kom­mu­na­le Zusam­men­ar­beit eine abso­lut sinn­vol­le Sache“, meint Best­wigs Bür­ger­meis­ter Ralf Péus, und das Ols­ber­ger Stadt­ober­haupt Wolf­gang Fischer ergänzt: „Wenn wir die Kos­ten tei­len, erhöht das die Wirtschaftlichkeit.“

Foto: Da wächst kein Gras mehr: Wer­ner Hop­pe, Mit­ar­bei­ter des Best­wi­ger Bau­hofs, bekämpft mit dem „UKB 650“ Gras und Wild­kräu­ter auf dem Best­wi­ger Rat­haus­platz. Bild­nach­weis: Gemein­de Bestwig/​Stadt Olsberg