CDU-Regie­rung ebne­te “Heu­schre­cke des Holz­mark­tes” den Weg

26. April 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. NRW. Am 3. Mai wird beim Land­ge­richt in Müns­ter über einen Antrag auf Einst­wei­li­ge Ver­fü­gung ver­han­delt, den der öster­rei­chi­sche Holz­kon­zern Klaus­ner ein­ge­reicht hat. Klaus­ner erwar­tet, dass ihm das Land NRW sämt­li­ches in den nächs­ten 9 Mona­ten geschla­ge­ne Fich­ten­holz lie­fert. Klaus­ner hat bereits eine Kla­ge über 120 Mio Euro Scha­den­er­satz gegen das Land NRW lau­fen. Der Kon­zern pocht auf die Erfül­lung von Ver­trä­gen, die das Land NRW im Jah­re 2007 nach­dem Sturm „Kyrill“ mit dem öster­rei­chi­schen Kon­zern geschlos­sen hat­te. Ver­ant­wort­lich für die Ver­trä­ge ist die dama­li­ge Lan­des­re­gie­rung mit Ex-Minis­ter­prä­si­dent Rütt­gers und Ex-Umwelt­mi­nis­ter Uhlen­berg. Bereits seit dem Jahr 2009 konn­ten die Holz­lie­fe­rungs-Ver­trä­ge nicht mehr erfüllt wer­den. Vie­le hei­mi­sche Säge­werks­be­trie­be fürch­ten im ihre Exis­tenz, wenn Klaus­ner beim Land­ge­richt Erfolgt haben soll­te und alles Fich­ten­holz an die­sen Kon­zern gelie­fert wer­den müß­te.
Zur Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen der Fir­ma Klaus­ner und dem Land NRW erklärt Nor­wich Rüße, land­wirt­schafts- und natur­schutz­po­li­ti­scher Spre­cher der GRÜ­NEN Frak­ti­on im Land­tag NRW:
„Die Fir­ma Klaus­ner ent­puppt sich als Heu­schre­cke des Holz­mark­tes ohne Rück­sicht auf die öko­lo­gi­schen und sozia­len Fol­gen in NRW. Wenn die Ver­trä­ge mit dem Unter­neh­men 1:1 erfüllt wer­den müss­ten, gefähr­den sie die holz­ver­ar­bei­ten­den Betrie­be in NRW mit ihren rund 3200 Beschäf­ti­gen. Der Klaus­ner-Kon­zern erhiel­te dadurch auf dem Holz­markt über Jah­re eine Exklu­sivstel­lung, unter der die Holz­be­trie­be in NRW lei­den müss­ten, weil sie kaum noch an hei­mi­sches Holz kom­men könn­ten. Auch unse­re Wäl­der wür­den einen mas­si­ven Scha­den davon­tra­gen. Für Klaus­ner müss­te wesent­lich mehr Holz in Nord­rhein-West­fa­len geschla­gen wer­den als über­haupt nach­wächst. Das urei­ge­ne forst­wirt­schaft­li­che Prin­zip der Nach­hal­tig­keit wäre in Gefahr.
Ex-Umwelt­mi­nis­ter Eck­hard Uhlen­berg muss end­lich erklä­ren, wie der­ar­tig fahr­läs­si­ge Lie­fer­ver­trä­ge mit dem Unter­neh­men Klaus­ner zustan­de kom­men konn­ten. Die­ses Erbe aus der schwarz-gel­ben Regie­rungs­zeit ent­wi­ckelt sich zum unkal­ku­lier­ba­ren Risi­ko für die hei­mi­sche Holz­in­dus­trie und unse­re Natur. Wie konn­te der dama­li­ge Umwelt­mi­nis­ter einen sol­chen Ver­trag über­haupt unter­zeich­nen? Die Uhlen­berg-Ver­trä­ge ent­hal­ten Bedin­gun­gen, die jeg­li­cher Ver­nunft wider­spre­chen. Herr Uhlen­berg muss vie­le Fra­gen beant­wor­ten: Wer hat den Ver­trag aus­ge­ar­bei­tet? Wur­den die Ver­pflich­tun­gen, die sich dar­aus erge­ben, nicht geprüft? Wie konn­te es pas­sie­ren, dass absur­de Garan­ti­en über Lie­fer-Men­gen gege­ben wur­den? Und wie konn­te eine der­art lan­ge Ver­trags­lauf­zeit ohne Kopp­lung an den Preis­in­dex abge­schlos­sen wer­den? Auf­grund der dro­hen­den erheb­li­chen Fol­gen kön­nen wir Grü­ne ein wei­te­res Schwei­gen des ehe­ma­li­gen Minis­ters Uhlen­berg nicht akzep­tie­ren.“
Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)