„Bohr­schlamm-Tou­ris­mus“ auch im HSK?

15. März 2016
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Meschede.
Arsen und Co auf Reisen
Am 07.03.2016 berich­te­te der WDR über Trans­por­te gif­ti­ger Bohr­schläm­me kreuz und quer durch Deutsch­land. Dabei han­delt es sich um eine Art Tou­ris­mus mit hoch belas­te­tem Mate­ri­al, das in Nie­der­sa­chen (und mög­li­cher­wei­se auch in ande­ren Bun­des­län­dern oder auch außer­halb von Deutsch­land?) bei der För­de­rung von Erd­öl und Erd­gas als „gefähr­li­cher“ Son­der­ab­fall anfällt. Die Schläm­me sol­len außer Öl-Rück­stän­den auch gif­ti­ge Schwer­me­tal­le wie Queck­sil­ber und Arsen sowie radio­ak­ti­ves Radi­um 226 enthalten.
Kapazitätsbedarf
Weil in Nie­der­sach­sen die Depo­nie-Kapa­zi­tä­ten nicht aus­rei­chen bzw. nicht vor­han­den sind, wur­de und wird (laut Medi­en­be­rich­ten) ein gro­ßer Teil der gif­ti­gen Borschläm­me per Lkw nach NRW beför­dert, um hier in „ord­nungs­ge­mä­ßen“ Depo­nien gela­gert zu werden.
Erör­te­rungs­be­darf im Landtag …
Die CDU-Frak­ti­on im Rhein-Erft-Kreis möch­te die­sen Sach­ver­halt nun im Umwelt­aus­schuss des NRW-Land­tags auf die Tages­ord­nung brin­gen. Klick: http://​www1​.wdr​.de/​n​a​c​h​r​i​c​h​t​e​n​/​b​o​h​r​s​c​h​l​a​m​m​-​s​o​n​d​e​r​m​u​e​l​l​-​d​e​p​o​n​i​e​-​n​r​w​-​1​0​0​.​h​tml
…. und im HSK-Kreistag?
Machen die Lkw’s mit Schlamm-Ladun­gen einen gro­ßen Bogen um den Hoch­sauer­land­kreis? Wenn nicht, fah­ren sie hier „nur“ über die Auto­bahn oder auch über Land- und Kreis­stra­ßen? Oder kip­pen sie das gif­ti­ge Zeug auch auf Depo­nien im HSK ab, z.B. auf der Zen­tra­len Rest­stoff­de­po­nie  (ZRD) Mesche­de-Frie­ling­hau­sen? Schließ­lich wis­sen wir ja, dass ein gro­ßer Teil  der in Frie­ling­hau­sen gela­ger­ten Abfäl­le von außer­halb des Kreis­ge­biets impor­tiert wer­den. Dabei han­delt es sich ja auch um Abfäl­le, die als beson­ders gefähr­lich ein­ge­stuft sind und somit nur auf Depo­nien der Depo­nie­klas­se III abge­la­gert wer­den dürfen.
Nur zwei Fragen
Die Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL/FW) will es genau wis­sen. Am 15. März stell­te sie daher Land­rat Dr. Karl Schnei­der die­se zwei Fra­gen zum „Bohr­schlamm-Tou­ris­mus“:

  • Auf wel­chen Depo­nien im Hoch­sauer­land­kreis wur­den und wer­den über wel­chen Zeit­raum und in wel­cher Grö­ßen­ord­nung Bohr­schläm­me aus Nie­der­sach­sen und ande­ren Regio­nen abge­kippt und gelagert?
  • Wel­che Trans­por­te sol­cher Bohr­schläm­me durch das Kreis­ge­biet fan­den bis­her statt?

PM der Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL/FW)