Begeg­nungs­abend – Freun­de der Völ­ker­be­geg­nung (FdV) freu­en sich über gro­ße Resonanz

28. März 2013
von Redaktion

DSC00227Mesche­de. Auf viel Inter­es­se stieß Ende März 2013 der Begeg­nungs- und Gesprächs­abend des Ver­eins Freun­de der Völ­ker­be­geg­nung (FdV).  „Abschied von Ost­preu­ßen – Rei­se nach Kali­nin­grad“, war das Thema.

Über 40 Zuhö­re­rin­nen und Zuhö­rer lausch­ten gespannt der ergrei­fen­den Erzäh­lung von Erich Mit­tag. Das FdV-Mit­glied berich­te­te mit viel Humor und etwas Weh­mut über sei­ne Kind­heit im Dörf­chen Sas­sen­hö­he im nörd­li­chen Ost­preu­ßen, von den Geschwis­tern, sei­nem Vater, der Schnei­der war, dem frü­hen Tod sei­ner Mut­ter, von der neu­en Mut­ter und neu­en Geschwis­tern, dar­über, mit wel­cher Freu­de er die Schu­le besuch­te, von sei­ner Zeit als Loko­mo­tiv-Jung­hel­fer beim Reichs­bahn­be­triebs­werk in Ins­ter­burg und dem jähen Bruch, den das Kriegs­en­de im Win­ter 1944/45 für ihn und alle Ost­preu­ßen bedeu­te­te. Mit knap­per Not über­leb­te er als 15jähriger voll­kom­men auf sich allein gestellt Flucht und Ver­trei­bung. Auf der Flucht vor der Roten Armee schlug sich Erich Mit­tag Stück für Stück und oft unter äußerst dra­ma­ti­schen Umstän­den nach Wes­ten durch, bis er eher zufäl­lig aber glück­lich im Herbst 1945 in Nie­ders­feld im Sauer­land ankam. Dort leb­te er sich schnell ein und wur­de schon 1946 Grün­dungs­mit­glied des dor­ti­gen Fuß­ball­ver­eins. Seit vie­len Jah­ren wohnt er nun mit sei­ner Fami­lie in Mesche­de. Herr Mit­tag gehör­te zusam­men mit sei­ner Frau zu den ers­ten Mit­glie­dern der Freun­de der Völ­ker­be­geg­nung. Rück­bli­ckend sagt er: „Es ist ein gutes Leben“. Einer von Erichs Brü­dern hat­te lei­der nicht so viel Glück. Er blieb bis heu­te ver­schol­len. „Haupt­sa­che ist, dass nicht wie­der ein Krieg kommt“, mit die­ser Fest­stel­lung  schloss Erich Mit­tag sei­ne Lebens­rück­schau. Zum Abschluss erfreu­te Herr Mit­tag die Gäs­te noch mit sei­ner Mund­har­mo­ni­ka. Er spiel­te das Ost­preu­ßen­lied „Land der dunk­len Wälder“.

 

Der Rei­se in die Ver­gan­gen­heit folg­te dann ein Aus­flug in die Gegen­wart. Lutz Wend­land und Gabrie­le Joch-Eren brach­ten von ihrer Fahrt in das ehe­ma­li­ge Ost­preu­ßen im Juni 2012  eini­ge Epi­so­den und vie­le Fotos mit, dar­un­ter auch ein paar aktu­el­le Bil­der von der Kir­che in Kraupischken/​Breitenstein, in der Erich Mit­tag vor rund 70 Jah­ren kon­fir­miert wur­de. Das frü­her so  statt­li­che Back­stein­ge­bäu­de ist jetzt nur noch eine Rui­ne. Wie man auf den Fotos vom letz­ten Jahr gut erken­nen kann, erfreut sich das alte Gemäu­er bei Stör­chen größ­ter Beliebtheit.

 

Unter den Gäs­ten beim FdV-Begeg­nungs­abend waren etli­che, die das frü­he­re Ost­preu­ßen schon mehr­fach besucht haben und sich in der rus­si­schen Exkla­ve Kali­nin­grad sehr gut aus­ken­nen. Beson­de­res Stau­nen lös­te ein Herrn aus Schmal­len­berg aus, der, wie er berich­te­te, bereits genau 100 mal das Kali­nin­gra­der Gebiet besucht hat. Ein Gast aus Ols­berg erzähl­te, er orga­ni­sie­re schon seit vie­len Jah­ren Bus­rei­sen nach Polen, Russ­land und ins Bal­ti­kum. In die­sem Jahr plant und orga­ni­siert er für die Zeit vom 24.07. bis zum 13.08. sei­ne 13. Stu­di­en­fahrt in das „Deutsch­or­dens­land Preußen“.

 

Wer weiß, viel­leicht begeis­tern sich nach die­sem über­haupt nicht lang­wei­li­gen Begeg­nungs­abend bei den Freun­den der Völ­ker­be­geg­nung eini­ge Gäs­te und FdV-Mit­glie­der für ihre ers­te, zwei­te oder xte Rei­se nach Kali­nin­grad? Wer weiß?