Bau­ern grün­den Land­schafts­pfle­ge­ver­ein

2. Dezember 2016
von Redaktion

Oder mit der Nagel­sche­re: Bau­ern neh­men Arten­schutz selbst in die Hand Erst­mals in West­fa­len-Lip­pe: „Land­schafts­pfle­ge­ver­ein Mede­ba­cher Bucht“ gegrün­det

015vereinalleMedebach/Hallenberg. Zur Grün­dung des „Land­schafts­pfle­ge­ver­eins Mede­ba­cher Bucht“ kamen am Don­ners­tag 43 Land­wir­te, Natur­schüt­zer und Ver­tre­ter von Ver­ei­nen, Genos­sen­schaf­ten und Kom­mu­nen im Mede­ba­cher Rat­haus zusam­men. Hin­ter­grund: Die Arten­schutz­zie­le der „Mede­ba­cher Ver­ein­ba­rung“ aus dem Jahr 2000 sind in Tei­len nicht erreicht wor­den. Und so haben die Land­wir­te selbst die Initia­ti­ve ergrif­fen und wol­len nun mit die­ser Koope­ra­ti­on gemein­sam mit der Bio­lo­gi­schen Sta­ti­on Hoch­sauer­land­kreis Lebens­räu­me für gefähr­de­te Tier­ar­ten schaf­fen und pfle­gen. Haupt­pfle­ge­fall: Der Neun­tö­ter, ein Vogel, der bevor­zugt in Hecken brü­tet. „Die Stadt Mede­bach hat­te bis­her immer das Pro­blem, dass die Bio­sta­ti­on es am liebs­ten sähe, wir wür­den die Weg­rän­der mit der Nagel­sche­re ein­kür­zen, und die Land­wir­te hät­ten sich einen Har­ves­ter gewünscht“ beschrieb Mede­bachs Bür­ger­meis­ter Tho­mas Gro­sche das Dilem­ma der Ver­wal­tung. Sein Amts­kol­le­ge Micha­el Kro­nau­ge aus Hal­len­berg pflich­te­te ihm bei: „Dar­um begrü­ßen auch wir sehr, dass sich die­ser Ver­ein grün­det und den Arten­schutz gemein­sam in Angriff nimmt.“ Neben der Hecken­pfle­ge kann auch das Mähen von Brach­wie­sen und das Anle­gen von Obst­wie­sen zu den zukünf­ti­gen Auf­ga­ben des Ver­eins gehö­ren, erläu­ter­te Wer­ner Schu­bert, wis­sen­schaft­li­cher Lei­ter der Bio­lo­gi­schen Sta­ti­on.

West­fä­lisch-Lip­pi­scher Land­wirt­schafts­ver­band e.V. Öffent­lich­keits­ar­beit Süd­west­fa­len
Da es sich bei der Mede­ba­cher Bucht um ein Euro­päi­sches Vogel­schutz­ge­biet han­delt, sind die­se Pfle­ge­ar­bei­ten zu  90 % aus Eler-Mit­teln för­der­fä­hig. (Eler: Euro­päi­scher Land­wirt­schafts­fonds für die Ent­wick­lung des länd­li­chen Raums). Gewählt wur­de 1. Vor­sit­zen­der Josef Schrei­ber, Land­wirt aus Mede­bach und Vor­sit­zen­der des Land­wirt­schaft­li­chen Kreis­ver­ban­des Hoch­sauer­land. Stell­ver­tre­ter: Karl Kropp, Land­wirt aus Mede­bach und Chris­ti­an Nig­ge­mann, Land­wirt aus Hal­len­berg. Des wei­te­ren gehö­ren dem Vor­stand an: Jür­gen Schrö­der, Land­wirt aus Mede­bach und Vor­sit­zen­der des Land­wirt­schaft­li­chen Stadt­ver­ban­des Medebach/Hallenberg und Fried­helm Schnur­bus vom Vogel- und Natur­schutz­bund. Zum Geschäfts­füh­rer beru­fen wur­de Wer­ner Schu­bert, Bio­lo­gi­sche Sta­ti­on Hoch­sauer­land­kreis. Die Sat­zung hat­te WLV-Geschäfts­füh­rer Kars­ten Drews-Kreil­man gemäß  dem Ver­eins­recht aus­ge­ar­bei­tet. Der „Land­schafts­pfle­ge­ver­ein Mede­ba­cher Bucht“ ist der ers­te die­ser Art in West­fa­len-Lip­pe.