Aus­stel­lung gibt unge­wöhn­li­che Ein­bli­cke ‑Foto­stre­cke-

10. November 2013
von Redaktion

Aus­stel­lung gibt unge­wöhn­li­che Ein­bli­cke  – Foto­stre­cke -

Bet­ti­na Flit­ner stellt „Men­schen“ in der Stadt­ga­le­rie Sun­dern aus

DSC00760-980Sun­dern (Hoch­sauer­land) Gleich am Ein­gang bli­cken den Besu­cher lebens­gro­ße Men­schen grim­mig an, in den Hän­den hal­ten sie Waf­fen, die bedroh­lich schei­nen. „Mein Feind“ heißt die Foto­se­rie von Bet­ti­na Flit­ner, die neben ande­ren in der Aus­stel­lung des Kunst­ver­eins Sun­dern in der Stadt­ga­le­rie und auf der Haupt­stra­ße gezeigt wird. Zahl­rei­che Besu­che­rin­nen und Besu­cher waren zur Eröff­nung am Sonn­tag­nach­mit­tag gekom­men, unter ihnen Bür­ger­meis­ter Det­lef Lins und die Frau­en­recht­le­rin Ali­ce Schwar­zer aus Köln, vor der ein Por­trait in der Aus­stel­lung zu sehen ist. Gerard Goo­d­row eröff­ne­te in Ver­tre­tung für die erkrank­te Anne Knapstein die Werk­schau, die auf mehr als zwan­zig Jah­re des Schaf­fens von Bet­ti­na Flit­ner zurück­blickt. Flit­ner zählt sich mit ihren Arbei­ten zur „Enga­gier­ten Foto­gra­fie“, sie packt hei­ße Eisen an, ohne dabei ihre eige­nen Hal­tung preis­zu­ge­ben. Als objek­ti­ve Beob­ach­te­rin schafft sie ein Ver­trau­ens­ver­hält­nis zu den Men­schen, die sie foto­gra­fiert und über­lässt es dem Betrach­ter, sich eine Mei­nung zu bil­den. Wie gut sie die­ses Ziel erreicht hat, ergab sich beim Rund­gang durch die Aus­stel­lung, denn über­all fan­den vor den Bil­dern hei­ße Dis­kus­sio­nen statt. Flit­ner befasst sich mit unbe­que­men The­men wie Sex­tou­ris­mus nach Thai­land, Aus­län­der­feind­lich­keit in Hoyers­wer­da, Bor­dell­be­su­cher oder jugend­li­che Rechts­ra­di­ka­le. Aber auch wit­zi­ge Fotos fin­det man in der Aus­stel­lung in der Serie „Boat­peop­le“, wo sie Men­schen auf einem Boot auf dem Rhein dar­stellt. Por­traits bekann­ter Frau­en, Jagd­bil­der – eine iro­ni­sche Ver­beu­gung vor dem Sauer­land –  und Fotos vom Mau­er­strei­fen in Ber­lin kurz nach der Grenz­öff­nung 1989 run­den die Aus­stel­lung ab. Die Aus­stel­lung beschränkt sich aller­dings nicht auf die Stadt­ga­le­rie, son­dern auch in der Fuß­gän­ger­zo­ne sind auf gro­ßen Tafeln Bil­der zum The­ma „Mein Herz. Mein Denk­mal“ zu sehen. Mit der Serie „Mein Feind“ bil­den die Bil­der eine Tri­lo­gie. Die unbe­dingt sehens­wer­te Aus­stel­lung ist bis zum Jah­res­en­de (außer an den Weih­nachts­fei­er­ta­gen) mitt­wochs bis frei­tags jeweils von 16 bis 19 Uhr und sams­tags und sonn­tags von 12 bis 17 Uhr zu sehen. Die Stadt­ga­le­rie befin­det sich im Lock­weg in direk­ter Nach­bar­schaft zur Fuß­gän­ger­zo­ne.