Aus­bau der Büro­kra­tie – und kei­ner will’s gewe­sen sein…

6. August 2013
von Redaktion

Aus­bau der Büro­kra­tie – und kei­ner will’s gewe­sen sein…
Hoch­sauer­land­kreis. Bri­lon. Eigent­lich soll­te jedem bewußt sein, dass bei dras­tisch sin­ken­den Bevöl­ke­rungs­zah­len auch die öffent­li­chen Ver­wal­tun­gen schrump­fen müs­sen, sonst müs­sen immer weni­ger Bür­ge­rin­nen und Bür­ger die Kos­ten für immer teu­re­re Ver­wal­tun­gen auf­brin­gen – und das kann nicht funktionieren.
Doch das Ord­nungs­amt im Bri­lo­ner Rat­haus scheint sich nach neu­en Auf­ga­ben zu seh­nen. Es leg­te dem Rat bereits für des­sen Sit­zung am 24.11.2011 eine Neu­fas­sung der “Son­der­nut­zungs­sat­zung” vor. Damit müs­sen nun auch Fahr­rad­stän­der und Wahl­pla­ka­te (“Wahl­sicht­wer­bung”) schrift­lich bean­tragt wer­den und bedürf­ten einer Erlaub­nis der Stadt­ver­wal­tung. “Der Antrag ist schrift­lich spä­tes­tens zwei Wochen vor dem Beginn der Son­der­nut­zung mit Anga­ben über Art, Ort, Umfang und Dau­er der Son­der­nut­zung zu stel­len”, heißt es kon­kret. Und wei­ter: “Für erlaub­nis­be­dürf­ti­ge Son­der­nut­zun­gen wer­den Gebüh­ren nach Maß­ga­be des Gebüh­ren­ta­rifs erho­ben.” Die Sat­zung wur­de von CDU, SPD und BBL – trotz Pro­tes­tes der Bür­ger­lis­te gegen die unsin­ni­ge Büro­kra­ti­sie­rung – beschlossen.
Nun steht mit der Bun­des­tags­wahl am 22. Sep­tem­ber die ers­te Wahl seit der Beschluss­fas­sung über die neue Sat­zung an. Dies nahm die Bür­ger­lis­te zum Anlaß, in der Rats­sit­zung, 2 Mona­te vor dem Wahl­ter­min, nach­zu­fra­gen, wie vie­le Anträ­ge für die Auf­stel­lung von Wahl­pla­ka­ten denn schon vor­lä­gen, und ob schon Gebüh­ren für die Geneh­mi­gung von Wahl­pla­ka­ten erho­ben wor­den sei­en. Das alles nicht ohne den Hin­weis, dass man ger­ne auf die Anwen­dung die­ser Sat­zungs­än­de­rung ver­zich­ten kön­ne, dann aber für alle Par­tei­en und Wäh­ler­grup­pen glei­cher­ma­ßen. Ant­wort der Dezer­nen­tin war, dass ihr kei­ne Anträ­ge bekannt seien.
Ob denn etwa CDU und SPD die von ihnen selbst beschlos­se­ne Sat­zung mißachten?
An den Sat­zungs­be­schluss moch­te sich in der Rats­sit­zung nie­mand so rich­tig erin­nern. Und der Bei­geord­ne­te erklär­te, man müs­se den Text der Sat­zung noch ein­mal über­prü­fen… Zumin­dest sicher­te der Bür­ger­meis­ter zu, dass für die Erlaub­nis von Wahl­pla­ka­ten kei­ne Gebüh­ren erho­ben wer­den. Nie­mand dürf­te etwas dage­gen haben…
Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)