Auch Dör­fer unter 2.000 Ein­woh­ner haben eine Zukunft

24. Februar 2014
von Redaktion

Jun­ge Uni­on Hoch­sauer­land kri­ti­siert den Landesentwicklungsplan

v.l. Der JU Kreisvorsitzende Thomas Becker aus Brilon und Sven Lucas Deimel aus Winterberg

v.l. Der JU Kreis­vor­sit­zen­de Tho­mas Becker aus Bri­lon und Sven Lucas Dei­mel aus Winterberg

„Die rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung schreibt den länd­li­chen Raum offen­bar kom­plett ab“, kri­ti­siert der Kreis­vor­sit­zen­de der Jun­gen Uni­on Hoch­sauer­land Tho­mas Becker den Lan­des­ent­wick­lungs­plan (LEP): „ Es ist über­haupt nicht ersicht­lich, war­um pau­schal alle Dör­fern unter 2.000 Ein­woh­nern kei­ne Zukunft haben sol­len.“ Bei der Kreis­ver­samm­lung der JU am Sams­tag haben die Dele­gier­te ein­stim­mig einem Antrag zuge­stimmt, in dem der CDU-Nach­wuchs die Lan­des­re­gie­rung auf­for­dert, den LEP zu überarbeiten.

 

Im Ent­wurf für den LEP ist fest­ge­legt, dass kei­ne neu­en Bau­ge­bie­te in Dör­fern unter 2.000 Ein­woh­nern erschlos­sen wer­den dür­fen. Die Dör­fer sei­en erfah­rungs­ge­mäß nicht in der Lage die Nah­ver­sor­gung der Men­schen zu gewähr­leis­ten argu­men­tiert die Lan­des­re­gie­rung. Von die­ser Vor­ga­be sind allei­ne im Hoch­sauer­land­kreis 300 Dör­fer betrof­fen. Der LEP schrän­ke damit mas­siv die kom­mu­na­le Selbst­ver­wal­tung ein und gefähr­de die Zukunft des länd­li­chen Rau­mes, kri­ti­siert die JU in ihrem Antrag. Dabei sind sich die Nach­wuchs­po­li­ti­ker durch­aus bewusst, dass vie­le Dör­fer vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen ste­hen im Umgang mit den Fol­gen des demo­gra­phi­schen Wan­dels. Um die­sen Her­aus­for­de­run­gen begeg­nen zu kön­nen, hel­fe jedoch kein zen­tra­lis­ti­scher Plan. „Es muss vor Ort und indi­vi­du­ell ent­schie­den wer­den, wel­che Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen jedes ein­zel­ne Dorf hat“, betont auch Sven Lucas Dei­mel, Spit­zen­kan­di­dat der JU Win­ter­berg für den Stadtrat.

 

„LEP bevor­mun­det die Men­schen und Kommunen“ 

Außer­dem kri­ti­siert die JU die Vor­ga­ben für die Aus­wei­sung neu­er Indus­trie- und Gewer­be­flä­chen. Laut LEP ist eine Erwei­te­rung von bestehen­den Unter­neh­mens­stand­or­ten nicht mehr mög­lich, wenn das Unter­neh­men nicht in einem bestehen­den Gewer­be­ge­biet liegt oder an ein Wohn­ge­biet angrenzt. Die Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten der Betrie­be wer­den mas­siv ein­ge­schränkt bemän­gelt Becker: „Der LEP trägt die Hand­schrift einer zen­tra­lis­ti­schen Lan­des­re­gie­rung. Die ent­schei­den ein­fach über die loka­len und regio­na­len Gege­ben­hei­ten hin­weg und bevor­mun­den die Men­schen und Kommunen.“

 

JU schickt den Antrag an die Landesregierung

Die rot-grü­ne Lan­des­re­gie­rung hat am 25. Juni 2013 den Ent­wurf des neu­en LEP NRW geneh­migt und das erfor­der­li­che Betei­li­gungs­ver­fah­ren begon­nen. Noch bis zum 28. Febru­ar kön­nen sich Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sowie öffent­li­che Stel­len zu dem Ent­wurf des neu­en LEP äußern. Die JU wird den Antrag jetzt an die Lan­des­re­gie­rung schicken.

Der LEP legt Zie­le zur räum­li­chen Struk­tur, zum Kli­ma­schutz, zu einer bes­se­ren regio­na­len Zusam­men­ar­beit und zur Kul­tur­land­schafts­pfle­ge fest. Damit steu­ert der LEP die Ent­wick­lung von Sied­lungs­räu­men, Frei­räu­men, Ver­kehrs- und tech­ni­scher Infra­struk­tur sowie der Roh­stoff- und Energieversorgung.